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Sexuelle Gewalt: Sie sind da, wenn Hilfe gebraucht wird

Bad Segeberg Sexuelle Gewalt: Sie sind da, wenn Hilfe gebraucht wird

Die Fachberatungsstelle in Bad Segeberg wird 20 Jahre alt. Zum Geburtstag hofft die Einrichtung auf Spenden für neue Ausstattung.

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Das Team der Beratungsstelle: Silke Ohrtmann und Gerti Teske (vorne v. l.) sowie Geschäftsführer Lars Petersen, Sabine Meyer und Britta Kohls (hinten v. l.).

Quelle: hfr

Bad Segeberg. „Eine Vielzahl von Mädchen und Jungen sind von sexueller Gewalt betroffen“, heißt es seitens des Deutschen Kinderschutzbundes. Daher sind die Fachberatungsstellen gegen sexuelle Gewalt in den Regionen Bad Segeberg, Bornhöved, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen, Bad Bramstedt und Wahlstedt vor Ort tätig. Vor 20 Jahren hat der Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes die Trägerschaft für die Fachberatungsstellen übernommen, seit 2010 in Form der Kinderschutzbund Segeberg gGmbH.

Die Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt sei eine feste Größe in der Hilfelandschaft im Kreis Segeberg. In dieser sind die beiden Psychologinnen Gerti Teske und Silke Ohrtmann tätig. „In den letzten 20 Jahren hat sich viel getan, das Thema sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen ist immer mehr aus der Tabuzone herausgekommen“, sagt Gerti Teske.

In der Beratungsstelle erhalten betroffene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie deren Angehörige und Bezugspersonen Hilfe. Daneben berät und informiert sie Fachkräfte wie Pädagogen, die mit sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen konfrontiert sind und leistet Öffentlichkeitsarbeit, um für das Thema zu sensibilisieren. Gefördert wird die Fachberatungsstelle vom Kreis Segeberg.

Gerade für Eltern der von sexueller Gewalt betroffenen Kinder und Jugendlichen bricht oftmals eine Welt zusammen. „Einige Eltern malen sich die Szenarien im Kopf aus und fangen daher an, die betroffenen Kinder und Jugendlichen dementsprechend zu bedrängen und auszufragen“, sagt Silke Ohrtmann. Sie rät daher Eltern, auch wenn es oftmals schwer auszuhalten sei, ruhig zu bleiben und sich professionelle Unterstützung zu holen. „Wenn die Kinder von sich aus erzählen wollen, sollten sie das Tempo selbst bestimmen, die Eltern zuhören und einfach für ihre Kinder da sein“, so die Psychologin weiter.

Gerti Teske hat maßgeblich an der Broschüre „Gut geschützt gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen – Hilfen im Kreis Segeberg“ mitgewirkt. Die Broschüre in einer Auflage von 3000 Stück erschien im Mai, sie steht auch zum Download auf der Homepage des Kinderschutzbundes bereit oder kann direkt in der Geschäftsstelle sowie an den Standorten in den einzelnen Regionen bezogen werden.

Die Ausstattung der Fachberatungsstelle sei vielmals spendenfinanziert und mittlerweile „in die Jahre gekommen“. Da verschiedene Anschaffungen notwendig seien, gibt es aktuell einen Spendenaufruf über die Spendenplattform der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Einen direkten Link dazu ist auf der Homepage des Kinderschutzbundes unter www.kinderschutzbund-se.de zu finden. Mit dem Geld sollen beispielsweise neue Kinderbücher unter anderem zu den Themen „Mein Körper“ und „Meine Gefühle“ sowie Spielzeug für die Beratungsarbeit, aber auch ein sogenannter Moderationskoffer für die Präventions-, Informations- und Fortbildungsarbeit angeschafft werden.

Als Erstkontakte in der Fachberatungsstelle stehen Britta Kohls und Sabine Meyer in der Geschäftsstelle am Kirchplatz 1 in Bad Segeberg persönlich und telefonisch zur Verfügung. Die Geschäftsstelle ist montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet und unter Telefon 04551/88888 erreichbar.

Hohe Fallzahlen

1631 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung hat die Polizei im Jahr 2015 in Schleswig-Holstein erfasst, das waren 30 Taten mehr (1,9 Prozent) als noch im Jahr 2014. Die Aufklärungsquote lag bei bei 79,7 Prozent (2014: 79,0 Prozent). Der sexuelle Missbrauch von Kindern machte dabei mit 458 Taten ein Viertel aller Sexualdelikte aus.

Hier wurden 88,9 Prozent (2014: 85,3 Prozent) aller Fälle auch aufgeklärt. Weitere Taten mit hohen Fallzahlen waren Vergewaltigung (253 Taten), Sexuelle Nötigung (234) sowie Besitz, Beschaffung und Verbreitung von Kinderpornografie (203).

LN

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