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Segeberg Sether müssen 25 000 Euro in ihr Klärwerk investieren
Lokales Segeberg Sether müssen 25 000 Euro in ihr Klärwerk investieren
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20:25 28.10.2013
Reiner Pump zeigt auf die feinsten Löcher in der Siebtrommel. Für das heutige Abwasser sind sie zu klein. Eine neue Trommel muss her. Quelle: Fotos: spr

Für 25 000 Euro muss im Sether Klärwerk eine neue Siebtrommel angeschafft werden. Die alte macht‘s nicht mehr lange und verbraucht enorm viel Energie. Mittelfristig müsse gar über ein ganz neues Klärwerk nachgedacht werden, sagte Reiner Pump (67), der Vorsitzende des Klärwerks- und Umweltausschusses, als er den LN-Reporter über das kommunale Klärwerk führte, wo die täglich etwa 350 Kubikmeter Abwasser der knapp 2000 Sether gereinigt werden.

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Reiner Pump zeigt auf die feinsten Löcher in der Siebtrommel. Für das heutige Abwasser sind sie zu klein. Eine neue Trommel muss her.

Aus dem dortigen Sammelbecken wird das Abwasser der Bürger mit einer Hebeanlage durch die Siebtrommel geleitet. Dort wird es von Schwebstoffen gereinigt. Feinste Löcher in der Trommel mit einem Durchmesser von nur einem Millimeter lassen nur Wasser hindurch Richtung Tropfkörper fließen, der Rest wird festgehalten, fällt in einen Bottich, wo eine sogenannte Schnecke das „Dicke“ in einen Container befördert. Einmal in der Woche wird der Inhalt vom Wege-Zweckverband als Restmüll entsorgt. Der WZV managt die Anlage gegen Entgelt für die Gemeinde.

„Eine Kläranlage ist keine Schokoladenfabrik“, stellt Pump beim Betreten des echt muffig riechenden Gebäudes klar, in dem die Siebtrommel ihre Arbeit verrichtet. Und das seit über 30 Jahren. Die haben Spuren hinterlassen: Das Ding ist nicht mehr zeitgemäß, fasst der Vorsitzende des Klärwerks- und Umweltausschusses zusammen. Eine neue müsse her. Und zwar konkret aus zwei Gründen: „Zum einen ist die Trommel ein Energiefresser“, zum andern komme sie mit dem heutigen Abwasser nicht mehr so recht klar. Pump: „Weil die Leute am Wasser sparen (Stichwort: ,Pipi-Taste‘ am Spülkasten), wird das Abwasser immer dicker. Dafür sind die Ein-Millimeter-Löcher zu eng. Folge sind häufige Verstopfungen, die Wartungskosten verursachen“, erklärt der Fachmann. Deswegen wird sich die Gemeindevertretung mit der Empfehlung des Fachausschusses befassen, eine neue Siebtrommel anzuschaffen. Die Sitzung findet am heutigen Mittwoch, 30. Oktober, ab 20 Uhr im Sether Sportlerheim statt.

Acht Kilometer lang ist die Schmutzwasserleitung im Dorf. Sie endet am Klärwerk, wo noch ein in die Jahre gekommener Tropfkörper seinen Dienst verrichtet. Pump: „So was gibt es sonst kaum noch.“

Eigentlich schade, denn das Prinzip sei klasse. Nachdem das „gesiebte“ Wasser in einem sogenannten Langsandfang von Sand befreit worden ist, wird es zu einem Drehsprenger an die Spitze des rund sechs Meter hohen, aber 14 Meter in die Erde reichenden Tropfkörpers gepumpt, wo es in kreiselnden Bewegungen über ungezählte Kunststoffwaben gesprüht wird, an das sich Bakterien andocken. Beim Durchlaufen dieser Filter wird das Wasser biologisch gereinigt, erklärt Pump. Heute erledigen dies in moderneren Kläranlagen Bewegungsbecken. In einem großen Rundbecken neben dem Tropfkörper wird der Klärschlamm zwischengelagert. Dreimal im Jahr bringt der WZV den zum Großklärwerk nach Hetlingen — jeweils etwa 350 Kubikmeter.

Zurück zur Siebtrommel: Eine neue soll zwar etwa 25 000 Euro kosten. Allerdings: Durch effizienteres und ökonomisches Arbeiten soll sich diese Ausgabe in drei Jahren amortisiert haben, sagt Pump.

Angesichts eines neuen Klärwerkes, über das man sich in rund zehn Jahren Gedanken machen sollte, so Pump, ist das zwar nicht viel Geld. Allerdings muss Seth — wie andere Gemeinden auch — für das ihnen auferlegte Kanalkataster „bluten“. Die Arbeiten dafür laufen im Ort bereits an. Es zu erstellen, werde rund vier Jahre dauern. Einen Sinn sieht Pump in so einem Kataster nicht so recht. „In meinen Augen bringt das Kanalkataster gar nichts.“ Zumal es die Sether über 200 000 Euro kosten wird.

„Die Sieb- trommel ist ein Energiefresser.“
Reiner Pump

Christian Spreer

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