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Segeberg Streit um neue Hortgruppe in der „Mühle“
Lokales Segeberg Streit um neue Hortgruppe in der „Mühle“
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20:13 09.06.2016
Als Jugendtreff hatte die Stadt Bad Segeberg 2013 die Mühle angemietet, jetzt wird das Haus der Jugend immer mehr zum Kindergarten.

Es ist ein großes Dilemma in Bad Segeberg: Eltern brauchen für ihre Kinder der Heinrich-Rantzau-Schule zum neuen Schuljahresbeginn dringend Hortplätze, gleichzeitig fühlen sich die Jugendlichen im Jugendtreff „Mühle“, der schon jetzt eher ein Treff für Kita-Kinder ist, immer mehr eingeengt und gegängelt. Kleine Kinder gegen Jugendliche: Hierzu entzündete sich jetzt im städtischen Ausschuss für Soziales, Schule und Kultur ein Streit.

„Wir senden hier ein ganz fatales Signal an unsere Jugend.“ Ralf Schaffer,

Stadtvertreter BBS

Ralf Schaffer vom BBS wehrte sich mit Vehemenz dagegen, dass der Hort der Kita in der „Mühle“ um eine weitere Gruppe mit 15 Plätzen zum kommenden Schuljahr erweitert werde. Aktuell liegen schon jetzt 19 Anmeldungen für diese Gruppe vor. Diese zusätzliche Gruppe soll in einem 56 Quadratmeter großen Raum untergebracht werden, der jetzt noch als Lagerfläche dient. „Das ist ein fatales Signal an unsere Jugendlichen“, schimpfte Schaffer. Hier werde wieder „ein Häppchen“ vom Jugendtreff weggenommen. Die Hortkinder würden sich ja nicht nur in ihrem Raum aufhalten, sondern durch das ganze Haus bewegen.

Dabei hatte nur wenige Minuten vorher im Ausschuss der Leiter des Projekts für eine jugendgerechte Stadt, Thomas Minnerop, deutlich gemacht, dass die Jugendlichen große Probleme damit hätten, durch noch mehr kleine Kinder in der „Mühle“ eingeschränkt zu werden. Der BBS werde einer weiteren Hortgruppe dort nicht zustimmen, machte Schaffer klar.

Die Verwaltung könne hingegen keine Konfliktsituation bei Hort und Jugendtreff sehen, machte Amtsleiter Stephan Hartung deutlich. Kita-Leiterin Monika Saggau räumte aber ein, dass es weitere Einschränkungen für die Jugendlichen geben werde. Das Familienzentrum beherberge gegenwärtig 40 Kita-Kinder, 18 Kinder aus der Naturkindergartengruppe und 32 Hortkinder. Dazu kommen weitere 15.

„Diese Kinder brauchen Platz.“ Es gebe große Not unter den Eltern, ihre Kinder gut betreut zu wissen. Saggau: „Da stehen Existenzen auf dem Spiel. Da gibt es Mütter, die nicht wissen, ob es im Sommer weitergeht.“ Tatsächlich ist eine Offene Ganztagsschule an der Heinrich-Rantzau-Schule – wie berichtet – nicht in Sicht. Im Endeffekt gehe das auf Kosten der Jugendlichen. Schaffer: „Noch mehr Kinder ins gleiche Gebäude – das geht nicht, die Jugendlichen fühlen sich eingeschränkt.“

Ausschussvorsitzender Jens Lichte (SPD) zeigte Verständnis dafür, dass Jugendliche kleine Kinder eher „uncool“ fänden. Aber es handele sich um eine Notlösung. Der Hort habe auch seinen eigenen Eingang. Dennis vom Kinder- und Jugendbeirat stellte klar, dass es nicht unbedingt um das räumliche Problem gehe. Im Jugendtreff dürfe man aber nicht einmal die Musikanlage etwas lauter drehen, dann gebe es gleich Beschwerden. Trotzdem wurde die neue Hortgruppe vom Ausschuss empfohlen.

 Wolfgang Glombik

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