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Segeberg So lebten die Wikinger vor rund eintausend Jahren
Lokales Segeberg So lebten die Wikinger vor rund eintausend Jahren
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10:34 07.05.2016
Besucher können im Wildpark das typische Lagerleben nachvollziehen, für Kinder gibt es Spiele- und Bastelangebote. Quelle: Fotos: Domann

Noch ist es ruhig im Wikingerlager an der Osterau. Vor einem Zelt wird gemütlich gefrühstückt, andere Wikinger spülen bereits ihre Holzteller und ihr Besteck ab. Ein paar Wildparkbesucher laufen neugierig durchs Lager, doch erst einmal ist die Fischotter-Fütterung interessanter.

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Sonja Ramisch zeigt das Brettchenweben; schon vor 2000 Jahren wurden so farbige Bänder hergestellt.

Musik und Axtwerfen

Auch heute und morgen lagern die Wikinger noch an der Osterau. Ab 11 Uhr beginnt das Markttreiben in ihrem Lager. Diverse Bastel- und Spielangebote gibt es für Kinder. Auch Erwachsene können sich im Bogenschießen oder Axtwerfen ausprobieren. Außerdem gibt es Kampfvorführungen und musikalische Einlagen der Band „Die Vertriebenen“. sd

Doch plötzlich sind Trommeln zu hören, dazu das melodische Quäken von Dudelsäcken. Die Winkinger haben ihren Marktplatz eröffnet, die Band „Die Vertriebenen“ spielt auf. Langsam kommen die größeren Besuchergruppen ins Camp, staunen über die Kleidung, die Zelte, die Helme. Die ersten Kinder braten Stockbrot überm Feuer, schleifen Speckstein oder angeln nach Drachenbooten.

Etwa 100 Lagernde sind wieder zu Gast an der Osterau. Händler, Gaukler, Handwerker und Kämpfer sind auch bei diesem Wikingerlager mit dabei. Einer von ihnen ist Wikinger Vozzy aus Nordhastedt. Im vergangenen Jahr gehörte er noch zu den Kämpfern, dieses Mal lässt er es ruhiger angehen. Für ihn bedeutet solch ein Lagerleben, eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. „Weg vom Alltagsstress, kein Handy, keine technischen Geräte. Solch eine Woche macht einem deutlich, was man alles nicht braucht“, erzählt Vozzy. Langeweile komme nicht auf, denn wenn man das Lagerleben richtig mache, dann sei man auf Achse. So sei er zum Beispiel für das gemeinsame Abendessen verantwortlich. Mehre Kilogramm Wild müssen gebraten werden. „Bei den Wikingern war Fleisch ein teures Gut. Milchprodukte wie Skyr, Buchweizengrütze und Sauerampfer werden eher Grundnahrungsmittel der Wikinger vor 1200 Jahren gewesen sein.“ Auf Lederarbeiten hat sich Vozzy spezialisiert, mit einem kleinen scharfen Messer ritzt er Muster in Leder. Er zeigt auf einen breiten Gürtel, zwei Rabenköpfe sind zu erkennen. Das sind die Raben „Hugin“ und „Munin“ von Gott Odin.

Eine alte Handwerkskunst hat dagegen Sonja Ramisch aus Barmstedt für sich entdeckt. Sie webt mit Brettchen, durch die Wollfäden laufen. Farbige Bänder entstehen so. 30 bis 40 Zentimeter Band mit einfachem Muster schafft sie in einer Stunde, bei komplizierten Varianten können es auch nur neun Zentimeter sein. Gerade webt sie an einem Muster mit Namen „Birka“, einem wichtigen Handelsplatz der Wikinger in Skandinavien.

Von Silvie Domann

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