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Segebergs Vierbeiner bringen 1,5 Millionen Euro Steuern ein

Bad Segeberg Segebergs Vierbeiner bringen 1,5 Millionen Euro Steuern ein

Wirtschaftsfaktor Hund: Er schafft Arbeitsplätze und stopft Haushaltslöcher.

Bad Segeberg. Heute ist der Tag des Hundes. Mit ihm soll vor allem die besondere Bedeutung des Hundes in der Gesellschaft bewusst gemacht werden. Als „bester Freund des Menschen“ werden Verbeiner im Rettungs- und im Sozialdienst eingesetzt. Sie gehen als Polizeihunde Streife und mit auf die Pirsch. Sie machen mit ihren Supernasen Drogen-, Waffen- oder Zigarettenschmuggler dingfest. Sie spüren Sprengstoff auf, erkennen Diabetes oder Epilepsie. Und sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. So machte die Hundefutter-Industrie im vergangenen Jahr mehr als 1,3 Milliarden Euro Umsatz. Und Professor Renate Ohr (Uni Göttingen) rechnete in ihrer Heimtierstudie Ende 2014 vor, dass rund 100000 Arbeitsplätze auf das Konto der deutschen Vierbeiner gehen.

Und durch ihre Steuern sind sie auch für viele Städte und Gemeinden nicht ohne Bedeutung. Rund 1,54 Millionen Euro spülten die Fiffis und Bellos im vergangenen Jahr laut Statistikamt Nord in die Kassen Segeberger Kommunen. Rechnet man im Schnitt mit einem Hundeleben von zehn Jahre, haben Segebergs Hunde den kompletten Jahreshaushalt einer Kleinstadt, wie Wahlstedt finanziert.

Nahm Bad Segeberg 2012 noch rund 89500 Euro mit den Vierbeinern seiner Bürger ein, waren es im vergangenen Jahr rund 147000 Euro. Ein Plus von über 64 Prozent, was der Stadt im Kreisranking Platz 24 beschert. „Nur zum Vergleich: Das sind 20 Prozentpunkte der Grundsteuer B“, rechnet Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld. Allerdings, so betont er, hätte man die Hundesteuer nicht so drastisch erhöht, wenn die hohen Schulden die Stadt nicht dazu gezwungen hätten. Hundesteuern gehören zu der Schraube, an der in Fehlbedarfs-Kommunen auf Druck des Gemeindeprüfungsamtes gedreht wird.

Das Druckmittel sind die Fehlbetragszuweisungen des Landes, die dementsprechend gekürzt werden.

„Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Die Hundesteuer wird zwar gern genommen, aber es gibt zwei Seiten. Jemand, der Hunde als Hobby hält, kann sich das leisten. Anders sieht es bei vielen ältere Menschen mit einer geringen Rente aus.“ Die Kosten seien für viele enorm, das Tier jedoch ein wichtiger Sozialkontakt.

Die Nachbarstadt Wahlstedt brachte es im gleichen Zeitraum von 60550 Euro auf 89900 Euro (Platz 37). Damit konnte so manche Schuldenlast gemildert werden, denn das Geld fließt stets in den allgemeinen Haushalt. „Es trägt zur Konsolidierung bei und deckt andere Kosten. Das Theater, die Bücherei, das Schwimmbad, eine unserer offenen Ganztagsschulen, das sind alles freiwillige Leistungen, die finanziert werden müssen“, sagt Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse (CDU).

Selbst in die Gemeindekasse des winzigen Dreggers flossen 2016 mit 1000 Euro Hundesteuer 300 Euro mehr als 2012.

Auch Schmalensees Bürgermeister Sönke Siebke unterstreicht, dass das Geld ausschließlich zur Reduzierung des Defizits verwendet wird. Sie ist mit Mehreinnahmen von 418 Prozent Spitzenreiter, mit einem Anstieg der Hundesteuer von 5028 Euro. „Außerdem hatte seinerzeit eine Erfassung ergeben, dass wir viel mehr Hunde hatten, als gemeldet“, ergänzt Siebke und fügt an, dass alleine 1000 Euro auf zwei Gefahrhunde gingen, die jeweils mit 500 Euro zu Buche schlagen.

Heike Hiltrop

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