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Segeberg So jung – und schon SPD-Vorsitzender
Lokales Segeberg So jung – und schon SPD-Vorsitzender
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21:50 29.08.2018
Magnus Wittern habe kaum Lebenserfahrung, sagt er, sammelte aber im Wahlkampf schon politische Erfahrung.
Bad Segeberg

Der von den 28 Genossen mit anhaltendem Beifall verabschiedete Wehrmann möchte sich ganz auf die Arbeit als Fraktionsvorsitzender konzentrieren, außerdem plane er, demnächst für das Amt des stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden zu kandidieren. 2012 wurde er SPD-Chef im Ortsverein unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen. Damals musste er die Herkules-Aufgabe bewältigen, einen völlig zerstrittenen Ortsverein zu einen. Die LN titelten: „Die roten Hechte im Bad Segeberger SPD-Karpfenteich“.

Das innerparteiliche Klima ist unter der Führung Wehrmanns wesentlich besser geworden. Auch mit dem ehemaligen Bürgermeister Udo Fröhlich hielten sich Auseinandersetzungen fortan im Rahmen.

Nur konnte sich die SPD in Bad Segeberg dem allgemeinen negativen Trend bei Wahlergebnissen nicht entziehen. In einer kämpferischen Rede beschwor Wehrmann auf der Versammlung zum Abschied die alten Zeiten der Sozialdemokratie. „Seit 126 Jahren kämpfen wir in Bad Segeberg für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit.“ Gerade jetzt sei es zum Beispiel angesichts „der Hetze“ durch Nazis in Chemnitz „wichtig, aufzustehen und hinzusehen, wenn Unrecht geschieht“. Auch in Bad Segeberg sei eine schwangere Syrerin so bepöbelt worden, bis sie zusammenbrach. Auf dem Bad Segeberger Marktplatz, der früher noch Adolf-Hitler-Platz hieß, seien einst Bücher verbrannt worden. „Menschen wurden verschleppt“, erinnerte Wehrmann an dunkle Seiten.

Er bedankte sich „für die solidarische Mitarbeit“ in der SPD und sprach von einer konsequenten Neuaufstellung im Ortsverein. In seine Zeit als Vorsitzender seien zwei Landtagswahlen, zwei Bundestagswahlen, zwei Kommunalwahlen und eine Bürgermeisterwahl gefallen. Nun geht es an die Verjüngung. Nach LN-Informationen gab es wenige Tage vor der Versammlung noch keinen Kandidaten für den Vorsitz. Bis man sich für Magnus Wittern entschied, dem aber eine Reihe erfahrener SPD-Leute zur Seite stehen wird. Aus den Reihen der Versammlung wurde noch Jan Hauke Heinze als Kandidat gewünscht.

Er sagte aber dankend ab und kündigte an, als Stellvertreter zu kandidieren.

So stand Magnus Wittern als einziger Kandidat fest. Der frühere Dahlmannschüler studiert Jura in Kiel und ist bürgerliches Mitglied im Sozialausschuss der Stadt. „Ich habe jetzt noch die Zeit, etwas in Bad Segeberg aufzubauen“, sagte er bei der Vorstellung. „Lebenserfahrung kann ich nicht haben, aber politische Erfahrung habe ich reichlich gesammelt, als ich beim Wahlkampf von Haus zu Haus gegangen bin und mit rund 600 Leuten gesprochen habe.“ Die SPD habe in der Außenwirkung Probleme, ihre Themen zu setzen, erfuhr er dabei. Er möchte sich für eine Verjüngung der Partei und des Ortsvereins einsetzen.

Gewählt wurde er bei fünf Neinstimmen, zwei Enthaltungen und 21 Ja-Stimmen. Für das Foto des gesamten Vorstandes schnappte sich der Jüngste selbstbewusst gleich die fast 100 Jahre alte Fahne der Partei wie eine Lanze, sodass mancher Altgediente gleich etwas zusammenzuckte: Da steckte schon viel Dynamik drin.

Im neuen Vorstand mit dabei sind unter anderem als Stellvertreter Jan Hauke Heinze und als Kassenwartin Birgit Grelck. Sie war kurz vorher erst in die Partei aufgenommen worden. Zu Beisitzern bestimmte die Versammlung Georg Oehlrich, Reinhard Krassau, Nicolai Klüppel, Carsten Hofmann und Marlen Tödt. Fred Freitag wurde als besonders aktives Mitglied vorgeschlagen, konnte sich nicht durchsetzen. Joachim Wilken-Kebeck wurde zum Schriftführer gewählt. Letzterer ist einer der erfahrensten Politiker in Bad Segeberg – und nicht zuletzt dreimal so alt wie sein junger Vorsitzender. . .

Von Wolfgang Glombik

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