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Segeberg Segebergs Polizei ist schnell: In elf Minuten am Einsatzort
Lokales Segeberg Segebergs Polizei ist schnell: In elf Minuten am Einsatzort
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20:59 12.09.2016
Tim Hagen in der Einsatzleitstelle der Polizei sieht auf den Bildschirmen, wo der Einsatzort ist. Quelle: Fuchs

 Demnach dauerte es zwischen Mai und Juli dieses Jahres, als landesweit alle Einsätze untersucht wurden, bei denen Leib und Leben in Gefahr waren, im Durchschnitt nur elf Minuten vom eingehenden Notruf bei der Leitstelle in Elmshorn bis zu dem Zeitpunkt, als der Streifenwagen am Einsatzort eintraf. Nur in den kreisfreien Städten und dem Kreis Pinneberg reagierte die Polizei mit 8,2 bis 10,4 Minuten schneller als im Kreis Segeberg, der allerdings viel ländlicher ist und doppelt so viele Gemeinden wie der Kreis Pinneberg hat.

Vom Notruf bis zum Einsatzort: Kreis schneidet im Landesvergleich sehr gut ab.

Betrachtet man die reinen Fahrtzeiten der Streifenwagen, ist die Polizei im Kreis Segeberg im Vergleich zu 2015 sogar schneller geworden. So hatte die Landespolizei auf eine Anfrage des Segeberger Landtagsabgeordneten Axel Bernstein (CDU) einen Wert von 7,4 Minuten angegeben. 2016 ist er auf durchschnittlich 5,7 Minuten gesunken. Einschließlich der Bearbeitung des Notrufs durch die Disponenten in der Leitstelle dauert es landesweit 12,1 Minuten vom Anruf bis zum Eintreffen der Polizei am Ort des Geschehens. Dieser Wert liegt allerdings zwei Minuten über der Vorgabe, die sich die Landespolizei selbst gegeben hat.

Für die FDP ist das die negative Folge, dass sich die Polizei zunehmend aus der Fläche verabschiede, indem kleinere Polizeistationen geschlossen würden. Dem widerspricht aber Michael Malottki von der Leitstelle der Polizei in Elmshorn, die mit 50 Beamten rund um die Uhr jährlich etwa 200 000 Polizeieinsätze von Heide bis Bad Segeberg für die 850 000 Bewohner der vier Kreise Segeberg, Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen zu koordinieren hat. „Entscheidend ist, wie viele Streifenwagen unterwegs sind“, sagt der stellvertretende Leiter der Leitstelle. So habe er 50 Fahrzeuge in den vier Kreisen, 30 für Pinneberg und Segeberg zur Verfügung, die ständig unterwegs seien. Bei großen Lagen ordere er noch Streifenwagen von anderen Polizeidirektionen hinzu, erklärt Malottki.

Vor sechs Jahren sind die ehemals 15 Leitstellen in Schleswig-Holstein auf nur noch vier reduziert worden. „Jetzt haben wir die vierfache Zahl an Notrufen, aber sind nicht viermal so viele Kollegen“, erklärt Malottki. Wenn früher ein entlaufener Hund auf der Autobahn von ein oder zwei Personen der Polizei über die Notrufsäulen gemeldet wurden, seien es heute 30 Autofahrer, die mit ihrem Handy die Leitstelle anriefen. Dies sei ja richtig. „Die Leute sollen uns anrufen.“ Aber das koste auch wichtige Zeit.

Die Technik mache den Kollegen die Arbeit inzwischen aber auch einfacher, erklärt Malottki. So bräuchten sie nicht unbedingt Ortskenntnisse zu haben, um den Einsatzort zu ermitteln. Das System zeige sofort auf einer Karte, wo dieser ist. Allerdings müsse der Anrufer dazu auch wissen, wo genau er sich befindet. Ganz häufig erreichten die Leitstelle vage Angaben der oft aufgeregten Anrufer, die einen Unfall meldeten, die erst nach minutenlangem Nachfragen genau lokalisiert werden könnten, erklärt der Leitstellen-Vizechef. „Wenn die Leute wissen, wo sie sind, sind wir ganz schnell da.“

Ein weiterer Vorteil der Computertechnik in den Leitstellen sei, dass der angerufene Beamte ständig mit dem Anrufer weiter telefonieren könne, ohne das Gespräch unterbrechen zu müssen, betont Jan Lewering, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg. Denn sobald ihm ein schwerer Unfall oder Überfall gemeldet wird, gebe er dies über die Tastatur ins System für alle anderen Kollegen ein. Jetzt übernehme ein Funker die Aufgabe, den Streifenwagen dorthin zu schicken, der am dichtesten dran ist. Auch dies zeige das System ihm an.

Das Computerprogramm sei aber zugleich unnachgiebig, sagt Lewering. Sobald der Streifenwagen am Einsatzort sei, müsse er über Funk die Zahl vier drücken. Erst dann ist seine Ankunft registriert. Wenn der Beamte aber zu einem schweren Verkehrsunfall mit Verletzten gerufen wird, kümmere der sich natürlich zuerst um die Opfer und nicht um die interne Rückmeldung. Da das aber nachträglich nicht mehr zu ändern sei, habe dies Auswirkung auf die Statistik. „Wir müssen uns jeden Einzelfall genau ansehen, was wir bei jedem größeren Einsatz auch tun, um noch besser zu werden“, betont Lewering. „Unser Anspruch ist natürlich, möglichst schnell am Einsatzort zu sein. Und da sind wir besser als die Statistik es ausweist.“

 Burkhard Fuchs

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