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Soll die Stadt gegen Tauben vorgehen?

Bad Segeberg Soll die Stadt gegen Tauben vorgehen?

Für den einen sind Segebergs Stadttauben eklige „Ratten der Lüfte“, für den anderen sind es possierliche Tierchen. Die Haltung von Geschäftsfrau Heide Mau ist jedenfalls eindeutig: Die Tiere sind für sie eine Gefahr für Hygiene und Gesundheit und gehörten deshalb eliminiert.

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Gibt es immer mehr Tauben? Vor der Volksbank und umliegenden Lokalen werden sie zur Plage.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg. Die Stadt müsse endlich etwas gegen die Taubenplage in der Fußgängerzone unternehmen, fordert sie.

LN-Bild

Hauseigentümerin fordert Rathaus dazu auf, den Kammerjäger zu rufen – Ordnungsamt verweist auf Tierschutz.

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Mit großem Unbehagen sieht sie, wie gegenüber vom Haus ihrer Familie in der Kirchstraße – hoch oben in der Twiete auf einem Mauer-Vorsprung nahe einem Handy-Geschäft – wieder eine neue Taubengruppe großgezogen wird. Völlig unbehelligt. Überall liegt Dreck. Morgens ist die ganze Straße an vermutlich Bad Segebergs größter „Tauben-Wiege“ vom Gurren und Flattern erfüllt. In Heide Mau’s Ohren keine Musik. „Ich sehe es nicht mehr ein. Das wird ja immer schöner! Die Tauben verunreinigen die Dachrinne an unserem Haus, Regenwasser läuft nicht ab, jetzt muss ich einen Dachdecker kommen lassen, der alles reinigt“, schimpft sie. Das werde mit Gerüst 2500 Euro kosten. Überall in der Straße litten die Fassaden unter ätzendem Taubendreck.

Vor Jahren habe ein Dachdecker von ihr den Auftrag gehabt, die Tiere an ihrem Hause mit Tauben-Pieksern zu vergrämen. Ausgerechnet bei dieser Arbeit stürzte der Mann damals zu Tode. Ein tragischer Unfall, der aber zumindest indirekt auch mit den Tauben zusammenhänge, meint Mau. Sie selbst engagiere sich seit Jahren gegen die Taubenplage. Andernorts würden von der Kommune Kammerjäger engagiert, die die Tauben in den frühen Morgenstunden vergiften. So etwas schlägt sie auch den Stadtvätern Bad Segebergs vor. Denn so schlimm wie in diesem Jahr sei es noch nie gewesen.

Okay, so viel freches Tauben-Geflatter wie auf dem berühmten Markusplatz gibt es auf dem Platz vor der Volksbank noch nicht. Aber umherfliegende Tauben schreckten doch auch die Touristen ab, wenn sie in den umliegenden Lokalen essen. „Wir kommen dagegen nicht mehr an.“Auf der Terrasse ihres Hauses könnten Mieter wegen des Taubendrecks kein Fuß vor den anderen setzen. In anderen Städten werde etwas unternommen, „nur die Stadt Bad Segeberg blockt ab“, klagt Mau. Mehrfach habe sie an die Verwaltung geschrieben – vergeblich. Sie und andere Anlieger planen jetzt in einer der kommenden Ausschusssitzungen die Politiker mit dem Thema zu konfrontieren. Andere Geschäftsleute aus der Fußgängerzone wollen sich hingegen nicht öffentlich äußern – wohl aus Sorge, statt der Tauben die tierschutzbewegte Kundschaft zu „vergrämen“.

Für Hartmut Gieske vom Bad Segeberger Ordnungsamt ist eins klar: Man dürfe Tauben nicht einfach vergiften oder abschießen, Tierschutz gelte auch für Tauben, sagt er auf Nachfrage. Erlaubt seien Vergrämungsmaßnahmen wie „Taubenspikes“, die Nadeln auf den Mauervorsprüngen und Regenrinnen. Doch das müssten Hauseigentümer selbst veranlassen. Gieske versprach den LN, sich bei Experten vom Veterinäramt nach weiteren Vergrämungsmaßnahmen zu erkundigen und Bürger bei Bedarf zu informieren. Bad Segeberg sei nicht Venedig, wo Tauben die Touristenattraktion sind . . .

Rattenplage in der Großen Seestraße wird jetzt massiv bekämpft

Nicht nur Tauben, auch Ratten können Bürger verschrecken. In der Großen Seestraße, ausgerechnet auf dem Weg zu Bad Segebergs Flaniermeile, der Seepromenade, wurden in den vergangenen Monaten häufiger Ratten gesehen, die sich fast zutraulich den Passanten näherten und die Nähe zum Menschen offenbar gewohnt waren. Manchmal reagierten die Tiere auch nicht, wenn man versuchte, sie wegzujagen, erfuhren die LN. Für die Stadt ist das sensibles Terrain, gehen hier doch viele Touristen vorbei.

Hartmut Gieske vom Bad Segeberger Ordnungsamt bestätigte den LN, dass Anwohner sich über Ratten beschwert haben. Tatsächlich musste in diesem Fall ein Schädlingsbekämpfer gerufen werden, der „mit geeigneten Mitteln“ versuche die Plage einzudämmen. Gieske: „Da werden jetzt massiv Ratten bekämpft.“ Auch der Bauhof helfe mit und lege in Kanalschächten der Umgebung Köder aus. „Von Ratten gehen auch Krankheiten aus, da können wir die Grundstückseigentümer in die Pflicht nehmen“, so Gieske. Die zuständige Veterinärin hatte sich am Grundstück umgesehen und festgestellt, dass es dort nicht nur den Hühnern gut ging, sondern auch die Ratten glänzendes Fell hatten. Denen ging es zu gut. Hier musste reagiert werden. Der Grundstückseigentümer sei vom Amt aufgefordert worden, Rattenbekämpfung durchzuführen, genau das passiere jetzt. Schon durch die Nähe zum See und den Feuchtwiesen lasse sich auf Dauer nicht verhindern, dass dort Ratten auftauchten, so Gieske. wgl

 Wolfgang Glombik

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