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Seltener Anblick – Flugshow mit Geier

Daldorf/Trappenkamp Seltener Anblick – Flugshow mit Geier

Neun Kilo, 2,70 Meter Spannweite: Gänsegeier „Geya“ ist der neue Star der Falknerei Damm im Erlebniswald.

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Daldorf/Trappenkamp. Geier gelten nicht unbedingt als die hübschesten Vögel. In Filmen haben die Aasfresser eher ein negatives Image. Beides passt Falkner Dietmar Damm gar nicht und hat einen dieser imposanten Flieger in seine Flugvorführung im Erlebniswald Trappenkamp geholt: Gänsegeier „Geya“. Auch, um Aufklärung zu leisten.

Vor einigen Jahrhunderten waren Gänsegeier noch weit verbreitet in Europa und auch in Deutschland, sagt Damm. Für ihn sind Geier „die Umweltpolizei“. Denn sie fressen alles, was sie an verendetem Wild finden. „Die Kraft, die der Adler in den Füßen hat, hat der Geier im Schnabel“, erklärt Damm. Damit können sie Kadaver aufbrechen und machen das Fleisch so erst für andere, kleine Tiere zugänglich. „Das schafft der Adler nicht“, betont der Falkner.

Doch in Zeiten der modernen Landwirtschaft bleiben keine Kadaver mehr liegen, den Tieren fehlt die Nahrung. Verbreitet sind die Tiere noch in den Pyrenäen und Vorderasien. Deshalb ist es immer eine Sensation, wenn hierzulande Geier gesichtet werden – wie etwa kürzlich in Kühsen (Herzogtum Lauenburg). Gleich drei junge Gänsegeier saßen hier auf einer Wiese. Sie sind wahrscheinlich nur auf der Durchreise vermuten Experten.

Aber eben weil die imposanten Tiere so selten in freier Wildbahn zu beobachten sind, ist Dietmar Damm stolz, „Geya“ in der „Arena der Adler“ präsentieren zu können. Allein die Maße sind beeindruckend: 2,70 Meter Spannweite, neun Kilo Eigengewicht. Das toppt jeden bisherigen fliegenden Akteur in Damms Flugshow. Dessen größter Adler bringt es „nur“ auf sechs Kilo. Schon wegen des Gewichts, kann Dietmar Damm den Gänsegeier nicht mehr auf der Hand tragen, wie es die Zuschauer sonst gewohnt sind. Da der Riesenvogel mit Fleischbrocken aus seiner Voliere und von Station zu Station gelockt wird, muss Damm zudem zwei Meter Sicherheitsabstand zu „Geya“ wahren. „Ich werde als Konkurrenz angesehen“, so der Falkner. Mit seinem langen Hals hat der Gänsegeier eine große Reichweite, da reicht eine Armlänge Abstand nicht. „Es war schon eine Herausforderung, ihn in die Show einzubinden.“

20 Jahre alt ist der Vogel, Damm hat ihn von einem Züchter aus Österreich erworben. Da Geier, wie auch Adler, normalerweise die Thermik nutzen und sich davon beim Flug tragen lassen, ist das Fliegen in der Arena in Bodennähe für sie anstrengender. „Ich tausche immer meine Tiere“, erklärt der Falkner. Da „Geya“ aber keine „Zweitbesetzung“ hat, kann sie nicht jeden Tag mitfliegen. Seit Beginn des Monats ist der Geier mit in der Show, aber nur am Wochenende, immer sonnabends und sonntags in der 15-UhrVorführung – als besonderer Höhepunkt zum Schluss.

Und Dietmar Damm hat weitere Pläne, wenn er aus seiner Arena Richtung Teamtower schaut. Der 30 Meter hohe Holzturm ist von den Rängen gut einsehbar. Wenn der Geier von dort oben starten und in die Arena segeln würde, das wäre ein Anblick. Eine Vision für die Zukunft.

Die Flugvorführungen im Erlebniswald Trappenkamp sind täglich 11 und 15 Uhr zu sehen, der Geier nur am Wochenende um 15 Uhr. Eintritt: 6 Euro, Kinder 4.

Geiern fehlt die Nahrung

80 Prozent der wildlebenden Gänsegeier Europas sind in Spanien zu finden. Das steht im krassen Gegensatz zum Niedergang der Geierpopulation im übrigen Europa. Praktisch jedes Dorf hatte einen Platz, auf dem Tierkadaver abgelegt wurden. 2008 wurden in Spanien 22000 Brutpaare erreicht. Doch als Konsequenz der Hygienevorschriften der EU im Kampf gegen BSE, die in Spanien erst ab 2005 umgesetzt wurden, wurden diese Plätze geschlossen, Kadaver verbrannt. Damit geht den Geiern auch dort die Nahrung aus. Vereinzelte Sichtungen von Jungvögeln auch in Schleswig-Holstein könnte damit zusammenhängen, dass sich diese auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen in den Norden aufmachen.

Nadine Materne

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