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Sprechende Bilder: Piktogramme helfen über Sprachhürden

Bad Segeberg/Wahlstedt Sprechende Bilder: Piktogramme helfen über Sprachhürden

Ob Medikamente in Apotheken oder Abfalltrennen beim WZV: Einfache Symbole mit eindeutiger Aussage helfen bei der Kommunikation mit Flüchtlingen.

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WZV-Mitarbeiterin Katja Finnern mit der neuen WZV-Abfallbroschüre, die es mittlerweile in sechs Sprachen und mit Piktogrammen gibt.

Bad Segeberg. Das laufende Strichmännchen auf grünem Grund, von dem jeder weiß, dass es für „Notausgang“ steht, versteht jeder, egal welche Sprache er spricht. Das Piktogramm gehört zum Alltag wie das geschriebene Wort. Aber was könnte wohl ein Warndreieck bedeuten, in dessen Mitte ein Mann dargestellt ist, der auf eine Toilette zustürzt, in die drei Pfeile zeigen? Die Antwort: Durchfall. Und zwar als mögliche Nebenwirkung eines Medikaments. 85 Symbole sollen die Kommunikation zwischen Kunden und Apotheker erleichtern. Herausgegeben werden sie von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

„Viele der Flüchtlinge aus Syrien sprechen sehr gut Englisch. In Teilen Afrikas ist Französisch Landessprache, und dann kann ich meine rudimentären Schulbrocken hervorholen, aber die Piktogramme sind deutlich hilfreicher“, sagt Apothekerin Heike Dölchow und blättert in mehreren DIN A4-Seiten mit den verschiedensten Bildchen: Männchen, die sich an den Kopf fassen, Spiralen, die Schwindel andeuten, jemand, der sich am Arm kratzt (Juckreiz) oder ein Glas Wasser und eine Tablette. Nebenwirkungen (immer im Warndreieck), Darreichungsformen und Dinge, die bei der Einnahme bestimmter Medikamente zu beachten sind, sind im Miniformat aufs Notwendigste reduziert dargestellt. Im Notfall reicht beinahe ein einziger Fingerzeig. Deutsch zu lernen, steht bei Flüchtlingen und Asylbewerbern zwar ganz oben auf der Agenda. Doch Sprachbarrieren zu überwinden, ist dennoch eine der ganz hohen Hürden. Piktogramme, also einfache Bilder für wichtige Hinweise, haben mittlerweile in viele Bereiche des Lebens Einzug gehalten. Das ist auch eine Form von Barrierefreiheit.

„Zusätzlich haben wir die wichtigsten Fragen auf Arabisch zum Ankreuzen“, ergänzt Heike Dölchow. „Das klappt alles gut, ein totales Chaos ist dagegen der bürokratische Umgang mit Rezepten“, ergänzt sie. Denn sie müsse vor der Ausgabe eines Medikaments zunächst das Rezept an eine Fachstelle im Kreis mit der Bitte um Kostenübernahme faxen. Die Beantwortung könne bis zu 48 Stunden dauern, ärgert sich die Apothekerin.

Beim Wege-Zweckverband (WZV) hat man sich mittlerweile ebenfalls auf die Flüchtlingssituation eingestellt. „Wir haben gemerkt, wie wichtig es den Deutschen ist, dass der Müll richtig getrennt wird“, so WZV-Verbandsvorsteher Jens Kretschmer. Damit sich ausländische Mitbürger im Abfallsystem leichter zurechtfinden, habe man reagiert: Neben einfachen Piktogrammen im neuen Abfallkalender ist in arabischer, armenischer als auch in albanischer Sprache akribisch aufgezählt, was wo in welche Tonne oder welchen Sack gehört — auch auf Englisch, Russisch und Türkisch sind die Infos übersetzt worden. „Ein kleiner Beitrag zur Integration“, ist Kretschmer sicher.

Der Vorläufer der Schrift
Piktogramme, neudeutsch auch Icons, stellen Inhalte vereinfacht in Bildern dar. Aus ihnen entwickelten sich beispielsweise die chinesischen Schriftzeichen oder die ägyptische Hieroglyphen. Auch Emoticons in sozialen Netzwerken sind Piktogramme. 2014 schrieb der Schweizer Felix Steinle sogar eine Masterarbeit über das Piktogramm als Sprachersatz. hil

Heike Hiltrop

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