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Segeberg Spendenprojekt: Steine gegen Scheine
Lokales Segeberg Spendenprojekt: Steine gegen Scheine
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18:38 16.06.2018
Der iranische Künstler Mehdi Azimi-Aref (li.) und seine Frau Sarah Soluki haben die Prototypen der Segeberger Mariensteine angefertigt. Professor Asmus J. Hintz, Vorsitzender des Fördervereins Marienkirche, ist von dem Ergebnis begeistert. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Bad Segeberg

„Meine Frau und ich hatten bereits hin und her überlegt, wie wir zeigen können, dass die Marienkirche nicht nur eine neue Orgel braucht, sondern dass auch die Wände saniert werden müssen. Einig waren wir uns bereits, dass es etwas mit oder aus Stein sein sollte“, erzählt Professor Asmus J. Hintz, Vorsitzender des Fördervereins Marienkirche, der sich extra gegründet hat, um die Sanierung und den Erhalt der Backsteinkirche zu unterstützen. Ein Artikel in den Lübecker Nachrichten vom 10. Januar 2018 über den iranischen Künstler Mehdi Azimi-Aref, der seit einem Jahr mit seiner Frau Sarah Soluki in Bebensee wohnt, kam dann zur richtigen Zeit. „Wir haben den Artikel gelesen und bei meiner Frau und mir hat es Klick gemacht“, so Hintz.

Orgel ist Orgel und Wände sind Wände: Der Zahn der Zeit nagt an der mehr als 850 Jahre alten Marienkirche, deren Innenraum ebenfalls dringend ein Update braucht. Um dafür Spenden einzuwerben, hat der Förderverein als neustes Projekt die „Segeberger Mariensteine“ersonnen.

Schnell war ein Kontakt hergestellt und der 34-jährige Iraner, der sich in seinem Heimatland vor allem mit großformatigen Reliefs und Mosaiken einen Namen gemacht hat, die an den Wänden von luxuriösen Hotels und Restaurants, in Banken, in U-Bahn-Stationen und sogar im Teheraner Zoo zu finden sind, machte sich an die Arbeit. „Seine Entwürfe haben uns von Anfang an begeistert“, schwärmt Asmus Hintz von den gleichermaßen schlichten wie ansprechenden Ziegeln aus rotem Ton, die das Arkantusblatt aus dem Logo des Fördervereins tragen.

Sie soll es zum Auftakt der Segeberger Marientage im kommenden Jahr in verschiedenen Ausführungen geben: natur und glasiert, farblos oder mit coloriertem Logo des Förderereins. Auf Wunsch wird der Künstler sogar vor dem Brand einen Namen oder eine Widmung in den Ton einarbeiten. Bei der Herstellung der Segeberger Mariensteine arbeiten Mehdi Azimi-Aref und seine Frau Sarah Soluki Hand in Hand.

Er bringt den Ton in Form. Sie glasiert auf Wunsch die Arkantusblätter.

Für den Vorsitzenden des Fördervereins Marienkirche sind die Segeberger Mariensteine nicht nur schön anzusehen, sondern gleichzeitig auch ein Spendenbeleg. Für den naturbelassenen Tonziegel ist nach derzeitiger Planung eine Spende in Höhe von 25 Euro vorgesehen, glasiert für 30 Euro. Mit coloriertem Arkantusblatt auf naturbelassenem Ton sind 50 Euro angedacht, glasiert 60 Euro. Auch mit silbernem und goldenem Blatt soll es die Ziegel geben, für die dann aber Spenden über 100 Euro eingehen sollten.

Ob die Segeberger Mariensteine als Beleg für die Spendebereitschaft auch einen sichtbaren Platz im Eingangsbereich oder im Kircheninneren finden könnten, ist noch nicht abschließend geklärt. „Wir sind noch auf der Ideensuche und müssen erst noch klären, wie der Denkmalschutz dazu steht“, sagt der Vorsitzende des Förderverweins, der mit seiner Frau demnächst auch unter die Bäcker gehen wird, denn Mehdi Azimi-Aref hat nicht nur die Formen für die Segeberger Mariensteine angefertigt, sondern auch für die „Segeberger Marienkekse“, die zur Weihnachtszeit verkauft werden sollen.

Info

In den Jahren 2009 bis 2010 hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Segeberg 1,35 Millionen Euro in die Marienkirche investiert. Der Dachstuhl wurde saniert, die Heizungsanlage erneuert, das äußere Mauerwerk und Fenster repariert und saniert. Die Sanierung des Kircheninnenraums mit neuer Elektroinstallation ist mit weiteren 1,6 Millionen Euro veranschlagt. Zusätzliche Informationen unter www.marienkirche-foerderverein.de.

Petra Dreu

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