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So wenig Besucher wie noch nie im Fledermauszentrum

Bad Segeberg So wenig Besucher wie noch nie im Fledermauszentrum

Nur 38257 Gäste hatte das Fledermauszentrum 2016 und fuhr so wieder dickes Minus ein. Die Stadt musste 186 000 Euro zuschießen.

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Viele Gruppen besuchen jährlich das Noctalis – aber immer noch zu wenig, damit das Zentrum auf einen grünen Zweig kommt.

Quelle: Foto: Roessler

Bad Segeberg. An Reklame fehlt es nicht. Doch scheinen die aufwändig gestalteten Werbeschilder für das Noctalis rund um Bad Segeberg ihre Wirkung zu verfehlen. Denn die Besucherzahlen werden trotz der Kampagne nicht besser, eher schlechter. Im vergangenen Jahr kamen nach Auskunft von Geschäftsführerin Antje Langethal, die gleichzeitig auch Amtsleiterin der Stadt ist, nur noch 38 257 Besucher in das Fledermauszentrum. Absoluter Tiefstand in der zehnjährigen Geschichte des Noctalis. Die Stadt musste 186 000 Euro zuschießen. Jetzt wird der Ruf nach finanzieller Hilfe durch das Land lauter, denn Bad Segeberg kann nicht dauerhaft jährlich ein derart hohes Defizit tragen.

LN-Bild

Nur 38257 Gäste – Noctalis fuhr 2016 wieder dickes Minus ein.

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Alle Versuche, mehr Leute in die sehenswerte Ausstellung über die nachtaktiven Tiere zu locken, fruchteten nicht. Kombi-Ticket verbunden mit einem attraktiven Höhlenbesuch? Oder Speedticket, um noch kurz vor der Karl-May-Vorstellung etwas über Fledermäuse zu lernen? Hat offensichtlich beides wenig gebracht.

Haben Fledermäuse ein Image-Problem? Sie seien nun mal „keine Kuscheltiere“, sagt Langethal. Dazu kommt noch die politische Wetterlage: Wie berichtet hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann gar befürchtet, dass die Fledermäuse, die jetzt in den Kalkberghöhlen in den unschuldigen Winterschlaf versunken sind, in der Öffentlichkeit „als Verhinderer der wichtigen A 20 wahrgenommen werden“. Langethal ist sicher, dass das „Thema Fledermäuse“ seine Interessenten findet. Aber massive Besuchersteigerungen seien hier nicht möglich. Der Ausstellungs-Klotz am Kalkberg muss damit leben, dass sich die Besucherzahlen trotz aller Mühen auf 40 000 einpendeln. Langethal: „Wir brauchen Hilfe, die Stadt kann das nicht alleine leisten.“ Zumal hier Bad Segeberg überregional viel leiste. Die exemplarische Zusammenarbeit mit Tourismus, Naturschutz, Wohnen am Kalkberg müsse landesweit anerkannt werden, fordert sie. Bad Segeberg muss sich schließlich mit gleich drei Flora-Fauna Habitaten auseinandersetzen. „Wir haben hier das wichtigste mitteleuropäische Überwinterungsgebiet für Fledermäuse.“ Und gleich daneben sei die Bildungs- und Forschungseinrichtung Noctalis, mit einer Ausstellung, die jährlich zahlreiche Schulklassen besuchen. So etwas könne sich nicht selbst tragen.

Absolut verkorkst hat es der Gutachter, der sich vor dem Bau des Noctalis kolossal verschätzt hatte. Er ging im Jahre 2005 von 120 000 Besuchern jährlich aus, ganz schlecht laufe es, wenn nur 60 000 kommen. „Mit solchen Besucherzahlen wären wir jetzt glücklich“, sagt Langethal. Immerhin könne das Noctalis jetzt zwei Drittel seines Erlöses selbst erwirtschaften. Die Besucherzahlen ließen sich aber trotz der guten Zusammenarbeit mit den Karl-May-Spielen nicht steigern. Immerhin seien in zehn Jahren über 450 000 Menschen gekommen.

Der Kiosk neben dem Noctalis bleibe im Sommer geöffnet, verspricht Langethal. Das werde aber trotzdem „keine Goldgrube“ werden. Und einfach dichtmachen kann die Stadt ihr defizitäres Tochterunternehmen auch nicht. Dann müsste sie, so erläutert Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld, wegen „der 25-jährigen Bindungsfrist“ über eine Million Euro an Fördermitteln zurückzahlen, die damals in den Bau des Fledermauszentrums geflossen waren. „Dann können wir es auch behalten.“ Trotzdem: Wie berichtet, hat die Stadtvertretung festgelegt, dass die Kosten auf 100 000 Euro gedeckelt werden. Wie? Daran werde noch gearbeitet. Mehr mochte Antje Langethal nicht verraten.

 Wolfgang Glombik

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