Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Spender auf Stippvisite beim Tennisclub
Lokales Segeberg Spender auf Stippvisite beim Tennisclub
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:19 12.10.2016
Das Konterfei seiner Schwester Lilly Studt auf dem Tennisplatz weckte Erinnerungen bei Klaus Hinkelmann, der seit 50 Jahren in Virginia lebt. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Gerührt steht Klaus Hinkelmann (84) vor der Bande am Tennisplatz, die das Konterfei seiner Schwester Lilly Studt auf blauem Grund zeigt. Wie sie ist er in Bad Segeberg geboren und aufgewachsen, sie war seine wichtigste Bezugsperson. Auch als Erwachsene waren beide eng verbunden – trotz der vielen Flugstunden, die zwischen ihnen lagen. Denn 1966, als seine Schwester Erfolge als Tennisspielerin feierte, zog es Klaus Hinkelmann und seine Frau Christa nach Blacksberg im US-Bundesstaat Virginia. In der Universitätsstadt promovierte er und blieb letztendlich „hängen“, um als Professor für mathematische Statistik Anerkennung zu finden.

Das Andenken an seine Schwester ließ sich Klaus Hinkelmann 50000 Euro kosten.

„Tennis war ihr Leben. Der Tennisclub hat ihr geholfen.“ Klaus Hinkelmann

Finanziell geht es ihm, seiner Frau Christa und dem gemeinsamen Sohn gut. Aber als Kind hat Klaus Hinkelmann auch andere Zeiten erlebt, in denen das Geld nicht im Überfluss vorhanden war.

Tennisunterricht für seine Schwester Lilly hätte die Familie nicht finanzieren können. Aber damals gab es Menschen im Segeberger Tennisclub, die das Talent der kleinen Lilly erkannt haben. Sie förderten sie, brachten ihr alles bei, was sie konnten, und trugen somit dazu bei, dass aus Lilly Hinkelmann eine erfolgreiche Tennisspielerin wurde, die es sogar bis zur Landesmeisterin gebracht hatte. 2011 starb Lilly, die nach ihrer Heirat Studt mit Nachnamen hieß und zuletzt in der Villa am Großen Segeberger See gelebt hat, in der sich heute das Café „Goldmarie“ befindet.

Seine enge Verbundenheit zu Lilly brachte er auch nach ihrem Tod zum Ausdruck. „Ich wollte etwas tun, um meine Schwester zu ehren. Tennis war ihr Leben. Der Segeberger Tennisclub hat ihr damals sehr geholfen. Das wollte ich anerkennen“, sagt Hinkelmann, der dem Tennisclub drei Jahre nach dem Tod seiner Schwester 50000 Euro überwies. Eine Bedingung hatte er: Wie damals seiner Schwester geholfen wurde, sollte ein Teil des Geldes für die Jugendförderung verwendet werden.

Der unerwartete Geldsegen kam dem Tennisclub mehr als gelegen, denn nicht nur die Außenplätze brauchten eine Verjüngungskur, sondern auch die Tennishalle war dringend sanierungsbedürftig. Der Vorstand erstellte ein Konzept, das auch Klaus Hinkelmann zusagte. 20 000 Euro investierte der Tennisclub in die Gründung eines Fördervereins für die Tennisjugend. Weitere 20 000 Euro wurden für die Sanierung der Halle verwendet, 10 000 Euro wanderten in die Verschönerung der Außenplätze. Am Montag stattete Klaus Hinkelmann, der 63 Jahre nach der Schulentlassung zu einem Klassentreffen in Bad Segeberg weilte, auch dem Tennisclub einen Besuch ab. Das Andenken an seine Schwester, von der ein Großteil ihrer gewonnen Pokale im Club ausgestellt sind, weiß er nun in guten Händen.

 Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige