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Segeberg Seniorenzentrum Eichenhof wird auf 98 Betten erweitert
Lokales Segeberg Seniorenzentrum Eichenhof wird auf 98 Betten erweitert
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14:09 01.05.2016
Heimleiterin Kirsten Fries vom Azurit-Seniorenzentrum Eichenhof hofft mit der Erweiterung auf 98 Betten und weiteren baulichen Verbesserungen auf mehr Wirtschaftlichkeit und bessere Bedingungen für die Heimbewohner. Quelle: Fotos: Wolfgang Glombik

Eine Erfolgsgeschichte: 2013 übernahm das Unternehmen „Azurit“ das Seniorenzentrum Eichenhof von der Stadt als neuer Träger. Damals war es nicht mal zur Hälfte belegt. Jetzt ist das Haus mit 69 Plätzen voll ausgelastet. Demnächst wird es erweitert. Noch im Juni sollen die Bauarbeiten beginnen, teilte die Leiterin der Einrichtung, Kirsten Fries, in einem LN-Gespräch mit. Mit dem Anbau werde der Eichenhof auf eine Bettenzahl von 98 erweitert. Fries: „Das erhöht die Wirtschaftlichkeit des gesamten Hauses.“ Außerdem gebe es eine große Nachfrage.

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Der alte Schuppen mit dem ländlichen Charme im Innenhof des Seniorenheims soll abgerissen werden.

„Mit den geplanten Anbau erhöht sich die Wirtschaftlichkeit des gesamten Hauses.“Kirsten Fries, Heimleiterin

„Im Moment habe ich kein Bett frei.“ Geplant ist ein großer langgestreckter Anbau an dem Gebäudeteil, der sich an der Kreisstraße K 7, Christiansfelde, erstreckt. Das Gebäude soll nach Süden hin verlängert werden. Auf der Fläche stehen zurzeit noch Müllcontainer, auch Parkplätze und die Auffahrt müssen verlegt werden.

Stil und Ansicht des Neubaus werden sich dem bestehenden Gebäude anpassen. Auch sollen nicht nur weitere Bettenzimmer angebaut werden, sondern auch ein zusätzlicher Aufenthaltsbereich werde in dem langgestreckten Haus entstehen, versichert Kirsten Fries. Ihr sei es besonders wichtig, dass das Seniorenzentrum Eichenhof endlich einen Speisesaal bekomme. Auf diesen war beim Bau von der Stadt vor etwa zehn Jahren verzichtet worden. Mit Folgen: Bislang konnten im Seniorenheim nur durch allgemeines Zusammenrücken Weihnachtsfeiern und Faschingsfeten gemeinsam gefeiert werden. Der Speiseraum mit Blick in den Garten soll bei Veranstaltungen etwa 100 Menschen Platz bieten. Vor zehn Jahren sei es gerade „schick“ gewesen, Wohngruppen-Räume mit kleinen Essbereichen zu bauen. Doch das sei nicht durchdacht gewesen, viel zu personalintensiv und nicht bezahlbar, erklärt Kirsten Fries.

Das ist nicht alles: Zahlreiche Fehler beim Bau, die seitens der Stadt und ihrer Planer vor zehn Jahren begangen wurden und die Pflege der Menschen erschweren, sollen nun geheilt werden. Ein Unikum ist zum Beispiel, dass der Übergang vom mehrgeschossigen Haus C zu Haus A über einen Glastunnel erfolgt, der aber nur im Erdgeschoss angelegt wurde. Die Pflegekräfte sind damit beschäftigt, ständig treppauf treppab zu laufen oder Fahrstuhl zu fahren. Der Glastunnel soll nun aufgestockt werden.

Geplant ist auch der Abriss des langgestreckten alten Schuppens im Innenbereich des Seniorenzentrums. Dort sind die Werkstatt des Hausmeisters und Abstellfläche. Der Schuppen wurde früher für Tiere genutzt. „Die Menschen, die zu uns kommen, sind in der Regel pflegebedürftig und können keine Tiere versorgen“, sagt Leiterin Fries. Das Gebäude sei baufällig und verzichtbar, die freiwerdende Fläche vergrößere den Innenhof.

Im Seniorenzentrum werden nach dem Anbau, die Fertigstellung soll 2017 sein, 70 Einzelzimmer und 14 Doppelzimmer zur Verfügung stehen. Doppelzimmer seien zum Beispiel bei Menschen mit Alzheimer-Erkrankung sinnvoll. Die könnten besser schlafen, wenn sie die Atemgeräusche ihres Bettnachbarn hören, sagt Fries. 56 Kräfte seien jetzt, teilweise in Teilzeit, beschäftigt. Der Personalstamm des Hauses werde mit dem Mehr an Betten erheblich aufgestockt.

Jetzt müssen alte Bausünden der Stadt geheilt werden

Den Bock zum Gärtner machen, heißt es so schön. Dass die Stadt Bad Segeberg vor über zehn Jahren in Eigenregie ohne jede fachkundige Hilfe ein Pflegeheim plante, kommt diesem Sprichwort sehr nahe. Es ging alles schief bei Bau und Planung des städtischen Pflegeheims Christiansfelde/Eichenhof. Zum Schluss stand eine Bausumme von über neun Millionen Euro für ein Haus, das wirtschaftlich ohne Umbauten nicht zu betreiben war. Auch wenn die Stadt ihr Heim 2013 verkaufen konnte, sie wird Kredite noch viele Jahre abzahlen müssen.

Der Steuerzahler muss für die Fehler gerade stehen. Experten raufen sich heute noch die Haare, wenn sie die Fehler begutachten, die in der Amtszeit von Bürgermeister Hans-Joachim Hampel gemacht wurden. Kaum zu glauben: So reicht der Fahrstuhl im größten Gebäudeteil nicht bis zum Dachgeschoss. Dort sei Platz wie im Tanzsaal, berichtet Heimleiterin Kirsten Fries. Doch wer dort Möbel oder Betten einlagern will, muss die über Treppen hinaufschleppen. Überhaupt sind Treppenhäuser so „mondän“ gebaut, dass Pflegekräfte lange Wege haben. Unvorstellbar sei auch, dass im Pflegebereich — hier fahren oft Menschen mit Rollstuhl — empfindliches Parkett ausgelegt wurde. Das wurde inzwischen teilweise gegen anderen Bodenbelag ausgetauscht. Eine veraltete Rufanlage wurde 2007 eingebaut, auch sei damals ein Gang mit Gefälle gebaut worden — Rollifahrer drohten, gegen die Tür zu fahren. wgl

Von Wolfgang Glombik

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