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Stopp! Auf dieser teuren Bahn dürfen nur Schüler laufen

Bad Segeberg Stopp! Auf dieser teuren Bahn dürfen nur Schüler laufen

Dem SC Rönnau wurde ein Laufprojekt mit Flüchtlingen auf dem Sportgelände des Städtischen Gymnasiums verboten – die Stadt verweist auf das Veto der Schule und Nachbar-Beschwerden.

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Weil außerschulischer Sport auf dieser wunderbaren Anlage am Städtischen Gymnasium auch für Läufer illegal ist, zeigen wir nur die Sportschuhe des „Unbefugten“. Jetzt hat der SC Rönnau zur Nutzung des Sportplatzes einen offiziellen Antrag gestellt und ist gescheitert.

Bad Segeberg. Warum darf der Sportplatz des Städtischen Gymnasiums mit einer Spitzen-Tartanbahn außerhalb der Schulzeit nicht für den Vereinssport genutzt werden? Zumindest nicht offiziell? Das Thema sorgte in der Einwohnerfragezeit der Bad Segeberger Stadtvertretung für mächtig Aufregung. Helmut Lenz, Veranstalter des Volkslaufes in Bad Segeberg, beschwerte sich vehement darüber, dass kürzlich ein Antrag der Lauftreff-Sparte vom SC Rönnau, den Platz nutzen zu dürfen, von der Stadt abgelehnt worden ist.

LN-Bild

Warum darf der Sportplatz des Städtischen Gymnasiums mit einer Spitzen-Tartanbahn außerhalb der Schulzeit nicht für den Vereinssport genutzt werden? Zumindest nicht offiziell?

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Die Sportler wollen auf dem idealen Platz für den kommenden Volkslauf im September trainieren. Damit nicht genug: Es ist ein Integrationsprojekt. Geplant ist, Asylbewerber in Zusammenarbeit mit dem Verein „Alleineinboot“ in das aufwendige Trainingsprogramm zu integrieren.

Wer jetzt nachmittags oder abends den Sportplatz besichtigt, wird dort oft sporttreibende Jugendliche oder auch Erwachsene auf den Platz antreffen, trotz der Verbotsschilder am Rande des Schulgeländes. „Wenn dort Leute illegal auf der Anlage sind oder etwas beschädigen, kann man doch dafür nicht die Vereine bestrafen“, erbost sich Lenz. Etwa eine Million Euro hat die neue Anlage vor wenigen Jahren gekostet. Es dürfe auch nicht sein, so Lenz, eine aus Steuermitteln finanzierte Sportanlage nur für den Schulsport zur Verfügung zu stellen. Es sei doch kurios, wenn der Verein hierzu einen Antrag im März stelle und erst jetzt die abschlägige Antwort von der Stadt komme. Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld hält das nicht für „eine geeignete Diskussion“. Er verweist auf Anwaltsschreiben aus der Nachbarschaft, die sich über den Betrieb beschwerten und auf Nachbarschutz pochten. Die Debatte mit Lenz drohte in der Sitzung zu eskalieren.

Die Läufer selbst sind empört darüber, dass, wenn sie schon einen Antrag stellen, nicht auf die Anlage dürfen. Laufen, Gymnastik, das macht doch keinen Lärm! Zumindest darüber scheinen sich alle einig zu sein – auch Schönfeld. Segebergs Laufexperte und der Trainer des Lauftreffs, Dieter Paust, hofft noch auf eine gütliche Einigung. „Wenn wir unsere Funktionsgymnastik und Aufwärmübung nicht auf dem Sportplatz machen dürfen, werden wir das demonstrativ auf dem Parkplatz der Schule tun.“ Der Treffpunkt am Städtischen sei wichtig, weil die Schule in der Nähe des Segeberger Sees liegt, den man ja umrunden möchte. „Ich weiß doch gar nicht, auf welchem Leistungsniveau die Leute sind und muss sie ein paar Runden laufen lassen.“ Diese Vorbereitung könne er nicht auf der Straße machen. Zu dem landesweit anerkannten Experten für Langstreckenlauf kommen etwa 100 Sportler vom SC Rönnau. Paust weiß, dass der Sportplatz am Gymnasium zur Abnahme des Sportabzeichens genutzt wird. Illegal. „Scheinbar sind alle besser dran als wir, nur weil wir ordnungsgemäß einen Antrag gestellt haben.“ Die Läufer wollten bei Gewitter oder Starkregen zum Unterstellen den Eingangsbereich der Schule nutzen. Auch das habe die Stadt abgelehnt.

Die Tage bis zum Lauf verstreichen, das Training müsste bald beginnen. Paust: „Mir liegt am Herzen, dass wir die Flüchtlinge durch Sport integrieren, da muss die Stadt doch mithelfen.“ Für Schönfeld sind die Sportler vom SC Rönnau „disziplinierte Leute“, doch deren Antrag sei auf Wunsch der Schule abgelehnt worden. Schönfeld: „Wir müssen die gesamte Interessenlage berücksichtigen. Wenn die Nachbarn des Sportplatzes per Anwalt mitteilen, dass es dort Beeinträchtigungen durch lautstarke Feiern und Aktivitäten gibt, müssen wir darauf reagieren.“ Er selbst hoffe noch auf einen Kompromiss.

 Wolfgang Glombik

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