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Segeberg Sturz aus dem 10. Stock: Tote wird obduziert
Lokales Segeberg Sturz aus dem 10. Stock: Tote wird obduziert
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16:21 16.10.2012
Segeberg

Gemeinsam mit vier jungen Männern hatte die 18-Jährige am Sonnabend ihren gleichaltrigen Bekannten besucht, der im zehnten Stock des letzten der beiden Trappenkamper Hochhäuser (das andere wurde längst abgerissen) wohnt. Ein Freundschaftsbesuch – es ging in der Nacht zum Sonntag zunächst laut, aber nicht krawallig zu. „Vor einiger Zeit war es im Hochhaus noch deutlich ruhiger gewesen – bis diese jungen Leute hier einzogen“, sagte gestern eine Bewohnerin, die nicht genannt werden möchte zu den LN.Die Nacht zum Sonntag, kurz vor 2.30 Uhr: eine weitere Nachbarin (die wie alle der von den LN Befragten ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte) wird durch den Klang lauter Männerstimmen wach. „Das war laut, hörte sich aber nicht aggressiv an“, erzählt sie am Montag. Wahrscheinlich wurde die Ohrenzeugin nicht von der Tat, sondern von der vorangegangenen Spontanfete wach. Denn erst gegen 3.50 Uhr stürmen zwei Männer die Wohnung ihres Bekannten H. im zehnten Stock. Sie prügeln auf die in der Wohnung feiernden fünf jungen Männer ein. Die einzige Frau in der Runde, die 18-Jährige aus Bad Schwartau, flüchtet in Panik auf den Balkon. Am Morgen sieht die Nachbarin ihre Leiche abgedeckt auf dem Rasen hinter dem Haus. Der Leichnam lag dort längere Zeit bis zum Eintreffen der Spurensicherung.Doch was ist in der Nacht zum Sonntag im Unglückshaus mit den 81 Wohnungen in zwölf Stockwerken geschehen? Die beiden Randalierer im Alter von 18 und 30 Jahren, beide im Kreis Segeberg wohnhaft, gingen in der Wohnung dermaßen brutal gegen Gastgeber H. und seine Gäste vor, dass sie telefonisch die Polizei riefen. Die kam auch und nahm die Anzeige der Geschädigten wegen gefährlicher Körperverletzung auf. Die Blessuren der fünf jungen Männer, alle im Alter zwischen 18 und 22 Jahren, wurden genau protokolliert. Von der 18-jährigen Frau sprach dabei niemand. Sie wird sich wohl auf den Weg nach Hause gemacht haben sein, vermuteten ihre Freunde.Das hatte die junge Frau aber nicht. Wie Rekonstruktionen der Kriminalpolizei vom Sonntag ergaben, nachdem Nachbarn die Leiche hinter dem Haus entdeckt hatten, ist ihr offenbar auch der Balkon nicht sicher genug vorgekommen. „In Todesangst versuchte sie sich zu retten und vom Balkon zu klettern“, heißt es später im Polizeibericht. Dabei muss sie – offenbar noch aus dem zehnten Stock – abgestürzt sein. Die zahlreichenVernehmungen und rechtsmedizinischen Untersuchungen zogen sich über den ganzen Sonntag.Manche der Bewohner an der Kurlandstraße 2 hatten ein ungutes Gefühl, seit diese Clique mit ihren zahlreichen Besuchern hier wohnt. „Immer wieder gab es Krach und lautes Geschrei – sowohl vor dem Haus als auch in den Fluren“, erzählt einer Mieterin den LN. Eine andere Bewohnerin sagt: „Erst letzten Dienstag war Randale vor dem Haus. Einer, ein Kleinerer, war dabei besonders laut und aggressiv.“Gegen die beiden Festgenommenen wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Gegen beide sei inzwischen Haftbefehl erlassen worden, teilte die Kieler Staatsanwaltschaft heute Morgen mit. Der 18-Jährige gilt als „Intensivtäter“, und auch der 30-Jährige ist der Polizei gut bekannt. Der 18-Jährige sei in eine Jugendarrestanstalt gebracht worden, der zweite Tatverdächtige sitze jetzt im Gefängnis in Neumünster. Er ist den Angaben zufolge vorbestraft und stand wegen Körperverletzung unter Bewährung. Die Haftbefehle seien wegen Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr erlassen worden.

Der Leichnam des toten Mädchens wird laut Staatsanwaltschaft obduziert. Toxische Untersuchungen sollen auch Aufschluss bringen, ob die junge Frau möglicherweise unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand.

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