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Segeberg Shifu Jürgen — dieser Meister versteht sich auch aufs Kochen
Lokales Segeberg Shifu Jürgen — dieser Meister versteht sich auch aufs Kochen
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22:16 07.09.2013

Die Teller sind bereits dekoriert, Avocadosegment, Kirschtomate, Thymianzweig und Limettenscheibe. Während die Königsgarnelen auftauen, wäscht „Shifu“

(Anrede für Lehrer chinesischer Kampfkünste, Anm. d. Red.) Jürgen von Wyszecki Römersalat, Zucchini, Rucola, Radieschen und Tomaten. Das sind die Grundlagen für den Salat, in den kommen noch Avocado und eingelegte, getrocknete Tomaten. „Ich esse möglichst wenig Kohlenhydrate“, sagt der 53-jährige Hobbykoch und erzählt. Als Leistungssportler sei das noch anders gewesen. Um nicht ständig Hunger zu haben, habe er früher 5000 bis 8000 Kilokalorien zu sich genommen, den größten Teil in Form von Kohlenhydraten. Doch nun, mit weniger Intensivtraining, brauche der Körper nicht mehr die hohe Energiemenge, um in Form zu bleiben. „Und deshalb mache ich Trennkost oder verzichte ganz auf Kohlenhydrate in der Mahlzeit“, sagt von Wyszecki, Inhaber der Kung-Fu-Schule in Klein Rönnau, trocknet kurz das Gemüse und schneidet es in kleine Stücke. Die Salatschüssel füllt sich, noch Thymian, Petersilie, Öl und Limettensaft dazu, dann wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Weiter geht es mit den Garnelen. Von Wyszecki schält Ingwer, Knoblauch und Schalotten. Ein paar schnelle Bewegungen mit dem Messer und die Zutaten liegen fein gestiftelt vor ihm.

Seit etwa 40 Jahren kocht der gebürtige Lübecker, der in Groß Grönau aufgewachsen ist. „Mein Bruder Gerhard und ich waren eine Woche allein. Er hat uns mit Essen aus der Pommesbude versorgt, weil er das Haushaltsgeld in eine Party gesteckt hat“, erinnert sich Shifu Jürgen. Da ihm die Kost nicht gefallen habe, habe er in der Vorratskammer nach Essen geschaut und daraus etwas gemixt.

Später, in einer Sportler-WG, habe er das Kochen für alle übernommen und auch einmal sechs Jahre in einen Lübecker Restaurant gejobbt, erst als Kellner, dann als Koch.

Freunde schwärmen

von seinen Kochkünsten

Freunde meinen, wenn Jürgen kein Kung Fu mehr machen wolle, solle er ein Restaurant eröffnen, erzählt Wyszecki und fügt hinzu, dass es dann aber nur ein paar Gerichte gebe. „Gerade für Sportler ist eine gesunde Ernährung wichtig. Wird vernünftig gekocht, ist die Leistungsstärke gegeben.“ Sich gesund und vernünftig zu ernähren, habe auch etwas mit Lebensumstellung zu tun. Ein Großteil der Bevölkerung sei zu dick, schon bald könnten Krankenkassen die Folgekosten nicht mehr bezahlen, ist sich von Wyszecki sicher. Durchs Kung Fu habe er sich mit original chinesischem Essen der Shaolinmönche auseinandergesetzt. „Viel frisches Gemüse, kurze Garzeiten, wenig Schweinefleisch und Kohlenhydrate.“ Vier bis fünf Mahlzeiten pro Tag, wobei die Mönche „irre viel essen“. Dort habe das Essen noch einen hohen Stellenwert.

„Ich koche täglich, überwiegend regional und saisonal. Ich habe Rezepte, doch meist variiere ich die mit den Sachen, die ich habe“, sagt der Sport- und Ballettlehrer. Einfach und schnell müssten die Rezepte sein. „Ich will nicht stundenlang in der Küche stehen und in 15 Minuten ist dann alles aufgegessen“, sagt er. Ingwer, Schalotten und ein wenig Knoblauch brutzeln in der Pfanne und verströmen einen verlockenden Duft. Dazu kommen die Garnelen. „Ich habe hier einen besonderen Pfeffer aus China, Zitronenpfeffer. Beißt man direkt darauf, betäubt er ein wenig die Zungenspitze.“ Noch Crème Fraiche in die Pfanne gerührt und fertig sind die Garnelen. Die liegen nun dampfend auf dem Teller und werden noch mit einem Spritzer Limettensaft verfeinert. Dazu gibt es reichlich Salat. Die Kombination schmeckt nicht nur gut, sondern ist leicht und dabei sättigend. Neben Kochen und Walken, geht Shifu Jürgen gerne angeln. „Die sind selbst gefangen und reichen für einige Monate“, sagt er und zeigt in seine Kühltruhe. Dort liegen diverse Fische, unter anderem Schollen, die er vor Fehmarn gefischt hat.

Silvie Domann

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