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Segeberg Stadt hofft auf Zuschüsse für Obelisk-Rettung
Lokales Segeberg Stadt hofft auf Zuschüsse für Obelisk-Rettung
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22:15 25.09.2013
Unscheinbares Denkmal, aber mit großer landesweiter Bedeutung: der Rantzau-Obelisk. Quelle: Foto: Spreer

Landesweit hat er große Bedeutung, doch in der Stadt nimmt kaum einer Notiz von ihm: Bad Segebergs Rantzau-Obelisk von 1590 an der Hamburger Straße, eine Sandstein-Stele, ist der Stadt historisch bedeutsamstes Denkmal. Heinrich Rantzau, Statthalter des dänischen Königshauses in Schleswig und Holstein, ließ ihn einst zu Ehren des 1588 verstorbene Königs Friedrich II bauen. Nun berieten die Stadtvertreter, wann die Restaurierung für das verwitternde und bröselnde Zeugnis alter Zeit erfolgen soll.

Gutachterin Stephanie Silligmann war aufgefallen, dass Segebergs Obelisk nicht einmal auf der Homepage der Stadt erwähnt werde. Laut ihren Untersuchungen befindet sich das Bauwerk in einem „schlechten Erhaltungszustand“, es bestehe „dringender Handlungsbedarf“. Ein Statiker kommt zu dem Ergebnis, dass die Standsicherheit des acht Meter hohen Denkmals „mittelfristig“ gefährdet sei. Eine Restaurierung würde über 38 000 Euro kosten. Eigentlich ist das keine Riesensumme, die die Stadt für ihr ältestes Kleinod hinblättern müsste. Und doch wirkten die Stadtvertreter nicht gerade motiviert angesichts der schlechten Haushaltlage. Einige Politiker stimmten für den Antrag von Wolfgang Juhls (CDU, die Restaurierung zu verschieben. Juhls wollte erst abwarten, „ob es Fördergelder gibt.“ BBS-Fraktionsvorsitzender Heino Pfeiffer hingegen plädierte dafür, die Maßnahme in den Haushalt 2014 aufzunehmen, aber die veranschlagten 38 000 Euro zur Sanierung des Obelisken erst freizugeben, wenn Fördermittel gewährt werden. „Steht das Geld nicht im Haushalt, gibt es keine Zuschüsse.“ Annelie Eick (Grüne) rief dazu auf, Sponsoren zu suchen. Vorher sollte man die Maßnahme gar nicht ins Auge fassen.

Also auf die lange Bank schieben und warten, bis Einsturzgefahr besteht? Bauamtsleiterin Antje Langethal wies darauf hin, dass Landesmittel hier erst dann genehmigt würden, wenn die Maßnahme im Haushalt aufgeführt sei. Immerhin werde das Denkmal als landesweit bedeutsam eingestuft. Das nährt Hoffnung auf finanzielle Hilfe. Bürgermeister Dieter Schönfeld gab noch den Hinweis, lieber spätere überplanmäßige Ausgaben zu vermeiden und das Thema gleich anzugehen. Anders CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Kröger (CDU): „Wenn die Sicherungsmaßnahmen jetzt nicht gemacht werden müssen, dann könne wir damit auch warten.“ Ihr SPD-Kollege Joachim Wilken-Kebeck, wollte es nicht auf die lange Bank schieben. Dafür gab es im Rathaus auch eine Mehrheit. Jetzt müssen sich nur Fördertöpfe und Sponsoren finden, dann kann Bad Segebergs vergessenes Denkmal saniert werden.

„Steht das Geld nicht im Haushalt, gibt es keine Zuschüsse.“
Heino Pfeiffer, BBS

Wolfgang Glombik

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