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Segeberg Stimmung in der Wirtschaft so gut wie seit Jahren nicht mehr
Lokales Segeberg Stimmung in der Wirtschaft so gut wie seit Jahren nicht mehr
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20:14 11.07.2016

Es sind eher Nebenschauplätze, die die Unternehmer im Norden zurzeit stören. Sie müssten sich mit zu viel bürokratischen Gesetzesauflagen herumschlagen, könnten eine bessere Verkehrsinfrastruktur vertragen und außer vielleicht im Glasfaser-Raum Norderstedt eine schnelleren Datenverkehr im Internet gebrauchen. Ansonsten gibt es bis auf den Fachkräftemangel kaum etwas auszusetzen, fasst Ken Blöcker vom Unternehmensverband Unterelbe-Westküste das Ergebnis der halbjährlichen Befragung zusammen, an der sich wieder 130 Unternehmen von Sylt bis Norderstedt beteiligt haben.

Ken Blöcker (l.) und Sebastian Koch vom Unternehmensverband.

„Kein Unternehmen möchte in den kommenden sechs Monaten Personal abbauen.“ Ken Blöcker, Unternehmensverband

Demnach sind die Auftragsbücher prall gefüllt, die Wirtschaft brummt. So das Ergebnis der aktuellen Umfrage des Unternehmensverbandes unter knapp 30 Norderstedter Betrieben. „Wir freuen uns sehr über die gute konjunkturelle Entwicklung“, kommentiert Verbandsgeschäftsführer Ken Blöcker die wirtschaftlichen Kennzahlen der Befragung.

Zunehmend Sorgen bereite dem Verband allerdings der Fachkräftemangel, über den jedes zweite Unternehmen klage. Dass die vielen Flüchtlinge – allein in Norderstedt sind etwa 1300 Asylbewerber untergebracht – einmal diese Lücke schließen könnten, sei noch nicht absehbar, sagt der Verbandssprecher. „Das wird noch mindestens fünf Jahre dauern, bis die Flüchtlinge uns da aushelfen können.“

Wie groß inzwischen der Personaldruck in vielen Unternehmen der Region ist, zeigt die steigende Zahl der Neueinstellungen. 40 Prozent der befragten Unternehmer haben in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Ein Wert, den es beinahe seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. „Keines der befragten Unternehmen möchte in den kommenden sechs Monaten seinen Personalbestand verkleinern“, fasst Blöcker eines der Ergebnisse der Studie zusammen.

Denn die Auftragslage scheint kaum noch zu übertreffen sein, wie die Umfrage belegt. 40 Prozent der befragten Unternehmer bezeichnet sie zurzeit als günstig – ein Topwert der vergangenen Jahre. 97 Prozent der Befragten erwarten zudem, dass es bis Ende des Jahres mindestens so bleiben wird. Nur ein befragtes Unternehmen rechnet mit einem Rückgang der guten Auftragslage.

Doch zugleich hielten sich zwei von drei Unternehmern bei den Investitionsentscheidungen zurück, was Blöcker ebenfalls mit dem sich zunehmend bemerkbar machenden Fachkräftemangel erklärt: „Bevor er sich eine neue Maschine kauft, überlegt sich der Unternehmer, ob er dafür auch den richtigen Mitarbeiter bekommt. So greifen die Themen ineinander.“

Die überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen im Raum Norderstedt hätten hierbei noch einen gewissen Vorteil insbesondere gegenüber den großen Betrieben in Hamburg, glaubt der zweite Verbandsgeschäftsführer Sebastian Koch. „Sie können mit langjähriger Fürsorge und Verantwortung für die Mitarbeiter punkten, die ihnen dadurch Vertrauen und Verbundenheit entgegenbringen.“ Das sei für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Gewinn.

Burkhard Fuchs

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