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Studt will Rede und Antwort stehen

Fahrenkrug Studt will Rede und Antwort stehen

Unruhe im Dorf zur Erstaufnahme im Levo-Park schlägt Wellen bis nach Kiel — Innenminister kommt zur Einwohnerversammlung.

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Etwa fünf Gehminuten vom Kirchwegskamp entfernt entsteht das Containerdorf für Flüchtlinge im Levo-Park.

Quelle: Fotos: Hiltrop(2)/*dreu (2)

Fahrenkrug. Die Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge im Levo- Park ist fünf Gehminuten vom Dorf entfernt. Und ein Stück die Straße hinauf am Kirchwegskamp wird das Amt Trave-Land bis zu 100 Schutzsuchende in mehreren Gebäuden unterbringen. Für manchen der rund 1550 Einwohner in Fahrenkrug ist das offenbar zu viel. Dazu kommt, dass sich Dorfbewohner schlecht informiert fühlen, was wiederum zu vielen Gerüchten führt, die die Situation nicht besser machen.

Nachdem Bürgermeister Rolf Mohr (WGF) zu Wochenbeginn noch eine Einwohnerversammlung abgelehnt hatte, weil „man sich bei solchen Diskussionen letztlich nur im Kreis drehe“, soll sie nun doch stattfinden. Angesetzt ist sie für den 8. Februar — und Schleswig- Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) wird voraussichtlich auch dabei sein. Das bestätigte gestern sein Sprecher.

Gleichzeitig dementierte er, dass es geplant sei, im Levo-Park nur diejenigen Flüchtlinge unterzubringen, deren Asylgesuche keine Aussicht auf Erfolg haben. Dennoch: Die Fahrenkruger haben Angst, sagt Sebastian Fuß von der CDU-Fraktion. „Wir als Gemeindevertreter müssen die Sorgen und Ängste der Fahrenkruger ernst nehmen“, ergänzt er. Darum habe die CDU zusammen mit Sven Hansen (SPD) den fraktionsübergreifenden Antrag auf eine außerplanmäßige Sitzung der Gemeindevertretung gestellt, um gegenüber dem Innenminister gemeinsame Forderungen zu formulieren. Nun plant der, sich vor Ort ein Bild zu machen und selbst Rede und Antwort zu stehen.

Die Vermietung des Hotels „Busch & Busch“ (die LN berichteten gestern) ans Amt-Trave-Land sei es gewesen, die die Politiker zum Handeln gedrängt habe — doch es gehe vor allem um den Levo-Park, so Christdemokrat Fuß weiter. „Die Stimmung in Fahrenkrug kippt“, mahnt er. 150 zusätzliche Flüchtlinge im Dorf, das seien zehn Prozent der Einwohnerzahl. „Einige Bürger im Ort äußern bereits Sicherheitsbedenken. Sie wollen ihre Kinder nicht mehr mit dem Fahrrad nach Bad Segeberg über die Kreisstraße fahren lassen, wenn die Einrichtung dort ihren Haupteingang hat“, so Fuß. Außerdem denke der ansässige Mittelstand an Abwanderung. Der Inhaber des Getränkemarktes am Kirchwegskamp und ein weiterer Unternehmer dort bestätigten solche Überlegungen gegenüber den LN.

Die größte Sorge sei es, dass zwischen Kirchwegskamp und dem nahen Levo-Park eine „Sogwirkung“ entstehen könnte, so Fuß. „Eine Integration der bis zu 150 Flüchtlinge, die zukünftig in der Gemeinde leben sollen, kann nur gelingen, wenn wir gegenseitiges Vertrauen herstellen“, so Fuß weiter. Eine Forderung der Fahrenkruger Politik ist es, dass das Nordtor nicht zum Haupteingang der Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung wird, sondern dass sie, wie die ansässigen Firmen im Levo-Park, über die Bundesstraße 206 erreichbar ist.

„Dass der Minister kommt, ist aus meiner Sicht sehr wichtig. Nicht nur zur Beruhigung der Bürger, sondern vor allem in Bezug auf den Levo-Park. Da fühlen wir als Gemeinde uns komplett übergangen und in keiner Weise informiert“, so Bürgermeister Rolf Mohr. Anders sehe es mit den Vorhaben des Amtes Trave-Land aus, das zur Einwohnerversammlung ebenfalls Rede und Antwort steht.

Die Sitzung der Gemeindevertreter findet am Dienstag, 2. Februar, ab 20 Uhr im Bürgerhaus statt. Die Einwohnerversammlung ist für Montag, 8. Februar, ab 18 Uhr in der Sporthalle geplant.

Heike Hiltrop

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