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Segeberg Sönke Böckmann und sein kleiner Urlaub
Lokales Segeberg Sönke Böckmann und sein kleiner Urlaub
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20:41 07.06.2017
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Auto Union steht in silberner Schreibschrift aus Metall über dem großflächigen Kühlergrill mit den bekannten vier Ringen, dessen Retro-Form gerade wieder groß in Mode gekommen ist:

Auto Union steht in silberner Schreibschrift aus Metall über dem großflächigen Kühlergrill mit den bekannten vier Ringen, dessen Retro-Form gerade wieder ...

Sönke Böckmann wischt fürs Foto mit dem weichen Ledertuch über die Motorhaube seines DKW, der erstmals unter dem Markennamen Auto Union mit demZusatz 1000S und nicht unter dem Herstellernamen vom Band lief. „Ein Dreizylinder-Zweitakter, Baujahr 1959“, führt der 55-Jährige aus. „Die haben noch ehrlich gestunken“, scherzt er mit Blick auf die aktuellen Vorkommnisse im Abgasskandal bei Audi.

Im Fond noch die beige Erstausstattung, das elfenbeinfarbene Riesenlenkrad mit der Hupe in der Mitte, die von einem goldenen Löwen mit Schwert auf schwarzem Grund geschmückt wird, die filigran wirkende Lenkradschaltung – bestenfalls ein Hebelchen. Auf dem für damalige Verhältnisse geradezu üppig ausgestatteten Armaturenbrett ein zweiter, dieses Mal goldener Schriftzug. „Der Wagen ist selbst im fließenden Verkehr kein Hindernis“, betont der Besitzer, „und es sitzt sich gut drin. Der fährt sich perfekt, das ist wie ein kleiner Urlaub.“ 2012 gekauft, hat der Schmalenseer ihn in drei Jahren restauriert. Diese Art Auto habe ihn sein ganzes Leben lang begleitet.

Dann plaudert Sönke Böckmann aus dem Werdegang der Automarke mit dem Ringe-Logo. Denn die Auto Union war ein Fusionskind von DKW (Dampf-Kraft-Wagen), Horch, Audi (alle) aus Zwickau und der Chemnitzer Zweiradhersteller Wanderer. Die Auto Union wurde 1948 aus dem Handelsregister in Chemnitz gelöscht, und da die Namensrechte nicht gesichert waren, konnte 1949 in Süddeutschland eine neue Auto Union GmbH gegründet werden.

Alte Autos werden immer beliebter

314000

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen, für „Historisch“, waren laut Verband der Automobilindustrie 2016 in Deutschland angemeldet In Traventhal kamen die Fans am Wochenende zum 14. Mal zusammen. Am Straßenrand begrüßten so mancher Schaulustige die alten motorisierten Karossen. Alte Autos werden immer beliebter, bestätigt Stefan Willmann, stellvertretender Vorsitzender vom Motor-Sport-Club Bad Oldesloe (MSC).

In ein paar Wochen kommen die Liebhaber formschöner Technik auf Rädern wieder zusammen: zur Mäcki-Veteranenfahrt des MSC-Holstein beispielsweise durch Stormarn (9. Juli, Start und Ziel: Rohlfshagen). In zwei Etappen geht es von dort über 130 Kilometer durch die Kreise Stormarn und Lauenburg. Die ADAC-Ostholstein Classics in Grömitz (Start und Ziel) sind für Sonntag, 23. Juli geplant. Los geht es gegen 10.30 Uhr auf der Festwiese. Erster Stopp: 13.30 Uhr auf Gut Sierhagen. Nächster 17 Uhr auf der Promenade in Dahme.

Mehr Infos unter www.msc-holstein.de. hil

André Cosica und sein feuerroter Zufall

Ein Fiat 1107A Campagniola, ein Feuerwehrauto mit Hardtop bekommen Autofans nicht alle Tage zu Gesicht. Das feuerrote italienische Gegenstück zum amerikanischen Jeep ist im Besitz von André Coscia.

Wie Mann (Baujahr 1972) und Auto (Baujahr 1981) zusammengekommen sind, darüber könnte der Kieler mit italienischem Vater glatt ein Buch schreiben. Denn eigentlich war er im Internet auf der Suche nach Ersatzteilen der Marke „Campagnolo“ für seinen Drahtesel. Er vertippte sich beim letzten Buchstaben und landete auf einem Mobile-Portal beim Angebot der Feuerwehr Fondo aus der norditalienischen Provinz Trentino, knapp 50 Kilometer von Bozen entfernt. Die wollte ihr in die Jahre gekommenes Fahrzeug, das für sieben Personen zugelassen ist, meistbietend loswerden. 5000 Euro bot Coscia und bekam dafür einen 31 Jahre alten Oldie, der gerade einmal 19 000 Kilometer „auf der Uhr“ hatte. Damit nicht genug: Er ergatterte ein Bahnticket zum Schnäppchenpreis, um das Auto abzuholen und konnte es mit dem letzten Autozug aus Bozen nach Norddeutschland holen , bevor die Bahn dieses Angebot einstellte. „Ich bin direkt zur Zulassungsstelle und bekam problemlos eine Tüv-Plakette. Ist doch klar: Feuerwehren pflegen ihre Fahrzeuge“, sagt Coscia und lacht über die vielen Zufälle: „Sollte alles so sein.“

Lotta Hinz und Opas Cremeschnittchen

Der Renault 4 CV hat schon über 60 Jahre auf dem Buckel, man sieht es ihm an. Und das ist bei dem fahrenden Museum auch gewollt, unterstreicht Lotta Hinz (33). Denn das 19-PS-Cremeschnittchen, den Spitznamen bekam das Auto wegen seiner meist sandfarbenen Lackierung aus Militärrestposten, habe schon eine lange gemeinsame Vergangenheit: „Es war das Auto von meinem Opa, Arno Boller“, sagt die junge Frau aus Nettelsee.

Und der fehlte auf kaum einer Oldtimer-Rallye oder einem Treffen im Norden. Stilecht im Outfit der 1950er Jahre lenkte er das Auto durch die Gegend, hatte immer auch allerlei Gegenstände aus der damaligen Zeit dabei.

Doch vor drei Jahren starb Arno Boller. „Das hier ist das erste Mal, dass ich alleine auf einem Oldtimertreffen bin, aber ich weiß noch nicht, ob ich das öfter machen kann.“ Der graue Kleinwagen mit den vier „Selbstmördertüren“ und dem verschlissenen Koffer auf dem Dachgepäckträger ist ein Hingucker. Die Enkelin steht Rede und Antwort, ganz wie einst Opa Boller. Und geht dabei selbst auf Entdeckungstour: Der runde Plastikknopf am Armaturenbrett entpuppt sich als Aschenbecher und der Choke ist ein winziges Hebelchen im gemusterten Bodenblech nahe der bleistiftdünnen Kupplungsstange.

Lotta Hinz: „Alles Originalzustand.“ TEXTE/FOTOS: HILTROP

LN

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