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Stiefopa verging sich an Fünfjähriger

Norderstedt Stiefopa verging sich an Fünfjähriger

Die Vorfälle liegen mehr als zehn Jahre zurück, aber die Vergangenheit holte den Angeklagten Petr K. (alle abgekürzten Namen geändert) jetzt ein: Das Norderstedter Schöffengericht verurteilte den 41-jährigen Norderstedter zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes.

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Das Amtsgericht Norderstedt.

Quelle: Nadine Materne

Norderstedt. Für die vorsitzende Richterin Claudia Naumann nahm der Prozess nach eigener Angabe eine überraschende Wende, denn ein Geständnis des Angeklagten hatte sie nicht erwartet. Die Verteidigerin des Norderstedters hatte vor Prozessbeginn um ein Rechtsgespräch gebeten, in dem für den Fall eines Geständnisses des Angeklagten die Verhängung einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren vereinbart wurde.

„Die Entscheidung, die Tat anzuzeigen, habe ich ganz allein getroffen.“ Das Missbrauchsopfer

Anschließend bestätigte der Angeklagte den erschütternden Inhalt der Anklageschrift in vollem Umfang als richtig: Im Sommerurlaub 2005 hatte er der damals fünfjährigen Enkelin seiner Ehefrau in einer Ferienwohnung in Portugal mehrmals Zungenküsse gegeben und sexuelle Handlungen an und mit ihr ausgeführt. Als das Mädchen vor Schmerzen schrie, hielt der Angeklagte ihr den Mund zu.

Auf eigenen Wunsch sagte die als Nebenklägerin auftretende, inzwischen 16-Jährige selbst im Gerichtssaal aus. Mit stockender Stimme erzählte die junge Frau davon, wie sie zu dritt mit ihrer Großmutter und deren damals 25-jährigem Ehemann im Bett gelegen und ferngesehen hätten. Damals verbrachte das Mädchen öfter die Ferien in Portugal bei der Großmutter, die dort einige Jahre lebte.

Jedes Mal, wenn ihre Großmutter hinausgegangen sei, etwa, um Popcorn zu machen oder Getränke zu holen, habe sich der Angeklagte an ihr vergangen, so die junge Frau. Als die Großmutter ins Zimmer gekommen sei und gesehen habe, dass der Angeklagte ihre Enkelin küsste, habe sie eingegriffen und das Kind hinausgeschickt. „Ich hörte sie dann herumschreien, und anschließend war dann Schluss mit den Übergriffen“, sagte die Zeugin. Es sei dann nie mehr etwas Derartiges vorgefallen.

Sie habe manchmal unter Albträumen gelitten, die Vorfälle aber weitgehend verdrängt, wie sie sagte. Dann kam für die junge Frau die erste Liebesbeziehung, in der sie sich distanziert verhielt. „Ich konnte nicht einmal ertragen, wenn mein Freund meine Hand nahm oder auf dem Sofa zu nahe bei mir saß“, berichtete das Opfer. Im Frühjahr vergangenen Jahres vertraute sie sich dann erst ihrem Freund an, dann der Großmutter, die vom Angeklagten wegen dessen extremen Alkoholkonsums getrennt lebt. Die Familie unterstützte das Mädchen. „Die Entscheidung, die Tat anzuzeigen, habe ich ganz allein getroffen“, betonte die junge Frau, die hofft, nun mit der Sache abschließen zu können.

Die Frage, ob der bisher nicht vorbestrafte Angeklagte pädophile Neigungen hat und auslebt, bleibt ungeklärt. Zwar entdeckte die Großmutter, wie sie der Polizei erzählte, einmal Bilder von nackten Kindern auf dem Computer des Mannes, der angeblich nicht wusste, woher diese kamen. Auch küsste der Mann gerne seine Enkel auf den Mund – aktenkundig wurden aber keine weiteren Vorfälle. Als zur Sprache kam, dass er selbst als Kind in Rumänien mehrmals von einem Nachbarn vergewaltigt worden sei und dieser die Eltern mit Essen unterstützt habe, schlug der Angeklagte die Hände vors Gesicht.

Aufgrund seines Geständnisses, der Tatsache, dass er eine Arbeit als Elektriker nachgeht, eine neue Partnerin und seinen Alkoholkonsum nach eigenen Angaben im Griff hat, kommt Petr K. mit einer Bewährungsstrafe davon. Drei Jahre hat er Zeit, sich straffrei zu führen und muss an sein Opfer, die Stiefenkelin, zu der kein Kontakt mehr besteht, 2500 Euro Schmerzensgeld zahlen.

 Martina Kausch

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