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Stadt zieht die Reißleine und will das Pflegeheim verkaufen

Bad Segeberg Stadt zieht die Reißleine und will das Pflegeheim verkaufen

Nach gescheitertem Ideen-Wettbewerb sieht Bad Segeberg jetzt nur noch die Chance, den hoch subventionierten Eichenhof zu privatisieren. 50 Mitarbeiter sind betroffen.

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Am 26. März soll die Stadtvertretung einen der Bieter aussuchen.“Bürgermeister Dieter Schönfeld

Bad Segeberg. Aus und vorbei, die Stadt Bad Segeberg zieht sich aus dem für sie hoch defizitären Pflegeheimgeschäft zurück. Ihr „Eichenhof“ soll an private Anbieter verkauft werden. Diese Nachricht wird für die fast 50 städtischen Mitarbeiter im Eigenbetrieb des Pflegeheims Christiansfelde jetzt kurz vor Weihnachten sicher belastend sein. Aber ein jährliches Defizit von 10 000 Euro pro Pflegeplatz könne die Stadt nicht ewig weitertragen. „Wir sind in ganz Deutschland das einzige Pflegeheim dieser Größenordnung mit so einem Defizit“, begründete Schönfeld auf Nachfrage die Pläne.

Letzter hoffnungsvoller Rettungsanker sei eine Konzept-Ausschreibung gewesen. Der Stadt schwebte ein Modell vor, nach dem sie noch Mitgesellschafter bei ihrem Pflegeheim bleibt, sich aber einen privaten Betreiber ins Boot holt. Es sollte eine Pflegedienstgemeinschaft mit einem Profi aus der Branche geschlossen werden. Doch dazu habe es bei dem Ideenwettbewerb kein passendes Konzept gegeben:

Es gibt keinen Sieger. Die ursprünglichen Pläne sind damit gescheitert. Der städtische Werkausschuss sei als Preisgericht zu dem Ergebnis gekommen, dass es bei dem ausgeschriebenen Konzept-Wettbewerb keinen Vorschlag gebe, der prämiert werden könne, teilte Schönfeld mit. Deshalb habe der städtische Werkausschuss nun beschlossen, den Verkauf des Hauses europaweit auszuschreiben.

Jetzt soll alles ganz schnell gehen: Die Angebote verschiedener Anbieter sollen nach den Vorstellungen Schönfelds noch bis Ende Februar vorliegen. Geplant sei, dass die Stadtvertretung am 26. März entscheidet, welcher Bieter den Zuschlag erhält. Dieser müsste dann bei der voraussichtlichen Übernahme am 1. Juli das gesamte städtische Personal übernehmen und „mindestens ein Jahr Besitzstandswahrung gewährleisten“.

Je nach Vergütung durch den neuen Träger könnten dann Abfindungszahlungen auf die Stadt zukommen. Betroffen seien durch die Regelung knapp 50 Mitarbeiter. „Ich hätte es besser gefunden, wenn es einen freien Träger gegeben hätte, der mit der Stadt zusammenarbeitet. Doch jetzt gibt es die harte Lösung“, bedauerte Schönfeld. Der Hintergrund: Das von Schönfelds Amtsvorgängern auf den Weg gebrachte Pflegeheim-Vorhaben kostet die Stadt Jahr für Jahr rund 700 000 Euro. Ein Teil davon fallen für Baukredite an: 9,1 Millionen Euro hatte die Stadt für den imposanten Gebäudekomplex bezahlt. Es sei klar gewesen, dass man die Baukosten mit den Beiträgen der Heimbewohner nie und nimmer werde decken können. Das Ziel beim Konzeptwettbewerb sei gewesen, den jährlichen Verlust der Stadt wenigstens auf 300 000 Euro zu reduzieren, so Schönfeld. „Wir können uns doch nicht jährlich mit zusätzlichen 700 000 Euro verschulden, um das Pflegeheim zu unterhalten und gleichzeitig auf Investitionen bei den Schulen verzichten.“

Es sei offensichtlich nicht möglich, bei dem Haus mit 69 zu pflegenden Personen Kosten im Betrieb zu sparen. Der Werkausschuss habe vergeblich Änderungen in der Betriebsführung angemahnt. Und bei der Preisgestaltung pro Pflegeplatz sei das Pflegeheim schon längst obere Kategorie. Da bleibe, so Schönfeld, kaum Spielraum für weitere Preiserhöhungen. Jetzt soll das Heim privatisiert werden.

Wolfgang Glombik

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