Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg St. Marien erstrahlt zur letzten Flut im blauen Licht
Lokales Segeberg St. Marien erstrahlt zur letzten Flut im blauen Licht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:26 16.03.2016
Andreas Johannes Maurer-Büntjen dirigiert bei einer Probe das Segeberger Sinfonieorchester. Quelle: Domann

Es ist fünf vor Zwölf. Dauerregen, der Meeresspiegel steigt stetig, Inseln und niedrig gelegene Landflächen stehen schon längst unter Wasser. Menschenlawinen flüchten vor den Wassermassen. In blaues Licht ist die Bad Segeberger Marienkirche getaucht, ein Projektor erzeugt Wellen. Die gespenstisch-bedrohliche Stimmung wird von der Musik aufgenommen: „Die letzte Flut“ heißt das Oratorium, das am Freitag uraufgeführt wird.

Gewaltige Töne, die aufrütteln und keineswegs gefallen sollen, erklingen. Denn noch hat der Mensch nicht verstanden, dass er Schuld an der großen Flut hat. Dass er durch Gier nach Macht und Reichtum die Erde ausgebeutet, das Klima verändert und sämtlichen Lebewesen die Existenz geraubt hat. Der erweiterte Gospelchor und das Segeberger Sinfonieorchester proben das Oratorium.

Über zwei Jahre lang hat sich Popular-Kirchenmusiker Jan Simowitsch Gedanken um das Thema gemacht. Etwa eineinhalb Jahre hat er für die Komposition des Oratoriums benötigt. Ein Zeitraum, in dem er sonst zwei Stücke geschrieben hat. Für den Text ist wieder einmal Johannes Hoffmann verantwortlich. Dieses Mal haben sich die beiden für Deutsch entschieden: „Die letzte Flut geht uns alle an.“

Da die Noten für ein Sinfonieorchester geschrieben wurden, hat Simowitsch seinen Gospelchor aufgestockt. Etwa 15 Sänger mehr hat er für sein vorerst letztes Projekt als Kantor gewinnen können. „Es ist ein gutes Gefühl, mit solch einem großen Werk hier die Arbeit zu beenden. Das ist der Höhepunkt", sagt der 35-Jährige und freut sich. Die neue Arbeit als Leiter des Fachbereichs Popularmusik der Nordkirche sei interessant und mache Spaß, doch ein wenig werde ihm das Musizieren mit seinen verschiedenen Gruppen fehlen.

Seit November wird intensiv geprobt. Eine Umstellung für den Gospelchor, denn das Oratorium hat kaum Pop- oder Gospelelemente. „Es ist ungewohnte Musik und durchaus kniffelig zu singen“. Simowitsch ist sehr zufrieden mit der Chorleistung und freut sich auf die Uraufführung: „Das Oratorium wird so nie wieder aufgeführt werden. Es ist eben die letzte Flut.“ Die musikalische Leitung des Projektes hat sein Kollege Andreas Maurer-Büntjen, für das Lichtdesign ist erneut Frank Golchert zuständig.

„Die letzte Flut“ wird am Freitag, 18. und Sonnabend, 19. März, jeweils ab 19 Uhr aufgeführt. Karten ab sieben Euro in der Buchhandlung „Das Druckwerk“ und unter www.kirche-segeberg.de

Von Silvie Domann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach Prozess um vorgetäuschte Straftat sei Marina Webers Glaubwürdigkeit beschädigt.

16.03.2016

„Aus einem Fenster raucht‘s“: Diese Meldung erreichte Bad Segebergs Feuerwehr gestern gegen 11 Uhr aus einem Wohnblock am Glindenberg.

16.03.2016

Klein Gladebrügge setzt nach Ärger mit der Telekom jetzt auf den WZV beim Thema Glasfaser.

16.03.2016
Anzeige