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Segeberg Segebergs oberster Feuerwehrmann tritt zurück
Lokales Segeberg Segebergs oberster Feuerwehrmann tritt zurück
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16:44 10.01.2018
Einer der schwersten Tage seiner Amtszeit: Holger Gebauer (r.) und Landrat Jan Peter Schröder am Schauplatz des Hubschrauberunglücks am 25. Februar 2016 in Bimöhlen. Zwei Insassen des Bundespolizei-Helikopters kamen damals ums Leben. Quelle: Foto: Spreer/kullack

Dieser Rücktritt kam überraschend. Erst im März 2015 hatte Holger Gebauer sein Amt angetreten, nachdem sein Vorgänger Rolf Gloyer ebenfalls nach kurzer Zeit das Handtuch geworfen hatte. Dem einstigen Wehrführer von Stuvenborn hatten seinerzeit viele Feuerwehrleute unter anderem vorgeworfen, sich nicht genug gegen die Neuregelung der „Kameradschaftskasse“ gestemmt zu haben und den Kreisfeuerwehrverband Segeberg nicht genügend zu repräsentieren. Nachdem die Vorwürfe immer persönlicher wurden, hat Rolf Gloyer für sich den Schlussstrich gezogen.

Nach nicht einmal drei Jahren im Amt hat Holger Gebauer, Chef der rund 6000 Segeberger Feuerwehrleute, am Dienstagabend seinen Rücktritt als Kreiswehrführer erklärt. Gründe für den Schritt waren offenbar fehlender Rückhalt und persönliche Unzufriedenheit.

Seit dem zehnten Lebensjahr in der Feuerwehr

Holger Gebauer (51) gehört bereits seit seinem zehnten Lebensjahr der Freiwilligen Feuerwehr an. Der selbständige EDV-Berater und dreifache Familienvater aus Kaltenkirchen war im März 2015 mit 76,8 Prozent Zustimmung zum Kreiswehrführer gewählt worden. Zuvor hatte er bereits das Amt des Stellvertreters inne.

Aber Holger Gebauer? Erst am 3. September 2017 hatte er sein „Kind“ in die Tat umgesetzt und zum 125-jährigen Bestehen des Kreisfeuerwehrverbandes einen Blaulichttag veranstaltet, der den Segebergern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Dann jedoch wurde es still um den 51-jährigen Kreiswehrführer aus Kaltenkirchen, an dem einige Wehrführer kritisierten, dass stets alle Angelegenheiten über seinen Schreibtisch laufen mussten.

Bereits mit zehn Jahren war Gebauer in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten, die von da an sein Ein und Alles wurde. Auch deshalb fiel ihm der Rücktritt von seinem Amt sehr schwer, wie er den LN sagte. Neben Landrat Jan Peter Schröder hatte er seine Beweggründe auch den Wehrführern der 116 Freiwilligen Feuerwehren in einem persönlichen Schreiben mitgeteilt. „Viele Faktoren müssen bei mir erfüllt sein, damit ich meinem persönlichen Anspruch, den ich an ein solches Ehrenamt habe, gerecht werden kann“, schreibt Holger Gebauer. Dazu gehöre unter anderem, dass neben Familie und Beruf genügend Zeit für die notwendigen Aufgaben zur Verfügung stehe. „Es dürfen aber ebenfalls der Spaß und die Freude nicht verloren gehen, mit der man eine solche Funktion mit Leben füllt. Natürlich muss auch die Chemie zwischen den jeweiligen Akteuren stimmen“, erläutert Gebauer seinen Entschluss.

Die Chemie jedoch stimmte offensichtlich nicht immer. „Leider musste ich immer wieder feststellen, dass an der einen oder anderen Stelle die Zufriedenheit nicht mehr mit meinem persönlichen Anspruch zusammenpasste“, erläuterte Holger Gebauer und betont, dass der Rücktritt kein Schnellschuss gewesen sei, sondern dass er sich ein ganzes Jahr lang mit der Situation beschäftigt habe, verriet er den LN. Die Akteure des Kreisfeuerwehrverbandes habe er wissen lassen, bis zum Jahresende eine Entscheidung treffen zu wollen.

Wie es weitergeht, wird der Kreisfeuerwehrverband auf seiner Jahresversammlung am 13. April in Ellerau entscheiden müssen. Bis dahin übernehmen Gebauers Stellvertreter Jörg Nero aus Groß Kummerfeld und Michael Dahlke aus Bornhöved die Geschäfte.

 Petra Dreu

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