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Segeberg Seit zehn Jahren Hilfe im deutschen Behörden-Dschungel
Lokales Segeberg Seit zehn Jahren Hilfe im deutschen Behörden-Dschungel
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21:38 04.05.2016
Seit zehn Jahren weisen die „Behördenlotsen“ Segebergern den Weg durch Anträge, Formulare und Ähnliches. Quelle: Domann

Kontakt zu Behörden aufnehmen, behilflich bei Antragstellungen sein, in schwierigen Lebenssituationen unterstützen — das sind nur einige Aufgaben, die die Ämterlotsen ehrenamtlich ausführen. 2003 startete das Diakonische Werk Hamburg das Projekt für die Stadt, 2005 übernahm es das Diakonische Werk Schleswig-Holstein für das eigene Land. Auch in Bad Segeberg fanden sich Menschen, die andere bei Behördengängen unterstützen wollten. Diese erhielten sechs Monate lang eine Fortbildung. Sie wurden am 2. Mai 2006 zertifiziert und gaben sich den Namen „Behördenlotsen“.

„Die standen uns kritisch gegenüber.“Christian Weinert

Jetzt wurde das zehnjährige Bestehen der Behördenlotsen gefeiert. Ehemalige und derzeitige Ehrenamtliche tauschten sich aus, Grußworte gab es unter anderem von Michael Steenbuck, dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Plön-Segeberg und Jens Lichte, dem stellvertretenden Bürgermeister Bad Segebergs. Sie dankten für das ehrenamtliche Engagement, auch im Namen des Sozialamtes. „Das war anfangs nicht so, die Behörden waren besorgt bis kritisch über unsere Begleitung der Klienten“, sagte Christian Weinert, Koordinator der Behördenlotsen. Doch mehr und mehr habe sich die Sichtweise geändert und die Lotsen würden als Unterstützung und Entlastung gesehen, so Weinert. Eine fruchtbare Arbeit habe sich so entwickelt, teilweise schickten die Behörden ihre Klienten direkt zu den Lotsen.

Elf Behördenlotsen gib es derzeit, neun beraten in Bad Segeberg, zwei in Wahlstedt. Im Durchschnitt finden 400 Beratungen im Jahr statt. Während die Sprechstunden in Bad Segeberg täglich sind, gibt es das Angebot in Wahlstedt zweimal pro Woche. „Wir können momentan unsere Sprechstunden besetzen, in der Regel hat jeder seinen festen Tag“, so Weinert, der auf Nachwuchs-Lotsen hofft. Eine Einarbeitungszeit sei dabei nötig, man müsse sich mit der Arbeit und den verschiedenen Einrichtungen vertraut machen. „Wir sind die Schaltstelle zwischen Hilfebedürftigem und Behörde. Wir müssen erkennen, welche Hilfe nötig ist“, sagte Weinert.

Einer der ersten Behördenlotsen ist Reinhard Salomon gewesen. Der ehemalige Banker war in den Ruhestand gegangen, doch ihm fehlte der Umgang mit Menschen. „Es wurden Leute gesucht, die anderen helfen können“, erzählte der 76-Jährige. Anfangs sei er von der Not sehr betroffen gewesen, hatte er doch als Banker mit einer anderen Klientel zu tun gehabt. „Ich war froh, dass ich helfen konnte, die Arbeit hat Spaß gemacht.“ Gut sei auch die Erkenntnis gewesen, dass die Hilfe durch einen Behördenlotsen sich häufig positiv auf die Gläubiger ausgewirkt habe.

Wer in einer Notsituation ist und Hilfe annehmen möchte, kann sich an die Behördenlotsen in Bad Segeberg (☎ 04551/955115) oder Wahlstedt (☎

04554/701104) wenden. Die Beratung ist kostenfrei und vertraulich.

Von Silvie Domann

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