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Segeberg Sexueller Übergriff im Schwimmbad?
Lokales Segeberg Sexueller Übergriff im Schwimmbad?
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20:16 24.11.2016

. Einmal mehr musste sich das Norderstedter Amtsgericht jetzt mit einem mutmaßlichen Fall sexueller Belästigung im städtischen Arriba-Erlebnisbad befassen. Auf der Anklagebank saß der 42-jährige Afghane Said P. (alle abgekürzten Namen geändert), der Ende März dieses Jahres einer 39-jährigen Frau im Bereich der Wildwasserrutsche zwischen die Beine gegriffen haben soll. Juristisch wird ein solcher Übergriff als „Beleidigung auf sexueller Grundlage“ gewertet.

Der in Hamburg wohnende Angeklagte ist vor einem Jahr und vier Monaten aus Afghanistan nach Deutschland geflohen und bisher nicht als Asylant anerkannt. Der Vater dreier Töchter spricht kaum Deutsch, weshalb ihm ein Dolmetscher im Gerichtssaal zur Seite gestellt war. Den Vorwurf bestritt der Angeklagte energisch. Er habe die Frau nur einmal versehentlich an der Schulter berührt und sich dafür sofort entschuldigt. „Ich bin ein verheirateter Mann und hatte keinerlei Absichten“, übersetzte der Dolmetscher die Worte des Angeklagten.

Das vermeintliche Opfer des Übergriffes, Petra K. aus Kiel, erzählte davon, dass sie am Ostermontag mit ihrem Mann und den beiden Kindern einen Ausflug in das Erlebnisbad unternommen habe. Mit ihrer neunjährigen Tochter sei sie auf der Wildwasserrutsche gewesen und habe es schon in den ersten beiden Auffangbecken als unangenehm empfunden, dass der Angeklagte so nah an sie herangerückt sei. „Man könnte doch mal Abstand halten“, habe sie gedacht. Dann, nach dem Verlassen der Rutsche, sei der Mann an ihr und ihrer Tochter vorbeigegangen und habe ihr von hinten zwischen die Beine gegriffen.

Auf Nachfrage von Amtsrichter Matthias Lohmann erklärte die Zeugin: „Es war ein gezielter Griff mit der flachen Hand, und entschuldigt hat sich der Mann nicht.“ Die blonde Frau erkannte den Angeklagten im Gerichtssaal zweifelsfrei wieder. „So etwas habe ich noch nie erlebt und bin jetzt nicht mehr so unbefangen, wenn ich in ein Schwimmbad gehe“, ergänzte die Zeugin. Eigentlich hatte Petra K., wie sie vor Gericht sagte, die Sache gar nicht hochspielen wollen, aber ihr Ehemann habe bemerkt, dass sie verändert gewesen sei. Daraufhin habe sie ihm schließlich den Grund genannt. Das Sicherheitspersonal des Bades und die Polizei wurden eingeschaltet.

Amtsrichter Lohmann deutete an, dass er die Zeugin für glaubwürdig halte. „Wollen Sie nicht doch ein Geständnis ablegen und sich hier entschuldigen?“, fragte der Jurist den Angeklagten, der wortreich auf seiner Unschuld beharrte. Da es Videoaufzeichnungen aus dem Schwimmbad geben soll, setzte der Richter einen neuen Termin zur Fortsetzung der Verhandlung auf den 6. Dezember fest. Um wirklich alles aufklären zu können, müsse eine eventuell noch vorhandene Videoaufzeichnung angesehen werden, betonte der Richter.

Martina Kausch

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