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Sportlerheim: SC Wakendorf muss 72 000 Euro zurückzahlen

Wakendorf I Sportlerheim: SC Wakendorf muss 72 000 Euro zurückzahlen

Der Verein sollte beim Bau des neuen Sportlerheims mehrere Arbeiten in Eigenleistung erbringen. Die Gemeinde geht nun zunächst in Vorleistung, verlangt die Mehrausgaben aber von den Sportlern zurück.

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Das neue Sportlerheim in Wakendorf I wurde teurer als erwartet, weil der Sportclub Eigenleistungen nicht erbringen konnte. Offen ist noch eine Rechnung über 72500 Euro, über die heute die Gemeindevertretung entscheiden will.

Quelle: Fotos: Dreu (2/2*)

Wakendorf I. „Wer die Musik bestellt, der zahlt sie auch“: Würde sich die Gemeinde Wakendorf I auf diesen simplen Grundsatz ausruhen, könnten Folgen entstehen, die rein gar nicht im Sinne der Gemeinde wären. Der Antrag des Sportclubs Wakendorf an die Gemeinde, die Mehrkosten für den Bau des neuen Sportlerheims zu übernehmen, steht inzwischen zum zweiten Mal auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung (heute, 19.30 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus). Diese Mehrkosten sind nämlich keine Lappalie, sondern tun einer kleinen Gemeinde wie Wakendorf I immens weh. Es geht um immerhin 72000 Euro, die der Sportverein eigentlich in Eigenleistung in das neue Sportlerheim einbringen wollte, dann aber offenbar nicht konnte.

 

LN-Bild

„Wir hatten nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Stimmen wir nicht zu, fährt der Verein an die Wand.“Kurt Böttger, Bürgermeister

Quelle:
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„Wir hatten nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Stimmen wir nicht zu, fährt der Verein an die Wand.“Kurt Böttger, Bürgermeister

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„Wir hatten nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Stimmen wir nicht zu, fährt der Verein an die Wand.“Kurt Böttger, Bürgermeister

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„Wir hatten nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Stimmen wir nicht zu, fährt der Verein an die Wand.“Kurt Böttger, Bürgermeister

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224000 Euro hat das blau gestrichene Sportlerheim in Holzbauweise gekostet. Daran hat sich die Gemeinde bereits mit 70000 Euro beteiligt. Es gab Zuschüsse vom Land und vom Kreis.

Der Sportverein wollte sich in Form von „Manpower“ einbringen. Doch genau daran haperte es schließlich. „Wie das oft so ist, wenn man die Leute braucht, sind sie nicht da“, sagte Oliver Rieken, Chef des rund 100 Mitglieder starken Sportclubs. Er hatte selbst Arbeiten im neuen Sportlerheim übernommen. Auch die gesamte Dämmung hatten er und seine Mitstreiter in Eigenregie ausführen wollen. „Das ging dann aber nicht“, so Rieken. Diese Arbeit habe schließlich ein ortsansässiger Tischler erledigt, der dafür bis heute auf sein Geld wartet.

„Wir hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera“, sagt Wakendorfs Bürgermeister Kurt Böttger, der den Antrag des Sportvereins auf Übernahme der Mehrkosten bereits zum zweiten Mal auf die Tagesordnung seiner Gemeindevertretung gesetzt hat. Die Kosten ohne Wenn und Aber zu übernehmen, sei für ihn und die anderen Kommunalpolitiker allerdings nicht infrage gekommen.

„Wenn wir uns stur gestellt hätten, hätten wird den Sportverein an die Wand gefahren, und auch für den Tischlereibetrieb hätte das schnell zu einer Katastrophe werden können“, sagt Kurt Böttger, der schließlich zusammen mit seinen gemeindlichen Mitstreitern und Vertretern des Sportvereins an einem Tisch gesessen hat, um eine Lösung zu finden. Dabei seien sie von einer Rechtsanwältin beraten worden. Herausgekommen ist ein Vertrag, in dem bereits im Vorfeld alle Eventualitäten geregelt worden sind.

Danach begleicht die Gemeinde die noch offene Rechnung an den Tischler in Höhe von rund 72000 Euro. Der SC Wakendorf verpflichtet sich, dieses Geld innerhalb von 20 Jahren zurückzuzahlen. Der Sportverein ist zuversichtlich, diese Rückzahlung auch leisten zu können. Dabei helfen soll nicht nur eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge, die momentan kreisweit im untersten Level angesiedelt sind. „Wir haben jetzt Monatsbeiträge von zehn Euro. Wenn wir zwei Euro draufschlagen, dürfte das kein Problem sein“, hofft Rieken.

Er und seine Mitstreiter hoffen zudem, die Mitgliederzahlen steigern zu können. Bislang gehören Fußball und Step-Aerobic sowie Volleyball in der Grundschule Neuengörs zum Angebot. Außerdem gibt es zwei Yoga-Gruppen, Zumba ist ebenfalls möglich. Mit Tanzangeboten, einer Angelsparte und einer Boulebahn wollen die Wakendorfer zusätzliche Anreize für neue Mitglieder schaffen.

 Petra Dreu

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