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Segeberg Sensibles Thema: Mission Datenschutz
Lokales Segeberg Sensibles Thema: Mission Datenschutz
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23:15 29.08.2013

Dass sensible Daten schützenswert sind, ist beim Kreis Segeberg nicht erst seit den Enthüllungen durch Edward Snowden bekannt. Seit 1. April ist Olaf Kuhlbrodt in der Kreisverwaltung offiziell behördlicher Datenschutzbeauftragter. Mit der Thematik beschäftigt er sich jedoch schon einige Jahre. „Datenschutz bedeutet für viele lästige Pflicht“, sagt der 47-Jährige. Dabei gehe es um die Frage, „können wir frei von Überwachung leben“?

Daten im Netz können die verrücktesten Auswirkungen haben, so Kuhlbrodt: „Wird mir ein Kredit verwehrt, weil einer meiner Facebook-Freunde seine Bestellungen nicht bezahlt? Gehe ich noch auf eine Demo, weil ich Angst haben muss, dass ein zukünftiger Arbeitgeber diese Information noch Jahre später auswertet und meine politische Einstellung in Frage stellt?“ Jeder müsse wissen, so Kuhlbrodt, welche Daten von ihm verwendbar ist. „Das ist derzeit nicht der Fall“, mahnt er, betont aber gleichzeitig, dass sensible Daten von Bürgern beim Kreis sicher seien. Personenbezogene Daten würden im kreiseigenen Rechenzentrum gespeichert, gesichert mit verschiedenen Alarmsystemen. Die Sicherungen lägen in einem getrennten Bereich — feuergeschützt.

Jeder Mitarbeiter der Kreisverwaltung dürfe darüber hinaus nur jene Daten einsehen, mit denen er auch arbeitet. „Der Mitarbeiter im Bauamt kann keine Sozialdaten einsehen oder Bußgeld-Sachen und umgekehrt“, erklärt Kuhlbrodt. Der Internetverkehr ist durch Dataport gesichert, ein Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnik in der öffentlichen Verwaltung. Hier werde alles gefiltert, was nicht ausdrücklich zugelassen wird.

Über E-Mails werden laut Kuhlbrodt nur allgemeine Informationen ‘rausgeschickt. Denn: „Was einmal ‘rausgeschickt wird, ist im Grunde öffentlich.“ Verschlüsselung werde nicht benutzt, das habe nur Sinn, wenn sie von einer kritischen Masse genutzt werde. Dies sei bisher nicht der Fall.

Datenschutz betrifft aber nicht nur digitale Information, sondern fängt bei ganz simplen Dingen an: „Akten nicht offen liegen zu lassen, das Verschließen von Altaktencontainern, das Türenschließen in Wartezonen.“ Modern seien hier etwa Glastüren, die allerdings seien kaum schallisolierend. Hier zu sensibilisieren ist eine Aufgabe Kuhlbrodts. „Da wird es auch Mitarbeiter-Schulungen geben.“ Er ist aber auch Ansprechpartner für den Bürger in Fragen des Datenschutzes die Verwaltung betreffend.

Aktuell beschäftigt sich Kuhlbrodt in der Kreisverwaltung mit der Einführung eines Datensicheren Onlinebanking-Verfahrens und Einführung der Videoübertragung von Kreistagssitzungen.

nam

LN

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