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Segeberg Naturschutzprojekt für die Zugvögel
Lokales Segeberg Naturschutzprojekt für die Zugvögel
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19:49 25.09.2018
Biologe Philipp Meinecke, Flächenmanagerin Henrike Hoffmann und Amphibien-Fachmann Kare Fog (v. l.) besprechen die weiteren Arbeiten. Quelle: Petra Dreu
Westerrade

Drei Generationen von Landwirten haben daran gearbeitet, Grünflächen zwischen Westerrade und Schieren trockenzulegen und somit für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Das wird derzeit wieder zurückgedreht: Die Drainagerohre werden durchbrochen, damit das Wasser in der Fläche bleibt. Sechs neu angelegte Teiche sollen zudem Laubfröschen als Laichplätze dienen sowie weitere Kleintiere und Insekten anziehen. Denn: Das 25 Hektar große Areal ist Teil der europäischen Vogelschutzgebiete und das bedeutendste Rastgebiet für Schwäne, Gänse und Watvögel im südlichen Holstein.

Überschwemmter See erwünscht

Regelmäßig in den Wintermonaten überschwemmt der Wardersee angrenzende Flächen. So auch die in Westerrade, die bislang nur durch umfangreiche und mehr oder weniger geglückte Drainagemaßnahmen einigermaßen trocken geblieben sind. Das aber soll sich ändern, denn die Überflutung der Wiesen in regenreichen Monaten ist genau das, was die Stiftung Naturschutz will. „Wir möchten, dass sich hier ein artenreiches Feuchtgrünland entwickelt. Das ist ein Lebensraum, der in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft immer mehr verschwindet“, sagt der Biologe Philipp Meinecke, der als Projektmanager für die Ausgleichsagentur, einer Tochter der Stiftung Naturschutz, tätig ist.

Die Stiftung Naturschutz lässt auf Grünflächen zwischen Schieren und Westerrade sechs Laichteiche für Laubfrösche anlegen.

Egal ob Graugänse, Blässgänse, Singschwäne, Kiebitze, Wiesenpieper, Brachvögel oder Kraniche: Zugvögel, die sich im Herbst aus Deutschland verabschieden, brauchen Kraft für den anstrengenden Flug. Um nicht auf halber Strecke schlapp zu machen, müssen sie ordentlich fressen. Die Naturschützer wollen den Vögeln die Nahrungssuche erleichtern. Mit den neuen Teichen für das Laichgeschäft des europaweit geschützten Laubfroschs hoffen sie auf weitere Tiere, die den Zugvögeln wiederum als Kraftquelle für die lange Reise dienen.

Wo genau die Teiche angelegt werden, ist keine Willkür, sondern erfordert Fingerspitzengefühl. Darüber verfügt Kare Fog, Fachmann des dänischen Unternehmens „Amphi-Consult“. Er ist bei den Arbeiten anwesend und erzählt Baggerfahrer Norbert Busche aus Nehms, wo genau er graben soll. „Wir legen Wert darauf, dass diese Arbeiten von Unternehmen ausgeführt werden, die Erfahrung in diesem sensiblen Bereich haben“, erläutert Henrike Hoffmann, Flächenmanagerin bei der Stiftung Naturschutz.

Zusammenarbeit mit Landwirten

Damit die Teiche bei Hochwasser des Wardersees nicht überschwemmt werden, erhalten sie einen kleinen Erdwall. „Somit wollen wir verhindern, dass Fische aus dem See in die Teiche gelangen und den Laich der Laubfrösche fressen“, sagt Philipp Meinecke. Dafür, dass die Teiche für die Zugvögel aus der Luft gut sichtbar bleiben, sollen Rinder als Öko-Rasenmäher sorgen. Zum Schluss wird das Gelände eingezäunt.

„Die Flächen können nach wie vor landwirtschaftlich genutzt werden“, so Meinecke. Die einzigen Bedingungen: Düngen und der Einsatz von Pestiziden ist nicht mehr erlaubt. „Dabei vertraut der Projektmanager aus Kükels auf die vier landwirtschaftlichen Betriebe, die eine vergünstigte Pacht für die Flächen zahlen. Philipp Meinecke: „Die Kooperation mit den Landwirten ist absolut wichtig. Wir haben diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht.“

Petra Dreu

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