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Segeberg Sülfelds neuer SB-Markt: Der Traum ihres Lebens
Lokales Segeberg Sülfelds neuer SB-Markt: Der Traum ihres Lebens
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20:21 12.02.2016
Kein Pfeiler stört später in dem riesigen Gebäude das Einkaufserlebnis der Kunden. Es ist schön hoch, wirkt nicht gedrungen. Die Platzierung der Waren soll nach neuesten Erkenntnissen erfolgen. Claudia und Mario Wittorf „brennen“ für ihren neuen Markt, fiebern der Eröffnung entgegen.

Seit November 2014 betreibt Claudia Wittorf mit zeitweiliger Unterstützung ihres Mannes Mario den Edeka-Markt in Sülfeld. Doch so richtig loslegen will das Paar Mitte dieses Jahres. Dann soll ihr neuer Markt eröffnet werden. Die beiden fiebern dem Termin regelrecht entgegen.

Der neue Markt geht Stück für Stück seiner Vollendung entgegen. Er wird 2000 Quadratmeter groß sein und eine Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern haben (der jetzige hat gerade mal 630). Claudia Wittorf ist 31 Jahre alt, Mutter zweier kleiner Kinder und Kauffrau mit Leib und Seele. „Der neue Laden ist ein Lebenstraum von mir“, sagt sie. Aber auch ein Risiko. Sie wird viel Geld investieren müssen, um den riesigen „Laden“ so einzurichten, wie sie sich das vorstellt. Hat sie manchmal Angst vor der eigenen Courage? Kein Stück: „Seit ich 15 bin, bin ich bei Edeka. Ich wollte immer selbstständig sein und einen eigenen Laden haben.“

Dass sie Mario Wittorf (32) geheiratet hat, war vielleicht eine Fügung: Auch er ist „Edekaner“, arbeitet in der Zentrale in Neumünster. Er weiß, wie seine Frau tickt. Im Grunde fiebert er genauso wie seine Claudia. Ihr Leben dreht sich derzeit nur um das Tagesgeschäft und nach Geschäftsschluss ausschließlich um den Neubau. Claudia Wittorf („Wir sind auch sonntags hier“) hat locker eine 60- bis 80-Stunden-Woche. Als sie das sagt, hat ihre Stimme keinen genervten, sondern einen euphorischen Unterton. „Manchmal wache ich nachts auf, weil ich eine gute Idee für den neuen Laden habe“, sagt sie strahlend. Das dritte Wort, das ihre Kinder Paul (2) und Mick (3) nach Mama und Papa gelernt hätten, sei „Edeka“ gewesen, sagt sie und muss grinsen. Der Supermarkt, der gerade hinter dem Altbau hochgezogen wird, sei ein Familienprojekt: „Bei uns im Wohnzimmer hängen keine Bilder an der Wand, sondern Bauzeichnungen“, erzählt das 1,60 Meter große Energiebündel.

Der Investor errichtet das Gebäude und vermietet es der Edeka, die wiederum vermietet es Claudia Wittorf. Alles, was später drinnen steht, wird Claudia Wittorf gehören. Allerdings muss sie es auch bezahlen. Das dürfte nicht wenig sein. Sie deutet die Größenordnung zaghaft an: „Deswegen schlafe ich nachts auch nicht immer gut.“

Etwa 20000 Artikel wird sie später nach neuesten Erkenntnissen präsentieren können — davon könne sie im jetzigen Geschäft nur träumen. Vor allem Kosmetika will sie künftig mehr anbieten, ferner Tiernahrung, Non-Food-Artikel, Bio- und Vegan-Artikel. „Wir wollen ein guter Nahversorger sein“, sagt sie. Und kundenorientiert. „Wir gehen links in den Laden, und vorne gibt es gleich die Getränkeabteilung. Die Getränke gehören im Einkaufswagen nach unten, der Rest kommt obendrauf. Umgekehrt wird das nichts“, sagt sie. Und er fügt an: „Der Kunde muss sich bei uns wohlfühlen.“ Daher werde es breite Gänge geben, die auch mit Rolli und Kinderwagen zu meistern sind. Der Fleischermeister und der Koch, der täglich Speisen zubereitet, würden optimale Arbeitsplätze erhalten. Das Catering und der Partyservice sollen ausgebaut werden.

33 Menschen beschäftigt Claudia Wittorf derzeit. Auch sie profitieren vom Neubau, der Altbau sei „auf“. Es sei richtig, ihn abzureißen, gerade mal 17 Jahre nach der Einweihung. Dabei hatte der Investor zunächst geplant, ihn als überdachten Parkplatz stehenzulassen. „Aber das wäre viel zu teuer gewesen“, sagt Mario Wittorf. Das sei zwar schade, aber vernünftig.

Das Ehepaar „brennt“ für das neues Geschäft. Eine Spezialfirma werde den Umzug erledigen. Ein paar Tage müsse das Geschäft geschlossen werden. Auf die Neueröffnung sind die Wittorfs selbst gespannt:

Denn zwischen dem alten und dem neuen Geschäft sind nur rund drei Meter. Mario Wittorf: „Da müssen alle Kunden durch. Das wird eng.“ Aber wenn sie drin sind, dann sollen sie über ein ganz neues Einkaufserlebnis staunen.

52 Milliarden Umsatz

Aus der 1898 von 21 Kaufleuten gegründeten Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin, kurz E. d.

K., — ist inzwischen ein genossenschaftlicher Verbund aus rund 4000 selbstständigen Kaufleuten entstanden.

Heute ist Edeka in punkto Umsatz die Nummer 1 in Deutschland mit einem Umsatz von über 52 Milliarden Euro (2014). In 11500 Verkaufsstellen arbeiten 336000 Mitarbeiter, davon 16880 Auszubildende. Alle Supermärkte zusammen verfügen über eine Verkaufsfläche von 10,6 Millionen Quadratmetern.

Christian Spreer
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