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20:42 23.10.2017
Die Gesundheitsbranche gehört zu den wichtigen Standortfaktoren in der Region, der Kreis trägt dem besondere Rechnung mit einer Gesundheitsplanerin: Dr. Anna Walter übernimmt den Job. Quelle: Foto: Irene Burow

Ihr Job kann in naher Zukunft zu spannenden Erkenntnissen im Kreis führen. „Es gibt hier einen vorhandenen Datenschatz, zum Beispiel von den Schuleingangsuntersuchungen. Die Ergebnisse fließen zwar regelmäßig in Landesstatistiken ein. Aber viele Daten sind für den Kreis selbst noch nicht separat ausgewertet worden“, sagt Anna Walther. Den letzten detaillierten Gesundheitsbericht für den Kreis Segeberg hat es im Jahr 2002 gegeben. Neue Auswertungen können einerseits dazu genutzt werden, um in Kommunen gezielt Projekte auf den Weg zu bringen. Andererseits sollen aber auch soziale Randgruppen erreicht werden. Als Beispiele nennt sie Wohnungslose, Sexarbeiterinnen oder Gruppen, die bisher bei den Angeboten noch zu sehr durchs Netz fallen, wie Alleinerziehende oder Menschen mit Migrationshintergrund. „Die Herausforderung wird es sein, alle Teile der Bevölkerung zu erreichen“, sagt sie.

Das ist zumindest das selbstgesteckte Ziel des Kreises, der ein Jahr lang darauf hingearbeitet hat, die Stelle der Gesundheitsplanerin vorzubereiten. „In Flensburg gibt es das schon seit über zehn Jahren“, erklärt Gesundheitsamtsleiter Dr. Boris Friege, der betont, dass der Fokus generell zu sehr auf Krankheiten und das Gesundwerden gelegt wird. Das soll nun verschoben werden – hin zum gesunden und präventiven Leben.

Laut Friege hat Anna Walther das kommunikative Zeug dazu: Sie hat Sportwissenschaften, öffentliches Gesundheitswesen und „Physical Activity and Health“ studiert, zuletzt fünf Jahre an der Uni Lübeck am Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie gearbeitet und über Rehabilitationspatienten promoviert. Geboren ist Anna Walther in Hamburg, aufgewachsen im Kreis Herzogtum Lauenburg. Sie freut sich auf die neue Aufgabe, bei der sie sich mit Menschen von der Wiege bis ins hohe Lebenalter befassen wird. „Ich war selbst immer sportlich aktiv“, sagt sie. Im vergangenen Jahr ist sie einen Halbmarathon gelaufen. Fitness, Yoga und Laufen gehören für sie zum Alltag – von dieser Motivation kann der Kreis nun profitieren.

Das Feld ist breit: Vorträge, Fachtagungen oder einzelne Projekte: Bei Anna Walther laufen ab sofort alle Fäden zusammen, was die Organisation betrifft. Auswerten, Netzwerken, Gelder einwerben und Gesundheitsziele finden – das sind die Aufgaben der 32-Jährigen. Sie ist Ansprechpartnerin für Akteure wie Ärzte, Therapeuten oder Erzieher, aber auch für Förderer, wie Kommunen, Land und Krankenkassen – für alle, die von Analysen und Gesundheitsberichterstattung profitieren. Dafür soll mit Hochschulen zusammengearbeitet werden, Studenten sind eingeladen, sich mit Abschlussarbeiten an der Sammlung und Auswertung von Daten zu beteiligen.

Anna Walther steigt aber auch in laufende Projekte ein. Dazu gehören die Jugendgesundheitstage für Schüler der siebten Klassen. Hunderte hatten sich in den vergangenen Jahren dabei zu Themen wie Sucht, Ernährung, Sexualität oder Impfungen informiert. Beim Projekt „Verrückt – na und?“ besuchen Betroffene von psychischen Erkrankungen Schulklassen. Im November findet zudem der Kinder- und Jugendworkshop statt, bei dem sich Erzieher, Lehrer und Ärzte weiterbilden können. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Kindern psychisch oder suchtkranker Eltern. Im Netzwerk Multiresistente Erreger übernimmt sie eine Moderatorenfunktion, damit sich die Experten auf das Fachliche konzentrieren können.

Von Irene Burow

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