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Segeberg Sie wollen Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung bringen
Lokales Segeberg Sie wollen Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung bringen
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12:19 07.07.2016
Wollen mit vereinten Kräften jungen Asylbewerbern eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen: Norderstedts Stadträtin Anette Reinders (v.r.), Volker Harms vom Jobcenter, Michael Westerfeld von der Arbeitsagentur und Marc-Mario Bertermann von der EgNo. Quelle: Fotos: Fuchs

Von den 350 bereits anerkannten Asylbewerbern unter 25 Jahren absolviere erst eine Handvoll eine Berufsausbildung im Kreis Segeberg, sagt Volker Harms vom Jobcenter in Kaltenkirchen. Mit dem neuen zehnmonatigen Kursus, der eine Kombination aus Sprachtraining und Praktikumsvermittlung bietet, sollen weitere 20 junge Flüchtlinge auf die Berufsausbildung in den Betrieben vorbereitet werden, kündigte jetzt Norderstedts Sozialdezernentin Anette Reinders an. „Wir wollen diesen Menschen eine Perspektive bieten, sich beruflich qualifizieren zu können.“ Allein in Norderstedt leben zurzeit 1300 Flüchtlinge, so die Zweite Stadträtin.

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Die Stadt Norderstedt startet mit Arbeitsagentur und Jobcenter ein Pilotprojekt für junge Asylbewerber, das ihnen Sprache und Praktikumsplätze vermittelt.

Vor allem jene 50 überwiegend junge Syrer, Afghanen, Iraker oder Eritreer, die jetzt im Sommer nach einem Jahr Sprachunterricht das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Norderstedt verlassen, weil sie mit 18 Jahren nicht mehr berufsschulpflichtig sind, sollen für dieses Programm geworben werden. Die Stadt Norderstedt investiert 40000 Euro für die sozialpädagogische Begleitung.

Insgesamt werden zurzeit an der Kreisberufsschule 200 Flüchtlingen in zwölf Integrationsklassen „Deutsch als Zweitsprache“ unterrichtet, sagt Schulleiterin Ina Bogalski. Alle Schulabgänger würden mit Hilfe einer Berufsberaterin der Arbeitsagentur Elmshorn gezielt dahingehend beraten, welcher berufliche Einstieg speziell für sie in Frage käme, ergänzt BBZ-Abteilungsleiterin Stefanie Denecke.

Dazu gehört auch die sogenannte Einstiegs-Qualifizierung, erläutert Michael Westerfeld von der Arbeitsagentur. Dieses Programm ermöglicht es Ausbildungsbetrieben, junge Flüchtlinge bis zu einem Jahr quasi wie bei einem Dauer-Praktikum auf die Berufsausbildung vorzubereiten. Die Jugendlichen bekommen dafür eine Vergütung, die Arbeitsagentur übernimmt die Kosten.

Da bei den Unternehmen die Unsicherheit noch groß sei, wie sie Flüchtlinge beschäftigen oder ausbilden könnten, welche Förderprogramme es gibt und wie die rechtlichen Vorgaben sind, hat die EgNo, die Entwicklungsgesellschaft Norderstedt, jetzt dafür einen Internetseite kreiert, die möglichst alle Fragen beantworten soll, so EgNo-Chef Marc-Mario Bertermann. Unter der Adresse www.arbeit-geben-in-norderstedt.de könnten sich Arbeitgeber gezielt darüber informieren und sich auch direkt an den Ansprechpartner Alexander Stojimirovic von der Arbeitsagentur wenden und ihm Praktikumsplätze melden. „Wir wollen, dass das jetzt ins Rollen kommt und werden darüber hinaus auch weitere Informationsveranstaltungen für die Unternehmen anbieten“, sagt der erste Wirtschaftsförderer der Stadt Norderstedt.

Da nicht allen Flüchtlingen eine qualifizierte Berufsausbildung angeboten werden könnte, müssten natürlich auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten für diese Zuwanderer geschaffen werden, sind sich die Experten einig. Darum bietet die Stadt Norderstedt jetzt für den 13. Juli erstmals einen Sprechtag für Berufsberatung im Rathaus an, der zunächst 100 Flüchtlinge einer Unterkunft in Norderstedt individuell auf die berufliche Integration vorbereiten soll. „Diese Menschen sind hoch motiviert“, weiß EgNo-Chef Bertermann. „Als wir die von uns betreute Unterkunft umgebaut haben, mussten wir sie davon abhalten, den Handwerkern die Arbeit wegzunehmen, weil sie unbedingt was machen wollen.“

 Burkhard Fuchs

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