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Städtischer Jugendtreff „Mühle“ bald unter Vereinsregie?

Bad Segeberg Städtischer Jugendtreff „Mühle“ bald unter Vereinsregie?

Die Stadt führt jetzt Gespräche mit dem Verein für Jugend- und Kulturarbeit über eine mögliche Übergabe des Jugendzentrums.

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„ Stadt-Jugendarbeit nicht diskreditieren.Jens Lichte (SPD) Ausschussvorsitzender

Bad Segeberg. Wie geht es weiter mit dem Jugendzentrum „Mühle“? Behält die Stadt das Zepter in der Hand oder wechselt die Trägerschaft zum Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg (VJKA)? Einstimmig beschlossen die Stadtvertreter kürzlich den Antrag der Wählergemeinschaft BBS. Danach soll der Bürgermeister prüfen, ob und zu welchen Bedingungen der Betrieb der „Mühle“ durch den VJKA, der schon den Jugendzeltplatz und die Jugendakademie managt, möglich ist.

LN-Bild

Die Stadt führt jetzt Gespräche mit dem Verein für Jugend- und Kulturarbeit über eine mögliche Übergabe des Jugendzentrums.

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Nun könnte man sagen, dass es den Jugendlichen im Treff eigentlich schnurzegal sein könnte, ob die Stadt oder der Verein die Betreuer beim Billardspiel bezahlt. Aber mit einer Übertragung könnte sich auch inhaltlich Neues in der Arbeit mit Jugendlichen entwickeln, hoffen die Befürworter. Vor wenigen Woche gab es einen Facebook-Hilfeschrei von dem Projektleiter „Jugendgerechte Kommune“, Thomas Minnerop, als herauskam, dass der Treff wegen Personalmangel über Tage geschlossen werden sollte. Besonders schrill klang der Ruf in den Ohren von Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD), der den Pädagogen zum Rapport zitierte. „Minne“ – mit ganzem Herzen dabei – sah die gesamte Jugendarbeit der Stadt gefährdet. Erst 2015 stand das Jugendzentrum schon mal auf der Kippe, die Stadt musste Personal einsparen. Fördermittel für das Projekt „Jugendgerechte Kommune“ halfen über den Berg.

Wie bekommt man die Jugendarbeit nun verlässlicher hin? Jens Lichte (SPD) stellte in der Stadtvertretung klar, dass die Aufnahme von Gesprächen „keine Diskreditierung der Jugendarbeit der Stadt“ sein dürfe. „Wir halten die städtische Jugendarbeit für ausreichend und wollen uns trotzdem nicht verschließen, hier noch bessere Wege zu finden“, sagte er.

Bürgermeister Schönfeld wies darauf hin, dass ein formales, europaweites Ausschreibungsverfahren nötig sein wird. „Wir geben jährlich 300 000 Euro für die Jugendpflege aus.“ Er halte es trotzdem für wichtig, vorher mit dem Verein zu sprechen. Gibt es denn überhaupt Interesse am Jugendtreff? Die LN fragten nach. Ob der Verein das Jugendzentrum übernehme, sei Sache des Vorstands, teilte Geschäftsführer Martin Karolczak mit. Bislang betreibe der VJKA keine Offene Kinder- und Jugendarbeit, stellte Karolczak klar. Doch er selbst sei für den Kreis auch jugendpflegerisch tätig: „Hier setze ich mich schon jetzt für Belange der offenen Kinder- und Jugendarbeit ein.“ Im Jugendtreff „Mühle“ könnte man auch über ein Modell nachdenken „Jugendliche mit in die Verantwortung zu nehmen“.

Ein autonomes Jugendzentrum wie das abgerissene Hotel am Kalkberg (HaK) komme aber wohl nicht in Frage, beeilt er sich zu sagen. Da müsse man „mit Gehirnschmalz und Kreativität herangehen und schauen, was die Stadt sich finanziell leisten kann“. Schon jetzt investiere die Stadt viel Geld in die Schulsozialarbeit. Diese Mitarbeiter könnte man stärker einbeziehen. Karolczak selbst würde die Jugendlichen mitdiskutieren lassen. Nicht über ihre Köpfe hinweg entscheiden. Hier gelte es, zwischen Politik, Verwaltung und Jugend zu vermitteln. Aus dieser Zusammenarbeit könnte ein Konzept von und für Jugendliche in der „Mühle“ entstehen.

Wolfgang Glombik

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