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Segebergs windbetriebene Ökolampe

Wahlstedt/Stipsdorf Segebergs windbetriebene Ökolampe

Nach der Nominierung für den LN-Existenzgründerpreis hat nun auch der Kreis seine erste von Peer Langemak erdachte Straßenlaterne.

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Das erste Segeberger Windlicht steht seit einer Woche in Stipsdorf. Bürgermeister Stefan Kresse (l.), Anlieger und Gemeinderatsmitglied Sebastian Hoppe (Hilntergrund) und Entwickler Peer Langemark (r.)

Quelle: Heike Hiltrop

Wahlstedt/Stipsdorf. Vor einer Woche wurde Segebergs erste windbetriebene Straßenlaterne aufgestellt. Am Ortsausgang von Stipsdorf erhellt sie nun die Dunkelheit – ohne lange Kabelverlegung, ohne großes Brimborium. „Wir von der Gemeinde haben da ein Loch gebuddelt. Die Firma Noordforce hat das Ding in einer guten halben Stunde aufgebaut – fertig“, umreißt Bürgermeister Stefan Kresse die „Baumaßnahme“.

Bis zum Herbst steht die ökologisch und ökonomisch besondere Lampe nun im Probebetrieb am Dorfrand. Die Gemeinde zahlt zunächst nichts. Denn Windlichtentwickler Peer Langemak hat mit dem Standort einen idealen Platz gefunden, um im kontrollierten Betrieb weitere technische Feinheiten abzustimmen und die Leuchte unter besonderen Windverhältnissen zu testen. Eine klassische Win-Win-Situation, denn dort wo die Straßenlaterne nun steht, hätte die Gemeinde keine konventionelle Leuchte errichtet. „Das ist der erste Binnenland-Standort. Wenn das hier funktioniert, dann können wir sagen, dass wir den ganzen Norden bepflastern können“, ist Langemak sicher.

Im vergangenen Jahr startete der 48-Jährige mit ersten Versuchen. Gemeinden von der Westküste hatten bei dem Lichtdesigner, der unter anderem Beleuchtungs-Lösungen für Kommunen konzipiert, nach Alternativen zu nicht immer brauchbaren Photovoltaik-Angeboten gefragt. So stand für ihn von Anfang an der reichlich vorhandene Küstenwind im Fokus. Seine Lösung: Eine Beleuchtung, deren Herzstück eine Turbine ist, die Wind buchstäblich ’reinschaufelt, daraus Strom macht, der wiederum Akkus lädt und so den LED-Leuchtkörper speist. Der sogenannte Savonius-Rotor arbeitet nahezu geräuschlos. Er klingt fast wie ein leichter Windhauch: „Der Lärmpegel ist überhaupt kein Problem. Und das Ganze sieht gar nicht sperrig aus. Ich hatte es mir klobiger vorgestellt“, sagt Sebastian Hoppe, der direkte Anlieger des neuen Lichts- und „Kontrollposten“.

Die Crowdfunding-Aktion zu Jahresbeginn, mit der Peer Langemak die Entwicklung finanzieren wollte, erregte großes Interesse. Das erste Windlicht-Modell wurde im Frühjahr auf der Insel Juist aufgestellt. Der Straßenlaterne habe der salzwassergeschwängerte Küstenwind so stark zugesetzt, dass weitere Modelle eine beständige Pulverbeschichtung bekommen – auch das ein Lernergebnis aus dem realen Betrieb.

Die LN berichteten zu Jahresbeginn, andere Medien aus dem In- und Ausland folgten. Der Entwickler wurde für den LN-Existenzgründerpreis nominiert. Sein Unternehmen „Noordforce“ hat sich derweil gemausert. In kleinen Schritten. Es gibt Investoren, die sich eingebracht haben. Und es gibt Interessenten für seine Windlichter in Skandinavien aus der Privatwirtschaft und von Kommunen. Sogar in Neuseeland und Namibia, wie der Firmenchef berichtet. Allerdings startet der Auslandsverkauf erst im kommenden Jahr. Bis dahin wolle er neue Software und neue Einstellungen verfeinern, etwa die Dimmbarkeit, so Peer Langemak.

Von Heike Hiltrop

 

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Ein Lüftchen mit mindestens zwei Windstärken – das sind drei Meter pro Sekunde – muss wehen, um daraus die Energie schöpfen zu können. Bei einer Verdoppelung verachtfacht sich die Energie. Und da in Schleswig-Holstein und den Küsten der anderen nördlichen Bundesländer sowieso immer eine leichte Brise weht, ist Wind genau der richtige Energielieferant. 12 Volt haben die LEDs, die für die Beleuchtung sorgen. Große Lithium-Akkus, die vor Vandalismus sicher in den Mast verbaut sind, sorgen dafür, dass genug Energie gespeichert werden kann, um einen gewissen Zeitraum ohne Wind zu überbrücken. Neben dem ökologischen ist ein weiterer Vorteil der autarken Beleuchtung, dass sie keine Kabelanbindung an das Stromnetz braucht. So kann sie überall und einfach aufgebaut werden.

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