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Segeberg Stipsdorfer kämpfen für neuen Schulbus-Fahrplan
Lokales Segeberg Stipsdorfer kämpfen für neuen Schulbus-Fahrplan
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22:58 15.02.2016
Sie haben Unterschriften gesammelt und hoffen auf geänderte Schulbuszeiten: Christina Schoemperlen, Wiebke Hoppe, Bürgermeister Stefan Kresse (hinten, v. l.) sowie Nikita, Frank und Sahra Ribacki (vorne, v. l.).

Der Schulbus ist voll, die Sitzplätze haben die älteren Schüler eingenommen, während die Grundschüler aus Stipsdorf im Mittelgang stehen müssen. Kaum hält der Bus am Schulzentrum, bleibt ihnen nur eins: Sie müssen die Beine in die Hand nehmen und losrennen. Eine Chance, pünktlich im Unterricht der Franz-Claudius-Schule zu sein, haben sie dabei nicht. Denn Ankunftszeit und Schulbeginn sind meist identisch. Jetzt haben die Eltern der Kinder Unterschriften gesammelt, um das Busunternehmen Autokraft zu einer früheren Fahrzeit zu bewegen.

„Für den Weg brauchen sie mindestens sechs Minuten. Das können die Grundschüler gar nicht schaffen.“

 Christina Schoemperlen, Mutter

Erst gegen 7.40 Uhr, so klagen die Eltern, trifft der Schulbus, den die Kinder aus Stipsdorf zur ersten Stunde benutzen, am Schulzentrum ein. Um 7.40 Uhr ist aber auch Unterrichtsbeginn in der Schule. „Für den Weg dorthin brauchen sie mindestens sechs Minuten. Das können die Grundschüler gar nicht schaffen“, sagt Christina Schoemperlen, deren Töchter Karla und Rhonda die Franz-Claudius-Schule besuchen. Die Klassenlehrer würden das Problem der Stipsdorfer Buskinder zwar kennen, doch sobald ein Vertretungslehrer den Unterricht halte, sei neuer Ärger programmiert. „Den Kindern wird dann nicht geglaubt. Die Lehrer denken natürlich, dass sie getrödelt haben“, so die Mutter.

So manches Mal habe es aber nicht nur „Mecker“ von den Lehrern gegeben, sondern auch Tränen. „Wenn die Kinder zu spät zum Schwimmunterricht kommen, dürfen sie nicht mehr daran teilnehmen. Das ist für einen kleinen Grundschüler natürlich hart“, weiß auch Wiebke Hoppe, Mutter von Pia und Jette, die ebenfalls die Franz-Claudius-Schule besuchen. Dabei fahren die Schüler auf dem Weg zum Schulzentrum sogar am Hallenbad vorbei. Aussteigen dürfen sie dort aber nicht, denn dann wären sie ohne Aufsicht.

„Auf jeder Schulelternbeiratssitzung ist das Zuspätkommen der Stipsdorfer Buskinder ein Thema“, sagt auch Schulleiterin Göntje Braren. Auch andere Kinder kämen mal zu spät, die Stipsdorfer Kinder, die als einzige Grundschüler in dem Bus sitzen, aber seien zur ersten Stunde immer deutlich zu spät. „Erst nach der letzten Sitzung im Oktober habe ich Kontakt zum Busunternehmen aufgenommen und darauf hingewiesen. Passiert ist nichts“, so die Schulleiterin.

Die Folge: Immer mehr Eltern gehen, wie schon vor einem Jahr, als die Busse so voll waren, dass die Stipsdorfer Kinder dicht gedrängt bis in den Fahrerraum stehen mussten, dazu über, die Kinder mit dem Auto zur Schule zu fahren. Ein Schüler aus dem Kinderheim soll sogar zu Fuß von Stipsdorf zum Schulzentrum nach Bad Segeberg laufen. „Er hat Angst, den Anschlussbus nach Leezen nicht mehr zu bekommen, was auch schon passiert ist“, sagt Wiebke Hoppe. Bürgermeister Stefan Kresse ist entsetzt: „Das kann man doch keinem Kind oder Jugendlichen zumuten. Im Winter ist es auf dem ganzen Weg doch stockdunkel.“

Frank Ribacki, Vater zweier Grundschülerinnen, hat inzwischen zusammen mit den anderen Eltern Unterschriften gesammelt, die er dem Schulverband übergeben möchte. Immerhin haben die Eltern und Erzieher von 48 Kindern unterschrieben, die derzeit in Stipsdorf leben. Sie alle hoffen darauf, dass der Fahrplan besser an den Unterrichtsbeginn angepasst wird. Boerge Lumma, Leiter der Angebotsplanung bei Autokraft, versprach auf LN-Anfrage, sich mit dem Kreis Segeberg kurzzuschließen und nach einer Lösung zu suchen.

Petra Dreu

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