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Streit um geerbtes Gewehr: Kreis gewinnt gegen Jäger

Leipzig/Bad Segeberg Streit um geerbtes Gewehr: Kreis gewinnt gegen Jäger

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied in letzter Instanz, dass ein Segeberger nicht die Waffe seines Stiefvaters nutzen darf.

Leipzig. Der Kreis Segeberg hat vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in letzter Instanz einen langjährigen Rechtsstreit gegen einen Jäger sowie einen Waffenerben gewonnen. Der Jäger Bernd Z. (alle Namen geändert) darf nun nicht wie von ihm gewünscht das Gewehr zur Jagd nutzen, das sein Stiefvater Karl Z. 1978 geerbt hatte. Das liegt darin begründet, dass Karl Z. aus Bad Segeberg nur eine Erlaubnis dafür besitzt, das geerbte Kleinkalibergewehr zu besitzen, aber nicht dafür, es auch zu benutzen. Laut Waffengesetz und auch laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von März 2015 in einem anderen Verfahren (Az. 6 C 31.14) müsste Karl Z. das Gewehr sogar immer in blockiertem Zustand aufbewahren, also so, dass damit nicht geschossen werden kann. Das Urteil vom vergangenen März würde auch für den Fall von Karl Z. Anwendung finden.

Jäger Bernd Z. wollte als Mitberechtigter in die Waffenbesitzkarte seines Stiefvaters Karl Z. aufgenommen werden. Dieses Ansinnen wies nun der sechste Senat des Bundesverwaltungsgerichts endgültig ab. „Für einen Jäger besteht kein Bedürfnis, eine blockierte Waffe zu besitzen oder zu benutzen“, sagte der Vorsitzende Richter Werner Neumann zur Urteilsbegründung (Az. 6 C 36.14). „Eine blockierte Waffe eignet sich nicht für die Jagd, denn mit einer blockierten Waffe kann man nicht schießen.“ Damit urteilten die fünf Bundesrichter wie schon zuvor das Verwaltungsgericht Schleswig 2011 und das Oberverwaltungsgericht Schleswig 2013.

Begonnen hatte der Streit zwischen dem Kreis Segeberg und dem Jäger sowie dessen Stiefvater vor fast sechs Jahren, im März 2010. Damals stellte Jäger Bernd Z. beim Landratsamt einen Antrag darauf, als Mitberechtigter in die Waffenbesitzkarte seines Stiefvaters aufgenommen zu werden. Im April 2011 reichte Jäger Bernd Z. dann eine gerichtliche Klage ein, da die Kreisverwaltung nicht über seinen Antrag entschieden hatte. Diese Klage sollte ihn nun bis nach Leipzig zum Bundesverwaltungsgericht führen. Denn Bernd Z. wollte das Gewehr mit dem Kaliber 22, das sein Stiefvater vor fast vier Jahrzehnten von dessen Vater geerbt hatte, für die Jagd nutzen. Denn zwar verfügt Bernd Z. über einen Jagdschein, sein Stiefvater Karl Z. besitzt jedoch keinerlei Erlaubnis zum Schießen, weder als Jäger noch als Sportschütze. Er darf das geerbte Gewehr nur zu Hause aufbewahren.

Die Bundesregierung hatte unter anderem wegen des Amoklaufs in Erfurt 2002 mit 17 Toten das Waffengesetz geändert, was zu schärferen Anforderungen an die Aufbewahrung eines Gewehrs führt.

„Das Gewehr ist eine lebende Erinnerung an meinen Vater, mein Vater war früher Schützenkönig“, berichtete Karl Z.. „Ich würde die Waffe nicht gern blockieren lassen, das wäre so, als ob ich meinem Vater eine Walnuss in den Kopf stecken würde.“ Thorsten Wolf, Fachbereichsleiter bei der Kreisverwaltung, kündigte an, dass das Landratsamt demnächst ein Schreiben an Karl Z. senden werde, in dem der Erbe mit einer Frist dazu aufgefordert werden soll, die Waffe in blockiertem Zustand aufzubewahren. Das Sperren eines Gewehrs kostet laut Jäger Bernd Z. rund 200 Euro und darf laut Waffengesetz nur von zugelassenen Waffenhändlern gemacht werden.

S. Eichstädt

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