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Segeberg Sommer-Schulprogramm für BBZ-Flüchtlinge
Lokales Segeberg Sommer-Schulprogramm für BBZ-Flüchtlinge
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21:22 29.08.2016
Vorfahrtsregeln und Verkehrszeichen bringt der frühere Polizist Harald Poppe (l.) den Flüchtlingen vom Berufsbildungszentrum bei. Quelle: nam

Sechs Wochen Sommerferien sind bei Schülern in der Regel heiß ersehnt – und viel zu schnell rum. Für junge Flüchtlinge allerdings, die noch dabei sind, die deutsche Sprache zu erlernen, ist das eine lange Pause – nicht nur für ihre intensiven Sprachübungen im DaZ-Unterricht (Deutsch als Fremdsprache), sondern auch für ihren Tagesablauf. Für die Flüchtlingsschüler des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Bad Segeberg gab es deshalb ein Sommerprogramm – finanziert aus Spendengeldern und Mitteln des Kreises.

In der letzten Ferienwoche wird es nochmal intensiv für die Jugendlichen. Täglich von 9.30 bis 13 Uhr haben sie kombinierten Deutschunterricht und Sportstunden. Eine der vier Gruppen sitzt am Montag bei Harald Poppe, ehemaliger Polizist und bekannter Verkehrserzieher, im Unterricht. „Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat“, steht gerade an der Wand. Auf Deutsch und in arabischer Sprache.

„Jeder hat sich an Regeln und Gesetze zu halten.“ Regeln sind Gesetze und an die hat man sich zu halten, vermittelt auch Poppe gleich zu Beginn. Dazu gehören auch Verkehrsregeln. Man läuft nicht auf der Straße, Vorfahrtsregeln und die zugehörigen Verkehrszeichen werden vermittelt. Einiges kennen seine Schützlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Iran bereits. „Die wichtigste Botschaft lautet, Ohren und Augen aufmachen, damit Unfälle vermieden werden“, so Poppe.

160 Flüchtlingsschüler hatte das BBZ vor den Ferien, knapp 50 seien dann in Maßnahmen der Arbeitsagentur gerutscht, sagt BBZ-Leiter Heinz Sandbrink. Das Ferienprogramm sei freiwillig. Etwa 60 der verbliebenen Migranten hätten sich dafür gemeldet. „In der ersten Woche hatten wir voll Unterricht“, so Sandbrink. Geführt von Honorarkräften der Volkshochschule. In den Wochen zwei bis fünf hatten die Flüchtlinge die Möglichkeit, einmal in der Woche mit Wolfgang Fortwängler Sport zu machen. Badminton, Futsal, Basketball und Volleyball hat Fortwängler den Schülern angeboten. Sprache auf dem Feld, ganz klar: Deutsch.

In der letzten Ferienwoche kommen zum Sportunterricht auch wieder Deutschstunden dazu. Außerdem die Verkehrserziehung und ein weitere Schwerpunkt sei die Arbeit in einer Fahrradwerkstatt, berichtet Kathrin Domanowski, die das Ferienprogramm entwickelt hat. 6000 Euro kostet das Programm plus Personal des BBZ. Den Löwenanteil hat eine Stiftung gespendet, die anonym bleiben wolle, sagt Landrat Jan Peter Schröder. Der Kreis als Schulträger habe etwa 2000 Euro beigesteuert.

nam

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