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Segeberg Betrugsverdacht gegen Eintracht: Staatsanwaltschaft ermittelt
Lokales Segeberg Betrugsverdacht gegen Eintracht: Staatsanwaltschaft ermittelt
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20:04 29.10.2018
SC Rönnau und Eintracht Segeberg liegen im Clinch. Rönnau hat Anzeige erstattet, nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Betrug. Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg/Kiel

Die Scheidung zwischen Eintracht Segeberg und dem SC Rönnau ist vollzogen. Die Spielgemeinschaft Rönnau-Segeberg gibt es seit dem 30. Juni nicht mehr. Geblieben sind die schweren Vorwürfe, die zum Bruch geführt haben sollen und die der SC Rönnau gegen den Vorstand der Eintracht erhebt. Sie beschäftigen nun die Staatsanwaltschaft Kiel. Vergangene Woche waren Polizei und Staatsanwaltschaft in Segeberg unterwegs, um Akten sicherzustellen: sowohl im Rathaus von Bad Segeberg, als auch beim Kreis, im Büro der Eintracht und beim SC Rönnau. Das bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Dr. Henning Haderle.

Konkret gehe es dabei um Betrug durch falsche oder überhöhte Abrechnungen von Übungsleiter-Entschädigungen: „Es sollen Auszahlungen geleistet worden sein für Dinge, die nicht erbracht worden sein sollen“, so Haderle weiter. Derzeit gehen die Ermittlungsbehörden von einem „möglichen Vermögensschaden zum Nachteil des Kreises Segeberg und der Stadt Bad Segeberg im unteren vierstelligen Bereich“ aus. Die Durchsuchungen stützen sich auf einen Anfangsverdacht, betont Haderle.

Bereits im Frühjahr hatte der SC Rönnau Strafanzeige gegen die Eintracht erstattet (die LN berichteten). Aus SCR-Sicht seien Trainerstunden eines lizenzierten Coaches auf Initiative eines Vorstandsmitgliedes der Eintracht abgerechnet worden, die nie stattgefunden hätten. Dabei habe es sich um einen Betrag von etwa 1000 Euro gehandelt, so Conrad Ilgmann: „Aber das Fass, das dahinter steht, könnte viel größer sein.“ Er verweist auf einen Bericht des Kreissportverbandes, der jedoch alle Vereine betrifft. Darin heißt es, dass die „seit Jahren rückläufigen Mitgliederzahlen sich bisher nicht auf die abgerechneten Übungsleiterstunden ausgewirkt haben“. Sie seien sogar um vier Prozent gestiegen.

Mehr als 300 000 Euro Sportförderung, vor allem für Übungsleiter

Gut 30 000 Euro zahle allein die Stadt Bad Segeberg anteilig jährlich für Trainerstunden in allen Vereinen, sagt Bürgermeister Dieter Schönfeld. Der Kreis Segeberg investiert in die Sportförderung in diesem Jahr 306 600 Euro, der größte Batzen davon entfällt auf Entschädigungen für Übungsleiter. Bisher wurden die nur im Kinder- und Jugendbereich finanziell unterstützt. Zusätzlich fördert der Kreis seit 2018 jede Übungsstunde mit drei Euro, vorher waren es 2,50 Euro. Die Vereine und die jeweils zuständigen Gemeinden müssen sich dabei mit einem mindestens gleich hohen Betrag beteiligen, heißt es seitens des Kreises.

Nicht nur die Staatsanwaltschaft Kiel unternimmt Untersuchungen in dem Fall: Auch das Gericht des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) will sich mit den Vorfällen um das Aus der Spielgemeinschaft befassen. Hier steht die Umschreibung von Spielerpässen zugunsten der Eintracht im Fokus. „Wir haben Fußballer, die sind bei uns Mitglied, im Spielerpass steht aber die Eintracht“, kritisierte Ilgmann bereits im Mai, und der Sprecher des SHFV, Karsten Tolle, bestätigte seinerzeit: „Der im Spielpass eingetragene Verein muss auch der Mitgliedsverein sein.“ Auf weitere Aussagen des SHFV warte der SC Rönnau bisher vergeblich. Ilgmann: „Seit drei Monaten haben wir nichts mehr gehört.“

„Der Fall, den der SC Rönnau hochkochen will, ist gar nicht eingereicht worden und somit gar nicht zur Abrechnung gekommen “, kontert Hans-Heinrich Meins aus dem Eintracht-Vorstand. Bei Eintracht Segeberg sieht man sich auch als Opfer. Laut Meins soll ein ehemaliges Vorstandsmitglied des Vereins sich selbst belastet und falsche Abrechnungen eingeräumt haben. „Beweisen können wir das nicht, das ist unser Dilemma.“ Er glaubt an eine Retourkutsche nach dessen offenbar nicht ganz freiwilligem Ausscheiden. Einige Vorwürfe seien eindeutig falsch, sagt Meins. Aber er schließe nicht aus, dass unter Umständen auch „krumme Dinger“ gelaufen seien.

Geregelt ist dagegen die Sache mit dem Förderverein. Mit ihm wurden nach außen hin Sponsorengelder für die Spielgemeinschaft eingeworben, die aber zum größten Teil in die Eintracht-Kasse geflossen sein sollen. Das Amtsgericht Kiel bestätigte im Frühjahr, dass es gar keinen Förderverein der SG, sehr wohl aber einen für die Eintracht gebe. Das bestätigte auch Hans-Heinrich Meins. Seit der Trennung der Spielgemeinschaft Rönnau-Segeberg werden auch keine Gelder für sie mehr eingeworben.

Heike Hiltrop

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