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Segeberg Sie wollen Erstwähler für den Gang an die Urne begeistern
Lokales Segeberg Sie wollen Erstwähler für den Gang an die Urne begeistern
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20:22 05.04.2017
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Wahlstedt

. Sie chillen mit Freunden, sind in sozialen Netzwerken unterwegs, erleben vielleicht gerade die erste Liebe. Nun ist ihre Stimme gefragt:

Jugendliche unter 18 Jahren, die in diesem Jahr die Zusammensetzung des Landtags von Schleswig-Holstein erstmals mitbestimmen können. Doch sich mit Landespolitik auseinanderzusetzten, das ist für die meisten neu. Helfen soll das Projekt „Jung und wählerisch“, initiiert vom Landesamt für Politische Bildung. Studenten der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel treten hierbei mit den Jugendlichen in den Dialog. So wie gestern in Wahlstedt. Das Ziel: potenzielle Nichtwähler erreichen, um sie für den Gang an die Wahlurne zu begeistern.

Die Atmosphäre im Klassenraum ist locker. Lehrer? Fehlanzeige. In den kommenden 90 Minuten sollen die Jugendlichen offen das sagen, was ihnen unter den Nägeln brennt – politisch gesehen. Und sie sollen dabei nicht das Gefühl bekommen, dafür benotet zu werden. Das ist Teil des Projekts. Über 50 Neunt- und Zehntklässler der Poul-Due-Jensen Gemeinschaftsschule (PDJS) sitzen in mehreren großen Runden zusammen. Sie alle sind 16 beziehungsweise 17 Jahre jung. Nur zwei von ihnen melden sich auf die Frage, wer sich wirklich ernsthaft für Politik interessiere. „Ich glaube nicht, dass das, was Politiker versprechen, wirklich gemacht wird“, nennt Thilo Schmidt einen Grund. „Mich interessiert das kein bisschen, ich habe mich bisher nicht mit Politik beschäftigt“, räumt Emma Uka ein. Und auch Sabine Wachowski gehört zur Mehrheit mit ihrem Eingeständnis, dass sie zwar wählen gehen wolle, sich bisher aber nicht wirklich mit Politik auseinandergesetzt habe.

Dabei haben die Schüler ihre Meinung zur Schulpolitik, Turbo-Abi oder Sportförderung, zur sozialen Gerechtigkeit, Flüchtlingssituation und Ausbildungschancen. Dass Politik nichts Abstraktes ist, verdeutlichen Marcel Turlach (23, Student der Politikwissenschaften), Finn Lampe (20, Medizinstudent) und Julia Dietz (21, Psychologiestudentin). Wie viel verdient ein Politiker? Wie wird man Politiker? Warum wird ihnen misstraut? Sind sie Lobbyisten verpflichtet? Sind sie bestechlich? Das seien Fragen, die die Schüler stellten. „Da geht es weniger um große Themen, sondern um viele kleine“, sagt Julia Dietz. Und dann rufen sie einen Landtagskandidaten an. Im Gespräch stellen die Erstwähler direkt ihre Fragen, erfahren hautnah, dass Politiker Menschen wie die von nebenan sind.

Dieses Mal ist es Cordula Schultz (SPD) aus Trappenkamp. Das nächste Mal könnte es ein Politiker einer der anderen 13 Parteien sein, der sich dazu bereit erklärt hat. Allerdings: Wahlpropaganda wird nicht geduldet – auch das ist Teil des Projekts.

An die Schule gebracht hat das Projekt Lehrerin Annkathrin Köper: „Ich fühle mich verantwortlich, politische Bildung zu fördern und weiterzubringen, gerade in politisch unruhigen Zeiten.“ Ob es in der PDJS für weniger Nichtwähler gesorgt hat, wird sich vielleicht schon bei der sogenannten Juniorwahl nach Ostern zeigen – eine Art Testlauf an ausgewählten Schulen –, aber sicher zur Landtagswahl.

Der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl ist im Internet freigeschaltet (www.wahl-o-mat). Nach Beantwortung von 38 Thesen (zustimmen, ablehnen, neutral) berechnet er die Übereinstimmung mit Position der Parteien, die sich zur Wahl stellen.

Heike Hiltrop

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