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Segeberg Stender kriegt jeden Eimer wieder sauber
Lokales Segeberg Stender kriegt jeden Eimer wieder sauber
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20:18 27.01.2016
Ist ein Behälter hartnäckig verschmutzt, muss Mathias Stender zur Bürste greifen, bevor die Kiste die Waschanlage durchläuft. Quelle: Fotos: Spreer

Wo früher Lebensmittel aus Milch hergestellt wurden, werden seit 1991 die Kunststoffbehälter, in denen Lebensmittel zumeist abgefüllt werden, gewaschen. Herr über zwei spezielle Waschstraßen in der früheren Meierei in Henstedt-Ulzburg ist Mathias Stender. Er betreibt mit ihnen ein ziemlich „einmaliges“ Gewerbe, das es zumindest in Schleswig-Holstein kein zweites Mal gibt, das „Spülzentrum Nord“.

Kunststoffbehälter (fast) aller Größen, bis zum 220-Liter-Fass, bringt ihm seine Kundschaft, um sie von ihm reinigen zu lassen und dann wieder zu verwerten. Als der Grüne Punkt eingeführt wurde und Wiederverwertung von Rohstoffen „in Mode“ kam statt sie wegzuwerfen, da kam sein junges Unternehmen so richtig auf Touren. Vor allem die Hersteller von Lebensmitteln, die mit großen Eimern oder Schüsseln den Einzelhandel beliefern, zum Beispiel mit Salaten, sahen in Stender einen natürlichen Partner. Statt die teuren Eimer teuer zu entsorgen, brachten sie die nun zum Spülzentrum, um sie dort waschen zu lassen und sie erneut zu verwerten. Bekannte Feinkostunternehmen, die (Fisch-)Salate, Mayonnaisen, Essige, Senf, Meerrettich, Ketchup, eingelegte Speisen, aber auch Schokolade herstellen, sind Stenders Kunden. Und natürlich Großküchen und Kantinen.

„Anfang der 90er Jahre stand die Meierei zum Verkauf, das passte gut, weil hier sehr viel gefliest ist“, erinnert sich Stender. Im väterlichen Betrieb, den er nicht übernehmen wollte, wurden unter anderem Waschanlagen verkauft. Gute Voraussetzungen für den Junior. Die Anlagen auf seine speziellen Bedürfnisse umzufummeln, war für den Tüftler und gelernten Schlosser naheliegend. Er baute sich einfach, was er brauchte. „Da hatte ich aber noch keinen Kunden. Das war schon etwas riskant.“

Aber offensichtlich die richtige Entscheidung. Inzwischen ist er längst am „Waschmarkt“ etabliert, hat sogar Kunden aus Bayern, die mit schleswig-holsteinischem Meerrettich beliefert wurden — „die meisten Kunden kommen allerdings aus Norddeutschland“. Zwei- bis dreimal in der Woche laufen in der alten Meierei die Bänder heiß. Mit bis zu 80 Grad heißem Wasser werden Eimer und Kisten mit (Hoch-)Druck und viel Wasser aus sehr vielen Düsen von oben, unten und der Seite von Schmutz befreit. Dann herrschen dort Temperaturen wie in einer Sauna. Rund 1000 zehn bis 24 Liter fassende Eimer schafft sein vierköpfiges Team pro Tag. Hart wird es für die „Waschmänner“ allerdings, wenn die Behälter nicht „frisch“, sondern nach Tagen mit angetrocknetem Restinhalt gebracht werden. „Dann müssen wir schaben und per Hand vorwaschen“, sagt der 56-Jährige. Schokolade, besonders die mit Karamelzusätzen, sei ziemlich beschwerlich zu reinigen. Zwischen 40 Cent und zehn Euro kostet so eine Wasch-Behandlung — je nach Verschmutzungsgrad und Größe des Behälters.

Grundsatz seines Geschäftes ist für Mathias Stender: Ist der Kaufpreis für einen Behälter höher als die Reinigung kostet, wird gereinigt. Nach diversen Waschvorgängen macht natürlich ab und zu mal ein Eimer schlapp. „Wenn Risse auftreten oder die Deckel nicht mehr richtig schließen oder die Eimer unansehnlich geworden sind, muster ich sie aus“, sagt Stender. Drei bis vier Prozent seien das.

Die verkauft er dann. Vor allem Bauherren und Angler decken sich mit den stabilen Behältern gern ein.

„Als ich anfing, hatte ich nicht einen Kunden. Das war schon etwas riskant.“
Mathias Stender

Christian Spreer

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