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Segeberg Streit um geplantes Gewerbegebiet
Lokales Segeberg Streit um geplantes Gewerbegebiet
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19:36 30.08.2018
Etwa 200 Wahlstedter kamen zur Einwohnerversammlung in die Aula der Poul-Due-Jensen-Schule. Quelle: Heike Hiltrop
Wahlstedt

 Die Fronten sind klar abgesteckt: Politik und Verwaltung, wollen, dass die Stadt für mehr Gewerbesteuern und Arbeitsplätze wächst. Viele Anlieger sind jedoch in Sorge, dass dabei ihre Lebensqualität auf der Strecke bleibt. Das ist der Kern des Problems, um das sich während der Einwohnerversammlung am Mittwochabend bis in die Nacht alles drehte. Und zwar immer wieder im Kreis, bevor der Abend schließlich um 23 Uhr mit der von den Bürgern mehrheitlich beschlossenen Anregung an die Politik, nur Gewerbe in dem Gebiet zuzulassen, zu Ende ging.

Einwohnerversammlung Wahlstedt, um dieses Gebiet geht es. Quelle: Heike Hiltrop

Bevor Fragen zu Emissionen, Immission und den Möglichkeiten, sich bei Verstößen zu wehren, beantwortet werden konnten, ging es an dem Abend um aktuelle Entwicklungen. Auf Wunsch der Mehrheit der rund 200 Bürger sollten auch die neu ausgewiesenen Windkraftflächen zwischen Wahlstedt und Rickling/Fehrenbötel thematisiert werden. Allerdings konnte die Verwaltung dazu noch keine konkreten Aussagen treffen. Immerhin führen Investoren bereits Gespräche mit den Landeigentümern, um hier mehrere Windräder zur Stromgewinnung errichten zu können. Zudem erhitzt eine bereits genehmigte Steinbrechanlage in unmittelbarer Nähe zu dem Gebiet am Bahnhaltepunkt die Gemüter der Anlieger. Das Argument, dass sie nicht zum B-Plangebiet 32 gehöre, ließen die Anlieger nicht gelten, schließlich sei sie nur wenige Meter entfernt. Und: „Wir haben schon heute Gebiete, die uns erheblich belästigen“, führte Gerd Ständer aus. „Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Das Gebiet bringt Wahlstedt voran“, vertrat Hans-Werner Finnern einen anderen Standpunkt.

Einwohnerversammlung zum geplanten Gebiet am Bahnhaltepunkt

Einen holprigen Start in die emotional aufgeladene Debatte hatte Stadtplaner Stephan Gosch, als er zunächst das Vorhaben noch einmal umriss und dabei das angrenzende Stadtareal als „Wohnbebauung oder irgendsowas“ beschrieb. Immer wieder löste Moderatorin Irmela Feige mit Fachvokabular verbundene Verständnisprobleme auf, konnte jedoch nicht verhindern, dass die von den Gegnern geforderte Negativliste, um bestimmte Firmenansiedlungen zu verhindern, gebetsmühlenartig thematisiert wurde. Und das, obwohl die Experten versicherten, dass sie unnötig sei. Mehr Klarheit gab es zu später Stunde zu erlaubten Lärm-Immissionen. „Einen halben Meter vor ihrem Fenster dürfen nur 55 Dezibel tagsüber und 40 nachts ankommen, das ist ein Flüstern“, betonte Schallschutz-Expertin Bianca Berghof, die in späteren Gesprächen für ein besseres Verständnis bei den Laien sorgen konnte. Am Ende waren die meisten Zuhörer bereist gegangen, als die verbliebene Mehrheit in einer Abstimmung empfahl, keine Industrie anzusiedeln. Politik und Verwaltung wollen nun erneut beraten, Anregungen in die Pläne einarbeiten. Die würden auf jeden Fall erneut ausgelegt, so Frederik Kögebehn aus dem Bauamt. Und: Das letzte Wort hat die Stadtvertretung

Bürgermeister Bonse vereidigt

Mit der Einwohnerversammlung in der Poul-Due-Jensen-Gemeinschaftsschule zum umstrittenen Gewerbegebiet am Bahnhaltepunkt (B-Plan 32) geht Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse (CDU) in seine neue Amtszeit. In einer Sondersitzung der Stadtvertretung erhielt Wahlstedts Verwaltungschef seinen Dienst und wurde von Bürgervorsteher Horst Korneliuns (CDU) vereidigt. Der Wahlstedter wurde am 6. Mai gleichzeitig zur Kommunalwahl mit der großen Mehrheit von 81,1 Prozent der abgegebenen Ja-Stimmen wiedergewählt und hat nun seine zweite Amtszeit von sechs Jahren. An der Wahl hatten sich 2966 Bürger (von 7790 Wahlberechtigten Wahlstedtern) beteiligt, 552 Bürger stimmten gegen ihn als neuen Verwaltungschef. Das Wahlergebnis der Kommunalwahl ist geprüft worden und konnte während der Sondersitzung der Stadtvertretung für gültig erklärt werden. Einstimmig sprachen sich alle vier Fraktionen dafür aus.

Heike Hiltrop

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