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Segeberg Entlastung für Kurhausstraße: Durchstich am Landratspark?
Lokales Segeberg Entlastung für Kurhausstraße: Durchstich am Landratspark?
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19:49 27.09.2018
Eine Idee von Wolfgang Tödt: Die Parkstraße durch den Landratspark verlängern bis zur Hamburger Straße. Die „Lichtachse“ könnte man auf dem Marktplatz stellen. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Das ist die Idee des Bad Segeberger Bauausschussvorsitzenden Wolfgang Tödt: Die Parkstraße mittenmang durch den Landratspark bis zur Hamburger Straße verlängern und damit die Kurhausstraße verkehrsmäßig entlasten. Das Kunstwerk „Lichtachse“, aus dem oft verwaisten Park herausnehmen und als leuchtenden Blickfang auf dem neuen Marktplatz integrieren.

Wolfgang Tödt (BBS) fordert ein umfassendes Verkehrskonzept für Bad Segeberg und hat schon einige Ideen dafür. Quelle: GLOMBIK

Es ist ein Versuchsballon, den da der streitbare BBS-Politiker loslässt. Seit Monaten wird hin und her überlegt, wie man die 200 Meter im unteren Ende der Kurhausstraße umgestalten oder sanieren könnte. Dazu fand auch kürzlich – wie berichtet – eine Infoversammlung mit Anliegern statt. Die sprachen sich mehrheitlich für eine bloße Pflaster-Reparatur der Durchgangsstraße aus. Größtes Problem ist der enorme Durchgangsverkehr, die hohe Unfallgefahr für Radfahrer und Fußgänger auf den engen und holprigen Wegen.

Auch der Verkehr von und zu den Karl-May-Spielen wird längst nicht mehr von Bürgern so hingenommen. Sie fordern Lösungen. Tödt ist das „Klein-Klein“ leid. Er fordert ein umfassendes Verkehrskonzept für die Kreisstadt. Das seien nur 50 Meter Straße, „die wir vom Wendehammer Parkstraße bis zur Hamburger Straße bauen müssten“. Eine Einbahnstraße Richtung „Hamburger“ könne die Kurhausstraße enorm von Verkehr entlasten und ganz „neue Gestaltungsmöglichkeiten“ eröffnen. Für die Bewohner der Parkstraße wäre die neue Situation erträglich, weil „nur“ eine Einbahnstraße geplant werden würde. Und Tödt ist sich sicher, dass dieser Teil des Landratsparkes nicht unter Schutz stehe, also überbaut werden dürfe. Dieser Teil der Grünfläche werde ohnehin kaum von Bürgern genutzt.

Umsetzung auf den Marktplatz?

Wer genau hinsieht, entdeckt, dass die Skulptur „Lichtachse“, die im Bad Segeberger Landratspark steht, beschädigt wurde. Mehrere bunte Acrylscheiben sind kaputt. Ähnliches war 2010 passiert, als einige der bunten Scheiben gänzlich verschwunden waren. Der Künstler Ben Siebenrock hatte sein vier Meter hohes Werk aus Granit für den Rathaus-Vorplatz gebaut. Doch der Beschluss von 1997, sie dort aufzustellen, wurde damals durch einen Bürgerentscheid gekippt. Die Lichtachse wartete jahrelang im Kieskuhlen-Exil. Die Leute lehnten damals den „Phallus“ – so vom Volksmund getauft – ab. Doch die Segeberger seien weltoffener und toleranter für Kultur geworden, schätzt Wolfgang Tödt (BBS). Er schlägt vor, die Lichtachse auf den umgestalteten Marktplatz zu stellen.

Was er hier grob vorschlage, müsse natürlich von Experten in einem Verkehrskonzept überprüft werden. „Von Rollator bis Sattelzug, alles was sich hier in Bad Segeberg bewegt, muss in diesem Konzept berücksichtigt werden“, sagt Tödt gegenüber den LN. Vielleicht müsse man bei neuen Verkehrsströmen von der Bevölkerung „ein Umdenken erwarten“. Die Kurhausstraße würde von so einer Verkehrsentlastung profitieren. Man könne dann auch über „Shared Space“ nachdenken, so Tödt. Das ist eine neue Verkehrsphilosophie, die von der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer ausgeht und zum Beispiel keine Bürgersteige oder Radwege kennt. Autos fahren hier eher Schritttempo.

Eine Erweiterung der Fußgängerzone auf die Kurhausstraße bis Höhe Lindenstraße hält Tödt hingegen nicht für sinnvoll. Bad Segeberg habe im Vergleich zu seiner Größe schon jetzt eine relativ lange Fußgängerzone. Es dürfe nicht sein, „dass wir Bad Segebergs Innenstadt weiter mit Wohngebäuden zupflastern“, sagt Tödt. Da würden im rückwärtigen Bereich der Kurhausstraße auf Frei- und Gartenflächen immer mehrgeschossige Wohnhäuser errichtet, aber nie sei geklärt, wie dort der zusätzliche Verkehr auf die Kurhausstraße gefahrlos abfließen könne. Für zusätzliche Stellflächen schlägt Tödt einen „Deckel“ über der Zob-Fläche vor. Dort sei ein Parkdeck mit wenig Aufwand möglich. Wichtig sei ihm, dass bei der Verwirklichung eines Verkehrskonzeptes – egal wie es aussieht – Anlieger von Kosten entlastet würden.

Wolfgang Glombik

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