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Statt Kneippbecken teure Bänke für „vergoldete Ärsche“ ?

Bad Segeberg Statt Kneippbecken teure Bänke für „vergoldete Ärsche“ ?

Wolfgang Tödt wirft Stadt Steuerverschwendung vor, weil sie ein Planungsbüro mit der Umgestaltung der alten Kneippzone beauftragt — die Bauamtsleiterin weist Vorwürfe zurück.

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Das alte Kneippbecken am See-Wanderweg ist unansehnlich und überflüssig: Hier plante die Stadt eine schön gestaltete Ruhezone.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg. Wo kann Bad Segeberg noch sparen? Das ist die Frage, die die Politiker angesichts leerer Kassen umtreibt. Bei Abfalleimern und Parkbänken ist da offensichtlich noch Spielraum. Die Stadtpolitiker konnten sich jedenfalls nicht mit Vorschlägen von Planern anfreunden, beim früheren Kneippbecken eine sogenannte „Chillout-Zone“ für insgesamt 51 000 Euro zu bauen. Jetzt soll dort ein schlichter Sandplatz hin. Und der alte Mülleimer tut‘s auch noch.

Vorgeschlagen wurde für den Chill-Platz mit Heckenplateau unter anderem ein Mülleimer aus Stahl zum Einbetonieren für 1100 Euro und zwei Parkbänke für insgesamt 6200 Euro (jeweils ohne Mehrwertsteuer). Die Stadtvertreter lehnten das brüsk ab, entschieden sich für „Karo einfach“: Weg mit dem alten Becken, oder zuschütten, Sand hin, Bank hin, fertig ist die Laube. Das reiche auch zum Chillen.

Wie berichtet, ist in die neue Seepromenade eine Kneippanlage integriert. Das nur wenige hundert Meter entfernte alte Kneippbecken ist damit überflüssig. Schon Ende 2014 war die Verwaltung beauftragt worden, hier mit einem Planungsbüro Vorschläge zu erarbeiten. Wolfgang Tödt (BBS), Vorsitzender im Bauausschuss, zeigte sich aber erbost über „Luxusvarianten“. Nach seiner Ansicht habe der Bauausschuss gar nicht angeordnet, hierzu einen Planer zu beauftragen. Das sei von vornherein klar gewesen, erklärte dagegen Bauamtsleiterin Antje Langethal auf LN-Anfrage. Das Bauamt habe gar keine Zeit, sich intensiv mit derartigen Details zu beschäftigen. Von vier Varianten seien der Politik nur drei vorgelegt worden, weil einer der Vorschläge mit Einhausungen und anderem Luxus zu teuer gewesen sei.

Aber auch die anderen Ideen waren für Tödt zu kostspielig. „Nicht nachvollziehbare Kalkulation“, „keine Vorprüfung durch die Verwaltung“, Luxus-Mülleimer und teure Bänke: Er wisse gar nicht, „wie viele vergoldete Ärsche in Bad Segeberg herumlaufen“, die Sitzmöbel für je 3100 Euro benötigten, tönte er im Rathaus. Im Südstadtpark hätten auch Abfalleimer für 440 Euro und Bänke für 600 Euro gereicht. Tödt: „Allein für die Erstellung der Pläne wird sicherlich ein fünfstelliges Honorar fällig.“ Das sei „Steuerverschwendung von der Verwaltung“, schimpfte er in der Stadtvertretersitzung.

Dirk Wehrmann (SPD) schoss dagegen. Alle Vorschläge von Planern könnten ja im zuständigen Ausschuss hinterfragt werden. Dafür seien doch die Politiker, vor allem Tödt selbst, da zu entscheiden, ob man den teuren Mülleimer nun haben möchte oder nicht.

Bauamtsleiterin Antje Langethal sprach von einer Pauschalsumme von 3700 Euro für das Planungsbüro. „Das ist alles transparent gewesen.“ Sie finde es „nicht in Ordnung, das daraus Vorwürfe und nebulöse Angriffe formuliert werden“. Es lägen nur grobe Kostenschätzungen zu den Varianten vor, die abgelehnt wurden. Erst später wäre man mit Detail-Plänen an die Politiker herangetreten. Ob man dann einen Müllbehälter für 500 und 1200 Euro anschaffe, hätte man dann klären können. Für hochwertige Papierkörbe müsse man eben mehr Geld hinlegen. Langethal ist der Papierkorb-Streit „völlig unverständlich und ganz unnötig“. Vielleicht sei das Projekt mit der Chillout-Zone ja noch nicht ganz beerdigt. Sie forsche jedenfalls weiter nach Fördermitteln für die Stadt. . .

Wolfgang Glombik

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