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„Stellwerk“: Mit intensiver Betreuung zum neuen Job

Bad Segeberg „Stellwerk“: Mit intensiver Betreuung zum neuen Job

Das frühere Projekt ist mittlerweile eine feste Einrichtung des Jobcenters – 2016 hat die Hälfte aller betreuten Erwerbslosen wieder eine Stelle gefunden.

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Die Stellwerk-CoacherJan Brodzinski (l.) und Henning Zeuge haben im vergangenen Jahr 446 Erwerbslose betreut. 213 von ihnen haben später eine Arbeit gefunden.

Quelle: Foto: Silvie Domann

Bad Segeberg. Freundlich und gemütlich sind die Räume im Bad Segeberger „Stellwerk“ eingerichtet. Dass die Einrichtung zum Jobcenter gehört, erstaunt auf den ersten Blick. Erwerbslose in kleinen Gruppen (je zwölf vormittags und nachmittags) werden hier neun Stunden pro Woche betreut. Eine Maßnahme dauert acht Wochen, doch einige Teilnehmer finden bereits vor dem Abschluss eine neue Anstellung.

Etwa 15000 Erwerbslose waren im vergangenen Jahr im Kreis Segeberg gemeldet. 2516 haben laut Jobcenter eine Anstellung gefunden, eine Ausbildung begonnen oder sind in die Selbstständigkeit gegangen. Der Betreuungsschlüssel liege bei 1 zu 250. Eine intensivere Betreuung bietet das „Stellwerk“, das 2014 als Projekt vom Jobcenter ins Leben gerufen wurde. „Betreuungsmaßnahmen werden von vielen Kooperationspartnern angeboten, wir hatten die Idee, selbst eine anzubieten statt die Leistungen einzukaufen“, sagt Michael Knapp, Geschäftsführer des Jobcenters im Kreis. „Stellwerk“ sei zertifiziert, wie auch die übrigen Integrationspartner. „Wir spielen nach den gleichen Regeln.“

Was als Projekt begonnen hat, ist nun zur festen Einrichtung geworden. 446 Personen wurden im vergangenen Jahr im „Stellwerk“ an den Standorten Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Norderstedt von insgesamt sechs Mitarbeitern betreut, 213 (48 Prozent) hätten einen Job gefunden. Darunter Akademiker ebenso wie Menschen aus dem Helfersektor im Alter zwischen 25 Jahren bis Mitte 50. Dass aber auch bei einer Intensivbetreuung nicht alle Teilnehmer erreicht werden können, zeigten die 59 Personen, die auf weitere Betreuung durch das Jobcenter verzichtet hätten, erläuterte Knapp.

Das „Stellwerk“ richtet sich vor allem an Neukunden des Jobcenters, die zum ersten Mal den Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen. Die Teilnehmer müssen arbeiten können (keine gesundheitlichen Einschränkungen haben), außerdem wird eigenständiges Arbeiten vorausgesetzt.

„In einem Aufnahmegespräch werden Ziele und Erwartungen ermittelt, dann werden Bewerbungsunterlagen auf Vordermann gebracht“, erzählt Jobcoacher Jan Brodzinski. Bewerbungsmappen, Papier, Drucker und Computer stellt das „Stellwerk“. „Viele haben nur noch ein Smartphone, keinen Computer“, erläutert Brodzinski. Arbeitssuche im Netz, begleitende Weiterbildung, Praktika und Probe-Arbeitstage gehören mit zur Maßnahme. Auch schauen die Jobcoacher, welcher Bewerber auf welche Stelle passen könnte. „Wir können unsere Kunden besser einschätzen, haben sie näher kennengelernt“, berichtet Henning Zeuge.

Und so wissen die beiden Coaches auch von anderen Problemen ihrer Klienten. „Manche Probleme sind die Ursache einer Arbeitslosigkeit, andere Probleme entstehen durch sie“, bestätigt Knapp.

Neu ist die eigene Homepage von „Stellwerk“, die jetzt unter www.stellwerk-segeberg.de online geschaltet wurde. Informationen rund um die Einrichtung sind dort ebenso zu finden wie Vorträge, Veranstaltungsankündigungen und Berwerberprofile. Auch können potenzielle Arbeitgeber die Räume im „Stellwerk“ zur Präsentation oder sogar für Bewerbungsgespräche nutzen.

Silvie Domann

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