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Segeberg Sommer, Sonne, Segeberg: Alle wollen nur Wasser
Lokales Segeberg Sommer, Sonne, Segeberg: Alle wollen nur Wasser
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22:05 26.07.2018
Pausendusche: Susanne Thile aus Brandenburg findet die Idee einfach klasse.
Bad Segeberg

„15 Prozent Plus zum Vorjahr. Es ist eine erfreuliche Entwicklung“, frohlockt German Reichert von Getränkehersteller Hansa-Heemann. „Unsere Grundwasserleiter liegen sehr tief. Diese Hitzeperiode tangiert sie gar nicht“, macht er gleichzeitig klar, dass das Mineralwasser aus Trappenkamp weiter sprudelt. Bei den Getränkehändlern dagegen ist teilweise Ebbe: „Manche Marken haben wir nicht mehr im Regal“, bestätigt Jens Ovens (52), dass es teilweise bei Firmen sehr wohl zu Lieferengpässen kommt. Ins Schwitzen geraten der Leiter des Getränkemarktes Hoffmann an der Ziegelstraße aber aus einem ganz anderen Grund: Die Nachfrage sei so groß und das Personal so knapp, „dass wir es nicht mehr schaffen, auszuliefern“. Diesen Service könne man nur noch eingeschränkt anbieten.

35 Grad Celsius: Da gießen Bad Segeberger Bürger trockene Stadtbäume, um sie zu retten, und am Kalkberg werden den Karl-May-Besuchern Wassernebel- und Rasensprengerduschen spendiert. Die Mineralwasserhersteller jubeln, denn die Geschäfte laufen prächtig. Nur die Getränkehändler, die kommen angesichts der großen Nachfrage noch mehr ins Schwitzen.

Die Segeberger trinken nicht nur viel Wasser, wie die Ärzte es bei diesen Temperaturen dringend anraten. Sie verhalten sich ganz offensichtlich auch sonst dem Wetter gut angepasst. Lediglich einen auf die Hitze zurückzuführenden Schwächeanfall habe es in den Segeberger Kliniken jetzt gegeben, so Sprecher Robert Quentin. „Das war eine Frau aus einem Sonnenstudio . . .“

Nasse Tücher für Kopf und Hals, Hüte, Mützen und auch mal einen Schirm gegen die Sonne, damit helfen sich die Karl-May-Besucher. Extra-Service der Kalkberg GmbH ist die dankbar angenommene Gratiserfrischung mit Sprühnebel- und Rasensprengerduschen – auch für die Tiere. „Eine klasse Idee“, lobt Besucherin Susanne Thile.

„Und wir werden den Sprühnebel nächste Woche noch erweitern“, verspricht Veranstaltungsleiter Rudi Surm. Zur Sicherheit ist auch das Rot-Kreuz-Team im Stadion aufgestockt worden. Surm: „Wir haben es von vier auf acht Haupt- und Ehrenamtler verdoppelt. Außerdem steht ein zusätzlicher Rettungswagen mit Besatzung bereit.“

Erste Hilfe rollt langsam auch für Bad Segebergs Bäume an. Wie viele Bürger dem Aufruf der Stadt folgen und die Straßenbäume gießen, ist nicht bekannt. Aber einer, der literweise ranschleppt, ist Winfried Bachmann. Er versorgt einige, „denen man es ansieht, dass sie unter der Hitze leiden“, in der Kurhausstraße. Nachahmen erwünscht, denn wenn man sich die Neuanpflanzungen ansieht, die an der Lindhofstraße verdorrt sind, wird deutlich, dass die Trockenheit ein teures Nachspiel haben kann.

LN

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