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Segeberg Strandurlaub im eigenen Garten
Lokales Segeberg Strandurlaub im eigenen Garten
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20:44 03.08.2016
Statt Rasenmähen und Unkrautjäten jeden Tag Urlaubsfeeling. Das verspüren Jasmin und Dennis Raue, wenn sie es sich nach Feierabend an ihrem Privatstrand im Liegestuhl gemütlich machen. Quelle: Fotos: Heike Hiltrop

Duftende Rosen, die üppig ihre Rankhilfen emporklettern, sattgrüner Buchsbaum, Stauden, auf denen sich Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und Schwebfliegen ein Stelldichein geben, das sind die Dinge, die die Herzen vieler Gartenbesitzer höher schlagen lassen. Nicht so die von Dennis und Jasmin Raue. „Das da wäre überhaupt nichts für uns“, sagt der Neu-Wahlstedter, während er in seinem alkoholfreien Cocktail rührt und auf einen Nachbarn zeigt, der schweißgebadet mit dem Rasenmäher übers Grün schiebt. „Wir sind Nordseefans. Und wir wollten ein Strandhaus.“ Das beinhaltet wiederum, dass wenigstens ein bisschen „Waterkant“ drumherum liegen muss.

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Wasser, Bäume, verwunschene Eckchen: Marion Meißners romantischer Garten ist zudem besonders illuminiert.

Mit ein paar schnöden Accessoires hat sich das Ehepaar bei der Planung und Umsetzung nicht zufrieden gegeben: Statt Dahlien und Stockrosen in dunklem Mutterboden gibt’s bei ihnen blauen Strandhafer und Palmen im weißen Sand. 50 Tonnen feinsten, von Teppichmuscheln und Strahlenkörbchen durchzogenen Küstenboden – „wie in St. Peter Ording“ – haben sie sich herankarren lassen. „Ostseesand ist nicht so schön, dann hätten wir auch den aus der Baugrube liegen lassen können“, so die simple Erklärung des 38-jährigen Medienberaters und der 33-jährigen Bauzeichnerin.

Vor dem Haus vervollständigen Buhnenpfosten – „Originale von Hiddensee“ – , die von Tampen zusammengehalten werden, das Meer-Gefühl. Und auf einem Brett weist ein draufgepinselter Schriftzug zum „Stockenstieg“. Einem historischen, 45 Zentimeter breiten Backsteinsteg. Den haben die Raues tatsächlich nachempfunden. Am Ende landet der Besucher zwar nicht auf dem berühmten Leuchtturmzubringer zu Eiderstedts Wahrzeichen Westerheversand, dafür aber in einem der außergewöhnlichsten Gärten der Region.

Zugegeben, es fehlen die Gezeiten. Ein Kleingeist, wer das zu bemäkeln hat, denn Wasser gibt es hier reichlich. Etwa ein Drittel des Grundstücks nimmt der Teich mit Wasserspiel ein. Auf ein Leuchtfeuer haben Jasmin und Dennis Raue zugunsten einer Windmühle verzichtet, gerade sind die Flügel anmontiert worden. So bietet sich ein gestalterischer Küstenmix, der über das Land zwischen den Meeren, wie Schleswig-Holstein einst beworben wurde, hinausgeht. „Wir haben jeden Tag Urlaubs-Feeling“, schwärmen die beiden von ihrem Privatstrand(-haus).

Sogar die Fugen ihres Domizils, das denen an der Küste sehr ähnelt, sind Strandsandfarben. „Um genau den Ton hinzubekommen, haben wir extra eine Tüte voll Sand von St. Peter mitgenommen.“ Ihnen sei von Anfang an klar gewesen, dass, wenn sie bauen, auf gar keinen Fall Rasen drumherum gesät werden würde. Statt im Beet zu jäten oder die Buschreihe mit der Heckenschere in Façon zu bringen, wollen sie im Liegestuhl chillen und gelegentlich den Grill anwerfen.

Auch wenn manchen Nachbarn die Sorge umtreibt, starke Winde könnten den weißen Küstenboden direkt auf die eigene Scholle tragen, den Kindern aus der Umgebung gefällt der Garten. Immer wieder mal linsen sie durchs hohe Strandgras rüber zum Teich.

Als besonderen Hingucker haben die Raues aus Modelliersand, wie er von den Künstlern beim Strandfigurenfestival auf Rügen verwendet wird, eine Krake gebaut: „Aus Blödsinn in zwei Tagen.“ Nun hoffen sie natürlich, dass die Skulptur noch ein bisschen durchhält und nicht vom Regen zerstört wird. Denn: Am 6. August bei der Nacht der offenen Gärten sind auch Jasmin und Dennis Raue mit Schleswig-Holsteins ersten Binnenlandstrand mitten in einem Neubaugebiet dabei (siehe Info-Text unten).

Die lange Nacht der offenen Gärten

45 Gartenbesitzer aus Schleswig-Holstein und Hamburg öffnen am kommenden Sonnabend, 6. August, zwischen 19 und 23 Uhr ihre Gärten. Dabei dürfte es ein besonderes Erlebnis werden, die sogenannte blaue Stunde, die zwischen Tag und Nacht, zwischen Stauden, Bäumen und liebevoll gestalteten Garten(t)räumen zu verbringen. Marion Meißners verwunschene 1200 Quadratmeter in Bornhöved (Karpfenstieg 1) beispielsweise. Sie hat ihre grüne Oase ganz besonders illuminiert. Wie sie haben sich viele Gartenbesitzer etwas für ihre Besucher überlegt. So kann man bei ihr im Garten und zwischen Flohmarktartikeln und Ablegern stöbern.

Jasmin und Dennis Raue aus Wahlstedt (Eichengrund 22, ab Alte Landstraße der Ausschilderung folgen) laden ihre Besucher ans Lagerfeuer auf dem hauseigenen Strand. Ihr Garten steht Gästen zusätzlich am Sonntag, 7. August (14 bis 19 Uhr), offen.

Mehr Infos im Internet unter www.offenergarten.de hil

 Heike Hiltrop

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