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Segeberg Studie zeigt: Selbstfahrender Bus in Wahlstedt ist möglich
Lokales Segeberg Studie zeigt: Selbstfahrender Bus in Wahlstedt ist möglich
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18:21 11.10.2017
Keinen Fahrer, aber mit einem Begleiter an Bord und Platz für bis zu zwölf Fahrgäste: So in etwa würde der autonome Elektrobus aussehen, der im ersten Schritt Wahlstedts Innenstadt zunächst mit dem Bahnübergang am Bahnhof verbinden könnte. Quelle: Fotos: H. Hiltrop/i. Wagner*
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Wahlstedt

Der selbstfahrende Bus, der zweimal in der Stunde zwischen Marktplatz (später Klaus-Groth-Weg) und Bahnhaltepunkt pendelt, ist verkehrlich sinnvoll. Eine stufenweise Anbindung ist möglich.

Die Machbarkeitsstudie liegt vor. Das Ergebnis: Ein autonomer Elektrobus könnte Wahlstedts Innenstadt mit dem Bahnhof ab 2019 verbinden. In den nächsten Schritten müssen nun eine positive Grundsatzentscheidung gefällt und erste Mittel für das Projekt bereitgestellt werden.

„Ein Jahr Zeit für die Vorbereitung ist das Minimum." Holger Michelmann, Projektbüro Autobus

Bereits mit einem Bus lässt sich ein attraktiver Verkehr mit Nutzen einrichten. Das ist im Groben die Quintessenz aus der Studie, die dem Planungsausschuss am Montag von Claudius Mozer (SVG Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft) und Holger Michelmann (Büro Autobus) präsentiert wurde.

Das Projekt, für das die Stadt Wahlstedt und der Kreis Segeberg im Frühjahr mit dem Auftrag zu dieser Studie die Weichen gestellt hatten, nimmt an Fahrt zu. Bevor es jedoch an die Details und nötigen Prüfungen zur Umsetzung gehen kann, muss die Politik entscheiden, dass sie das Vorhaben voranbringen und dafür auch die ersten Mittel bereitstellen will. Der Ausschuss votierte einstimmig dafür 100 000 Euro im Haushalt (für 2018, mit Sperrvermerk) für Infrastrukturmaßnahmen bereitzustellen.

Als Basis aller weiteren Schritte muss nun das Vorhaben detailliert ausgearbeitet werden. Eines ist klar: Wahlstedt will. Aber, so wurde im Planungsausschluss deutlich, nicht allein. Der Kreis müsse zum gleichen Anteil bei der Finanzierung mit im Boot sitzen. Zudem sollten weitere Fördermittel generiert werden. Hier gebe es mehrere Möglichkeiten. „Was wir nicht wollen, ist ein ,Stadtbus II‘, nur dass er autonom ist“, spielt Wahlstedts Bürgemeister Matthias Bonse (CDU) auf das defizitäre Verkehrssystem in Bad Segeberg an. Vieles sei noch bis zur ersten Testfahrt zu klären. Michelmann:

„Frühestens Ende 2018. Ein Jahr Zeit für die Vorbereitung ist das Minimum.“

Ein Blick nach Bad Birnbach (Bayern): Dreieinhalb Jahre Planung und 900000 Euro stecken dort in einem ähnlichen Projekt. Der autonome Bus startet dieser Tage. „Er wird mit bis zu 40 Prozent gefördert“, sagt Viktor Gröll, Leiter der dortigen Kurverwaltung. Gröll spricht von einem sehr großen Interesse der Bürger. Vieles sei mit den Behörden erarbeitet worden. Ob das als Blaupause für andere dienen könne, müsse jedoch noch geklärt werden.

Die Akteure in Wahlstedt rechnen mit mehreren Jahren, bis das hier dreistufige Vorhaben (siehe Info-Text) am Ziel angekommen ist. Denn im eigentlichen Sinne des Wortes autonom, also eigenständig und unabhängig, ist der elektrisch angetriebene Kleinbus nicht. Er fährt sozusagen auf digitalen Schienen. Dafür müssen Straßen, Ampelanlagen und allerhand mehr akribisch digital erfasst und einprogrammiert werden. Genehmigungen sind nötig, technische Bedingungen zu prüfen. Vorderstes Ziel sei, das betonte Michelmann, die für alle Verkehrsteilnehmer sichere Fahrt des Busses.

Möglicher Stufen-Zeitplan

Die vorgeschlagene Stufe 1 verbindet den Bahnübergang mit dem Marktplatz auf 1,8 Kilometern mit sechs Haltestellen. Die Fahrzeit beträgt zwölf Minuten. Es wird ein Fahrzeug mit Begleitperson eingesetzt.

In Stufe 2 wird die Strecke auf 3,9 Kilometer und elf Haltestellen bis in den Klaus-Groth-Weg erweitert. Es werden zwei Fahrzeuge eingesetzt. Die Fahrzeit beträgt 22 Minuten.

Stufe 3 ist die schwierigste, denn nun wird der Bahnübergang überquert. Bis diese Miniverlängerung um die letzten 100 Meter zum Bahnhaltepunkt realisiert werden könnte, dauert es bis zu fünf Jahren. hil

 Heike Hiltrop

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