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Segebergs Rettungsdienst: Sind Rotes Kreuz und KBA raus?

Bad Segeberg Segebergs Rettungsdienst: Sind Rotes Kreuz und KBA raus?

Kreisgesundheitsausschuss empfiehlt mit Mehrheit Wechsel zur RKiSH. Die Empfehlung steht: Die Verträge mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Verein für Krankentransporte (KBA) sollen fristgemäß gekündigt werden.

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„Wir wissen nicht, was uns erwartet“, sorgen sich Lars Schlegelmilch, Wachleiter der DRK-Station Bad Segeberg/Seedorf und seine Kollegen. FOTO: HILTROP

Bad Segeberg.  Mit sieben zu zwei Stimmen (zwei Enthaltungen) sprach sich der Gesundheitsausschuss des Kreises dafür aus. Nach über 40 Jahren soll das DRK von der gemeinnützigen Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein, kurz RKiSH, abgelöst werden. Wie auch der KBA. Ab 2019 soll die RKiSH den kompletten Rettungsdienst samt der gut 210 Mitarbeiter im Kreis übernehmen – was fehlt ist das Votum aus dem Kreistag.

Schuld seien weder Kosten noch Unzufriedenheit mit dem Rettungsdienst – die Leistung sei immer sehr gut gewesen, heißt es lobend. Auch hake es nicht in der Zusammenarbeit. Grund sind die geschlossenen Verträge, die in ihrer jetzigen Form schon lange vom Prüfungsamt moniert wurden (die LN berichteten). Es gab eine Verschärfung der Vergabepraxis auf Grundlage eines lange gefällten Urteils des Europäischen Gerichtshofes. Doch irgendwie haben sich offenbar alle Beteiligten darauf verlassen, dass es irgendwie weiterläuft. Nun wurde die Zeit knapp. „Mittlerweile liegt der dritte Prüfungsbericht vor, der anmahnt, da was zu ändern“, so Ausschussvorsitzende Rosemarie Jahn (FDP). „Das neue Rettungsdienstgesetz steht vor der Tür und wir wollen nicht auch noch vom Landesrechnungshof angequakt werden.“ Sie, die Kreisverwaltung und die Mehrheit des Ausschusses, sehen in der RKiSH, eine Kommunale Gesellschaft, an der der Kreis Segeberg dann zu einem Fünftel beteiligt wäre, die einfachste und beste Lösung: Die Rechtsunsicherheit falle weg, wie auch die Sorge einer Klage durch den KBA, wenn man nur mit dem gemeinnützigen DRK weitermachen würde. Außerdem stärke es die Position gegenüber den Krankenkassen, die letztlich den Rettungsdienst zahlen – gerade liegt der Kreis mit ihnen im Clinch, es geht um etwa eine Million Euro. Und die Arbeitsplätze im Rettungsdienst sollen erhalten bleiben. „Das war uns das Wichtigste“, argumentiert Reimund Schulz (Bündnis90/Grüne). Dagegen ist sich die Mehrheit der Christdemokraten wie Peter Gloger sicher, dass die Vertragskündigung unnötig sei. „In der Gesetzgebung ist derzeit viel im Umbruch, es gibt keine verbindliche Rechtslage. Darum glaube ich, dass es durchaus möglich gewesen wäre, die Verträge anzupassen.“

Beim Rettungsdienst selbst herrscht derweil genau das, was man im Ausschuss hatte verhindern wollen: Unsicherheit. „Es geht nicht um die Jobs. Bei uns herrscht Fachkräftemangel. Es geht beispielsweise darum, ob wir unseren Arbeitsplatz weiter in dem Maß mitgestalten können wie bisher“, sagt Lars Schlegelmilch. Er führt als Beispiel ein Arbeitszeitmodell für junge Eltern und ältere Kollegen an, das sie aus dem Schichtdienst nimmt. „Was mich auch enttäuscht, ist, dass man sich nach so vielen Jahren nicht mit uns an einen Tisch setzt, um eine Lösung zu finden.“ Ob wirklich alle Mitarbeiter, etwa die im Büro, übernommen werden, sei gar nicht so gewiss. Außerdem, so der Rettungsassistent, schwäche die Entscheidung das ehrenamtliche Engagement. Und dann seien da noch die Kosten, die, da ist sich DRK-Vorstand Stefan Gerke sicher, mit der RKiSH um satte 40 Prozent steigen würden.

 Heike Hiltrop

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