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Bad Segeberg/Wahlstedt Sie wollen mitbestimmen

Zum Jahresende werden die kommunalen Kinder- und Jugendbeiräte in Wahlstedt und Bad Segeberg, wo über 1500 Stimmberechtigte wählen dürfen, neu zusammengesetzt. Das Engagement dieser Gremien ist groß, die Kandidatensuche dafür war aber bisher nicht leicht.

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Bürgermeister, Sandra Suchanek-Burmeister (Mitte) und der Jugendbeirat begrüßen Teilnehmer der Aktion.

Bad Segeberg/Wahlstedt. Im Foyer der Sporthalle von Wahlstedt warten 24 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren auf den Start einer digital unterstützten Rallye; Actionbound. Sie haben sich die dafür nötige App des Kinder- und Jugendbeirats auf ihre Handys geladen, werden Stationen ansteuern, die auf Dinge aufmerksam machen, die das Gremium in seiner Amtszeit initiiert hat. Ziel: informieren und Mitstreiter finden.

LN-Bild

Zum Jahresende werden die kommunalen Kinder- und Jugendbeiräte in Wahlstedt und Bad Segeberg, wo über 1500 Stimmberechtigte wählen dürfen, neu zusammengesetzt. Das Engagement dieser Gremien ist groß, die Kandidatensuche dafür war aber bisher nicht leicht.

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Es geht ins Rathaus und vorbei an Jugend-Einrichtungen wo „Meckerkästen“ installiert sind, an denen Jungen und Mädchen jederzeit Anregungen, Ideen oder Beschwerden loswerden können. Ein Stopp ist die Stadtbücherei. Hier werden Bücher mit Audiodateien vorgehalten, die Sprache und Schrift spielerisch leichter erlernbar machen. Das Mammutprojekt des Beirats ist jedoch ein Mehrgenerationen-Spielplatz, der an der alten Skateranlage entstehen soll.

Auch Bad Segebergs Kinder- und Jugendbeirat war in seiner 6. Periode sehr aktiv, stellte beispielsweise den Stadtjugendtag und andere Veranstaltungen auf die Beine. Beide Gremien eint die demokratische Teilhabe, dass sie Gleichaltrigen eine Stimme in der Kommunalpolitik geben. „Es heißt oft, Politik ist langweilig. Das stimmt nicht. Es geht um das alltägliche Leben, das wir mitgestalten können“, sagt Hannah Ralfs, Vorsitzende des Beirats in Wahlstedt. „Wir machen das, weil sonst die Interessen von Kindern und Jugendlichen nicht wahrgenommen werden. Wir merken, dass wir ernst genommen werden“, macht sie deutlich, dass sich gesellschaftliches Engagement lohnt.

Dennoch fanden sich in Wahlstedt nicht so viele Kandidaten, dass es zu Wahlen gekommen ist, wie Bianka Schlizio bestätigt. Sie ist im Rathaus für Jugend, Sport und Schulen zuständig und – neuerdings – zusammen mit Sandra Suchanek-Burmeister die Beirats- „Kümmerin“. „Es hat bisher immer genau gepasst, sodass jeder, der wollte, dabei war.“ Ihre Erfahrung: „Jugendliche engagieren sich gerne, aber sie haben schon durch Schule ihre Zwänge, das wollen sie nicht auch noch in ihrer Freizeit.“ Die Aufgabe dürfe nicht zu verwaltungstechnisch gestaltet sein. Noch läuft hier die Bewerbungsfrist, sechs Kandidaten gebe es schon. Schlizio: „Das ist schon gut.“

In Bad Segeberg wird es in diesem Jahr erstmals seit zwei Perioden mehr Bewerber für den Beirat geben als benötigt: „Wir haben 13 Kandidaten für elf Sitze“, fasst Dirk Gosch aus der Stadtverwaltung zusammen, nachdem die Kandidatensuche hier am Mittwoch abgeschlossen war. 1590 Bad Segeberger Kinder und Jugendliche werden demnächst ihre Wahlunterlagen im Briefkasten haben, um ihre Stimme für ihre kommunale Vertretung abzugeben. Die Kandidaten werden sich am 30. Oktober (15.30 Uhr, Bürgersaal) vorstellen.

Erstmals landesweit einheitliche Wahlzeiten

In über 50 Städten und Gemeinden (von 63 beziehungsweise 1047) Schleswig-Holsteins gibt es Kinder- und Jugendbeiräte. Sie wirken als politische Gremien an Entscheidungen mit. In Wahlstedt wurde gerade die Satzung des Gremiums geändert. So wird die Zahl der Mitglieder von 15 auf 21 erhöht. In Bad Segeberg sind es maximal elf Kinder und Jugendliche. Eine Amtszeit beträgt zwei Jahre. Wählbar sind Kinder und Jugendliche ab dem zwölften und bis zum 21. Lebensjahr, die mindestens drei Monate in der Stadt leben. Wenn im Ort gewählt wird, finden die Abstimmungen in Schleswig-Holstein erstmals einheitlich zwischen dem 20. und 26. November statt. hil

Heike Hiltrop

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